Typora – wirklich schöner Markdown-Editor für Windows

Header Typora

Nachdem ich ja gerade erst den Editor SmartDown II vorgestellt hatte, soll es gleich munter mit der Riege von Markdown-Editoren für Windows weitergehen. Typora ist der Name dieses Programms, das auch in einer Mac-Version angeboten wird.

Schicke Oberfläche – Schreiben ohne Quellcode

Typora will den Autor nicht mit dem Quellcode behelligen, sondern setzt diesen beim Schreiben sofort in passende Formate um. Anwender, die bisher gar keine Berührungspunkte mit Markdown hatten, können mit dem Programm wie mit jeder anderen Textverarbeitung schreiben. Dafür sorgen durchgängige Tastenkürzel für alle wesentlichen Formate. Wer sich in Markdown auskennt, darf natürlich die Auszeichnungszeichen einsetzen, diese werden dann ebenfalls unmittelbar interpretiert. Schließlich kann auch der Quellcode-Modus aktiviert werden. Damit haben Experten dann puren Zugriff auf den Text.

Typora Oberfläche

Die Oberfläche von Typora.

Insgesamt ist den Entwicklern eine überaus ansprechende Optik gelungen. Gerade im Vollbildmodus macht die Software schon etwas her.

Schreiben mit Typora

Das Schreiben mit dem Editor ist wirklich angenehm intuitiv gelöst. Über einen Rechtsklick blenden Sie sich jederzeit ein Kontextmenü ein. Darüber rufen Sie sich alle wesentlichen Formate direkt auf:

  • Textauszeichnungen,
  • Absatzformate,
  • Links,
  • Ebenen für Überschriften,
  • Tabellen.

Gerade das Einfügen von Tabellen funktioniert, wie von Word und anderen Programmen gewohnt. Sie legen die Zahl der Zeilen und Spalten fest und Typora kümmert sich um den Rest. Wenn Sie mehr Platz benötigen, genügt es, ein kleines Icon in der Tabellen zu berühren, um sich einen passenden Dialog aufzurufen.

Tabelle in Typora einfügen

Das Einfügen von Tabellen in Typora funktioniert wie in einer Textverarbeitung.

Das Einbinden eines Bildes über das Menü könnte aber noch besser gelöst sein, wenn es gleich den Dateidialog öffnen würde, um auf diese Weise das Bild auswählen zu können. Dafür funktioniert aber Drag & Drop. Sie ziehen einfach die gewünschte Datei direkt in den Editor hinein. Das ist insgesamt gut gelöst und funktioniert soweit einwandfrei. Allerdings bezweifle ich, dass es weniger erfahrenen Nutzern so einfach möglich sein wird, beispielsweise mit Fußnoten zu arbeiten. Hier auf Anhieb zu verstehen, was das Programm mit der Einfügung erreichen will, ist nicht ganz leicht. Komfortabel ist eine integrierte Textergänzungsfunktion, die automatisch dafür sorgt, dass geöffnet Klammern beispielsweise wieder geschlossen werden. Allerdings kommt sich die Funktion natürlich mit externen Textergänzen wie PhraseExpress in die Quere.

Code View in Typora

Der Code-Modus in Typora.

Statistiken, Dateimanagement

Mit der Fußzeile behält der Autor stets die Übersicht über die Zahl der Wörter und der Zeichen. Ein Klick auf den Abschnitt und es wird eine kurze Statistik eingeblendet. Derzeit ist es leider nicht möglich, auch Ziele zu definieren. Das wäre dann aber auch vielleicht schon zu viel des Guten, denn was bereits jetzt in dieser Betaphase funktioniert und enthalten ist, beeindruckt. Über die Fußzeile kann auch mit einem Mausklick der Code-Modus aktiviert werden. Und außerdem eine Seitenleiste, die zwei Funktionen bereithält:

  1. Die Gliederungsansicht: Mit einem Klick auf eine Überschrift navigieren Sie damit auch gleich in den korrespondierenden Abschnitt innerhalb des Dokuments.
  2. Die Dateiinfo: Zeigt Ihnen die Statistik an, das letzte Speicherdatum und den Speicherort. Ein Klick auf den Pfad öffnet unter Windows dann auch gleich den Explorer an der entsprechenden Position.

Mit Typora bearbeiten Sie auf Wunsch auch gleich mehrere Dokumente parallel. Mit Strg+Tab navigieren SIe dann durch den Stapel der geöffneten Dateien (Write Monkey lässt grüßen).

Gliederungsansicht in Typora

Die Gliederung in Typora.

Export in andere Formate

Typora setzt auf Pandoc auf, um den Markdown-Text in andere Formate zu konvertieren. Damit steht das gesamte Spektrum an Exportformaten zur Verfügung, die dieses Tool offeriert:

  • PDF,
  • HTML,
  • Word,
  • OpenOffice,
  • RTF,
  • EPub,
  • LaTex.

Beim Exportieren versucht Typora, den voreingestellten Stil, von denen es einige mit an Bord hat, auch für das finale Produkt zu verwenden.

Vielversprechendes Programm

Insgesamt hinterlässt Typora einen guten Eindruck. Es ist für Markdown-Experten offen genug, um direkt am Quellcode arbeiten zu können, zugleich aber auch flexibel und optisch ansprechend. Die Arbeit damit macht Spaß. Da sich die Software noch mitten im Entwicklungsstadium befindet, dürfen Sie kostenlos mit Typora schreiben.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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  1. TableFlip – macht Tabellen in Markdown komfortabel › Computer › Der Lifehacker

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