Frühjahrsputz für alle Macs

Auch wenn gerade in diesen Tagen der Frühling wieder in weite Ferne gerückt zu sein scheint, könnten Sie über die Feiertage Ihrem Mac etwas Gutes tun, und sich mit dem Thema Frühjahrsputz beschäftigen.

Frühjahrsputz am Mac? Wirklich notwendig?

Abgesehen von der Notwendigkeit Tastaturen, Mäuse, Trackpads und auch einmal die Displays einer Reinigung zu unterziehen, wird unter Experten immer wieder darüber gestritten, ob es sich wirklich lohnt, auch dem Betriebssystem Pflege angedeihen zu lassen.

Zu den beiden wichtigsten Gegenargumenten gehören dabei:

  1. Ein Betriebssystem ist kein lebender Organismus. Er »verfettet« nicht.
  2. Die meisten Systemwerkzeuge und Tools können, falsch konfiguriert, mehr Schaden anrichten als nützen.

Gerade dieser zweite Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen. Für den Mac werden einige Systemtools angeboten, die allesamt sehr mächtig sind und teilweise auf der Ebene des Systemadministrators arbeiten. Werden an dieser Stelle vorschnell irgendwelche Daten gelöscht oder wichtige Konfigurationen falsch bearbeitet, wird das System instabil oder gar beschädigt.

Agieren Sie also stets vorsichtig!

Natürlich haben die Skeptiker recht damit, dass ein Betriebssystem nicht »verfettet«, aber im Laufe der Zeit sammeln sich auf jedem Rechner unzählige Dateien, die niemand mehr braucht und die längst vergessen sind. Diese Dateien beanspruchen Speicherplatz und bremsen natürlich das System aus. Denn schließlich braucht das Betriebssystem unnötig Zeit, bis es das eigentlich benötigte Dokument auch findet.

Schritt 1: Benötigen Sie wirklich alle diese Programme?

Berufsbedingt gehöre ich ohne Zweifel zu den Software-Junkies. Ich probiere ständig neue Programme aus, die es teilweise auch schaffen, längere Zeit auf meiner Festplatte zu verweilen. Einmal im Jahr jedoch schaue ich mir die Liste der installierten Anwendungen kritisch durch. Wohl niemand, mich eingeschlossen, braucht wahrscheinlich 4 verschiedene Texteditoren auf seinem System. Und das Spezialprogramm, das einmal gute Dienste bei der Lösung eines Problems geleistet hat, ist inzwischen vielleicht auch überflüssig. Als Mac-Nutzer haben Sie es leicht. Ziehen Sie das Programm-Icon einfach auf den Papierkorb und weg damit!

Schritt 2: Suchen Sie nach Platzfressern!

Der aus Versehen in ein falsches Verzeichnis verschobene Film oder auch temporäre Elemente, die Sie gar nicht mehr benötigen. Auch Ihr Dateisystem wird viel Ballast mit sich herumschleppen. Ein kostenloses Programm, das sich bereits viele Jahre im Einsatz bewährt hat, hilft Ihnen dabei, solche Platzverschwender aufzuspüren.

Grand Perspective ist schnell installiert. Nach dem Programmaufruf nutzen Sie das Kommando »File, Scan Folder« um Ihr Homeverzeichnis auszuwählen. Die Software funktioniert natürlich auch mit jedem anderen Ordner auf dem System. Danach beginnt das Werkzeug mit der Untersuchung der Dateien. Dieser Vorgang dauert einen Moment.
Grand Perspective

Ist der Vorgang abgeschlossen, erhalten Sie eine grafische Zusammenfassung Ihres Dateisysteme, die wie ein abstraktes Kunstwerk aussieht. Ihr Augenmerk sollten Sie dabei auf die optisch größten Figuren richten. Sie symbolisieren besonders große Dateien. Wenn Sie mit der Maus darauf zeigen, erhalten Sie am unteren Rand des Fenster den Pfad. Außerdem können Sie über das Kontextmenü auch das Element im Finder ansehen und danach entscheiden, ob Sie es löschen.

Schritt 3: Startobjekte ausmisten

Ein weiterer Schritt in Richtung eines schnelleren Mac besteht in der Durchsicht der Startobjekte. Rufen Sie sich die »Systemeinstellungen« auf. Wechseln Sie dort in »Benutzer & Gruppen« und klicken Sie Ihren eigenen Namen an. Wechseln Sie hier in den Abschnitt »Anmeldeobjekte«. Markieren Sie ein Element, das Sie nicht mehr benötigen und klicken Sie auf die Minus-Taste in diesem Dialog.
Startobjekte aufräumen

Schritt 4: Systemereignisse durchsehen

Das kleine Programm »Konsole« kann ebenfalls Aufschluss über Prozesse geben, die den Mac ausbremsen. Die Software müssen Sie sich aber nur dann ansehen, wenn Sie den Eindruck haben, dass der Mac plötzlich akut langsamer arbeitet. Dann werden Sie meist bei der Durchsicht der Protokolleinträge auf Fehlermeldungen stoßen, wenn etwa eine Anwendung permanent nach einer bestimmten Datei sucht, die aber nicht mehr zu existieren scheint.

Noch mehr Platz schaffen mit CleanMyMac 2

CleanMyMac2 ist ein sehr anwenderfreundliches Programm, das ebenfalls beim Ausmisten des Macs helfen kann. Mit einem Klick auf »Automatische Bereinigung« untersucht die Software Ihr System, wobei dieser erste Scan durchaus eine Weile dauern kann. Dabei werden verschiedene Bereiche untersucht und aufgelistet:

  • Programmreste (Dateien, die zu Programmen gehörten, die aber nicht mehr installiert sind.)
  • Zwischenspeicher / Caches: Sowohl das System selbst als auch viele Anwendungen legen Dateien in Zwischenspeichern ab. Diese lassen sich in aller Regel problemlos löschen.
  • Sprachdateien: In den Programmarchiven der installierten Anwendungen sind auch die Menübefehle in Sprachen enthalten, die Sie wahrscheinlich niemals aktivieren und benötigen. CleanMyMac kann diese Elemente gezielt entfernen.
  • Papierkörbe, beschädigte Objekte: Auch hier verbirgt sich meist Potential, um Platz auf der Festplatte zu sparen.

Auch wenn Sie die automatische Überprüfung gewählt haben, behalten Sie stets die absolute Kontrolle. Denn mit einem Klick auf ein Element gelangen Sie zur Detailseite und wählen hier, sofern Sie im Zweifel sind, einfach das ausgewählte Element ab. Mit knapp 30 Euro ist das Programm aus meiner Sicht eine gute Investition.
CleanMyMac räumt auf

Wenn Sie alle diese Schritte durchführen, haben Sie schon viel in Sachen »sauberer« Mac erreicht. Vom routinemäßigen Durchlaufen der Skripte zur Überprüfung der Benutzerrechte halte ich persönlich nicht so viel. Diese sollten Sie nur dann starten, wenn es tatsächlich Probleme geben sollte und das ist eher selten der Fall.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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