Im Homeoffice produktiv bleiben – auch mit Kindern

Eine der größten Bremsen unserer Produktivität sind Unterbrechungen. Das gilt für die Arbeit in einem Büro genauso, wie für alle Freiberufler, Selbstständigen und Angestellten, die zu Hause arbeiten. Doch was in der Firma noch funktioniert, bereitet Vielen im Heimbüro Schwierigkeiten: Der Lebenspartner und auch Kinder fordern ihre Rechte und nehmen das Familienmitglied bei Bedarf vollständig in Beschlag. Und am Ende des Arbeitstages hat man dann viel weniger geschafft, als eigentlich notwendig gewesen wäre.

Es gibt aber durchaus einige Strategien, um mit dem Problem fertig zu werden.

Regelmäßig Pausen im Kreis der Familie machen!

Es ist für die eigene Familie schwer zu akzeptieren, eines ihrer anwesenden Mitglieder bewusst von den Aktivitäten auszuschließen. Je jünger die im Haushalt lebenden Kinder noch sind, desto schwerer ist es, ihnen die Notwendigkeit zu vermitteln, eine Zeitlang dem Impuls nicht nachzugeben, Papa oder Mama eine Neuigkeit zu erzählen oder um etwas zu bitten.

Und wer möchte schon zu Hause arbeiten, um den ganzen Tag seine Familie und die Kinder nicht zusehen? Die engere Verbindung macht ja gerade auch einen Teil des Reizes aus, nicht in ein Büro fahren zu müssen. Da Sie ohnehin regelmäßig Pause machen müssen und sollten, verbringen Sie diese am besten im Kreis Ihrer Familie. Tun Sie dies ganz bewusst. In der halben oder drei viertel Stunde könnten Sie (verlässlich!) mit den Kleineren spielen. Oder aber Sie sitzen gemeinsam mit Ihrem Partner oder auch den Kindern zusammen, um Neuigkeiten auszutauschen. Eine solche Pause kann auch die Gelegenheit für Schulkinder sein, mit ihnen aktuelle Probleme bei den Hausarbeiten zu klären.

Kinder haben auch Rechte!

Auch Ihre Kinder haben ein Recht auf ihre sozialen Kontakte und so wird es sich wohl kaum vermeiden lassen, dass hin und wieder ein Schulkamerad zu Besuch kommt. Und wenn Kinder zusammen spielen, ist das bekanntlich nicht zwangsläufig immer eine ruhige Angelegenheit. Wenn es denn gar nicht anders geht, müssen Sie bei solchen Gelegenheiten, die eine Ausnahme bleiben sollten, ihren Arbeitsplatz räumen und anderswo produktiv arbeiten. Setzen Sie sich bei schönem Wetter auf die Terrasse oder den Balkon (wenn Sie einen solchen besitzen) oder besuchen Sie ein Café in der Nähe. Und damit solche Ausflüge auch tatsächlich die Ausnahme bleiben, sollten Sie mit Ihren Kindern eine Regelung finden, wie sich das am besten lösen lässt. Zum Beispiel feste »Besuchstage« finden oder aber nach der Rückkehr aus der Schule kurz besprechen, ob ein Spielbesuch gut in die Tagesplanung passt.

Kinder beschäftigen

Mit zunehmendem Alter beschäftigen sich die Kinder von allein. Und irgendwann haben die meisten Eltern das Gefühl, die Kids gar nicht mehr zu sehen. Aber jüngere Kinder müssen im Zweifel auch beschäftigt werden. Wenn Sie eine besonders knifflige Aufgaben zu erledigen haben oder etwa Ruhe brauchen, weil sie telefonieren müssen, verabreden Sie mit den Kindern »Ruhephasen«. In dieser (maximal) halben Stunde sollten Sie die Dinge anpacken, wo absolute Ruhe herrschen muss. Damit sich die Kinder auch daran halten, kombinieren Sie zwei Dinge. Setzen Sie ein deutliches Signal dafür, dass Sie nicht gestört werden dürfen. Etwa durch die verschlossene Zimmertür. Und verschaffen Sie den Kindern eine Beschäftigung: Ein neues Malbuch, ein kleines Spielzeug, etwas zum Basteln. Diese Geschenke erhalten die Kinder vor Beginn einer solchen Ruhephase. Was Sie dort anbieten, erfordert etwas Planung und wahrscheinlich werden Sie die Sache auch erst besorgen müssen. Anschließend besitzen Sie aber eine Möglichkeit, für etwas mehr Ruhe zu sorgen.

Sich abgrenzen!

Damit Sie auch die Ruhe bekommen, die Sie für konzentriertes Arbeiten benötigen, müssen Sie sich vom restlichen Familienleben abgrenzen. Das geht am einfachsten durch einfache Signale, die Sie klar kommunizieren sollten. Für den Lebenspartner und Kinder jeden Alters verständlich, ist eine geschlossene Tür. Vereinbaren Sie mit der Familie zum Beispiel einen einfachen Code:

  • Vollständig geschlossen: Sie möchten überhaupt nicht gestört werden. Wenn Sie mit den Kindern allein zu Hause sind, erklären Sie ihnen, dass die Tür nur dann geöffnet werden sollte, wenn wirklich etwas von enormer Wichtigkeit passiert sein sollte. Darunter fassen Sie dann alle Notfälle des Alltags zusammen – die je nach Alter variieren können: Stürze oder geschwisterliche Auseinandersetzungen wo es zu blutenden Wunden oder anderen Schmerzen gekommen ist, eine volle Hose usw.
  • Angelehnte Tür: Sie wollen eigentlich lieber allein bleiben. Aber wenn etwas wichtig ist, darf man Sie stören. Es wird die Krankenversicherungskarte eines Kindes gesucht, weil der Arzttermin ansteht? Dann steht die Tür offen! Es gilt die Frage zu klären, was denn eingekauft werden muss? Dann ist die Tür geschlossen!
  • Offene Tür: Sie erledigen gerade Routinearbeiten und man darf zu ihnen einfach hereinkommen.

Als Alternative – oder auch um sich gegen Lärm zu schützen- lassen Sie die Tür geschlossen und hängen Sie ein Schild heran. Auch kleinere Kinder verstehen eine Ampelmechanik sehr gut.

Planen Sie Ihre Zeit mit Bedacht

Sie sollten sich darum bemühen, Ihre Zeitplanung an den familiären Tagesablauf anzupassen. Das erleichtert vieles: Ihre Kinder gehen in die Schule: Dann legen Sie besonders knifflige Arbeiten in die Vormittagsstunden. Am Nachmittag, wenn die Chancen groß sind, dass Sie bei der Betreuung bei den Hausaufgaben gebraucht werden oder Besucher eintrifft, erledigen Sie weniger anstrengende Aufgaben. Eine Variante für die Zeitplanung im Home-Office kann auch im Aufteilen des Tages bestehen. Zwischen den beiden Abschnitten, die jeweils vier Stunden umfassen und die Sie in Ihrem Büro verbringen, könnten Sie auch zwei Stunden legen, in denen Sie der Familie und ihren Anforderungen zur Verfügung stehen.

Wie sind Ihre Erfahrungen im Home-Office? Wie schaffen Sie es, dort produktiv zu bleiben?

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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