Caret – der Markdown-Editor für Vielschreiber

Mit Typora habe ich Ihnen vor einiger Zeit einen sehr schönen Editor für Markdown vorgestellt, der sowohl unter Windows als auch auf dem Mac funktioniert. Ebenfalls für mehrere Systeme wird Caret angeboten, der gerade in der aktuellen Version einen enormen Fortschritt an Funktionen erreicht hat.

Arbeit am Quelltext

Das Konzept ist altbekannt. Bei Caret arbeitet der Autor direkt am Quelltext seiner Markdown-Datei. Allerdings erhält er Unterstützung durch farbige Hervorhebungen innerhalb des Textes. „What You See Is What You Mean“, nach diesem Ansatz arbeitet auch der bekannte iAWriter auf der Mac-Plattform.

Um das Schreiben zu erleichtern, werden die Auszeichnungen bei Bedarf ergänzt. Wer eine runde Klammer benötigt, muss nur das öffnende Zeichen eintragen. Die Vervollständigung reduziert also die Eingabe automatisch. Das gilt auch für HTML-Kommandos. Das macht die Arbeit sehr angenehm.

Caret Darkmode

Das gilt auch für Links, die auf zwei Arten gesetzt werden können. Wenn Sie auf eine Quelle im Internet verweisen, markieren Sie die URL im Browser und kopieren Sie sie. Danach markieren Sie den Linktext in Ihren Dokument, und fügen den Link über die Zwischenablage ein. Am Quelltext müssen Sie sonst keine weiteren Änderungen vornehmen. Alternativ nutzen Sie das Tastenkürzel Strg+K bzw. CMD+K, um einen Link einzufügen. Wenn es sich um einen lokalen Verweis handelt, erhalten Sie bei der Eingabe Unterstützung.

Caret

Beim Setzen von Links auf das Dateisystem erhält der Autor Unterstützung.

Focus- und Darkmode und Vorschau

Die Entwickler von Caret hatten Vielschreiber im Blick. Unaufdringlich kann in der unteren Ecke des Programmfensters stets die aktuelle Zeichenzahl kontrolliert werden. Ein Darkmode unterstützt das augenschonende Arbeiten, und der Fokusmodus lässt lediglich den Blick auf den aktuell zu schreibenden Satz frei. Um sich das finale Layout des Textes anzusehen, kann die Live-Vorschau genutzt werden. Damit teilt sich der Bildschirm und auf der rechten Seite des Programmfensters wird das Arbeitsergebnis dargestellt. Als Alternative dazu steht eine bildschirmfüllende Vorschau zur Verfügung.

Viel Komfort beim Schreiben

Je mehr Zeit man mit dem Schreiben in Caret verbringt, umso mehr wirklich durchdachte Details fallen auf. Zum Beispiel die sehr unaufdringlich Rechtschreibkorrektur. Ein als falsch angesehener Begriff wird mit einer Unterstreichung des ersten Buchstabens markiert. Per Maus oder Shortcut werden dann Alternativen angezeigt. Überhaupt Tastenkürzel! Caret ist voll davon. Eigentlich völlig unverständlich, dass die Entwickler auf der Produktseite bzw. den Hilfeseiten das so wenig herausstellen und beispielsweise eine Übersicht liefern. Denn wer fokussiert schreibt, muss in Caret fast gar nicht zur Maus greifen.

Caret Rechtschreibprüfung

Auch die integrierte Rechtschreibkorrektur arbeitet, ohne die Tastatur verlassen zu müssen.

Auch das Anlegen einer Tabelle, was in Markdown eher eine unschöne Aufgabe ist, wird zumindest ansatzweise erleichtert. Wird die erste Spalte angelegt, fügt Caret nach einem Druck auf die Eingabetaste dann die nächste Zeile inklusive Quellcode ein. Zwischen den Zellen wird dann mit dem Tabulator navigiert.

Mehrfachauswahl

Eine Funktion, die mir so nur in Sublime Text begegnet ist, sind die Mehrfachselektionen. Sie ergänzt das klassische Suchen & Ersetzen. Dazu genügt es, einen Ausdruck zu markieren, um dann per Shortcut oder Menü den Befehl „Select Next“ zu benutzen. Das kann man so lange wiederholen, bis alle gewünschten Einträge markiert sind. Nun einfach mit dem Tippen beginnen. An allen markierten Positionen wird der Text nun geändert.

Markdown-Erweiterungen

Caret beherrscht nicht nur das klassische Markdown, sondern auch eine Reihe von Erweiterungen. Dazu zählen:

  • GitHub Markdown
  • Mathematische Ausdrücke in LaTeX, die auch sofort wunderschön gerendert werden,
  • UML Diagramme
  • Inhaltsverzeichnisse (ToC)

Das alles funktioniert auch genauso gut unter Windows. Den Lizenzschlüssel, der 25 US-Dollar kostet, berechtigt zur Installation auf mehreren Systemen. Bei den Tastenkürzeln müssen Sie sich dann natürlich wieder leicht umstellen.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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