Geld sparen beim Hardwarekauf als Selbstständiger

Wer gerade ein Unternehmen gegründet hat, oder frisch in die Selbstständigkeit einsteigt, steht natürlich auch vor der Anschaffung von allerlei Harware-Komponenten. Deshalb an dieser Stelle ein paar Tipps, die sich bei mir in der Vergangenheit bewährt haben.

Es darf auch gebraucht sein!

Natürlich ist es ein tolles Gefühl, ein fabrikneues Notebook in Betrieb zu nehmen. Gar keine Frage. Aber je größer die Anforderungen an die Hardware desto teurer ist das Gerät leider auch. Und wer auf solide Verarbeitung und lange Akkulaufzeiten Wert legt, muss sich schnell von dem Gedanken verabschieden, dass Profi-Geräte zum Preis von unter 500 Euro zu bekommen sind. Denken Sie hier einmal darüber nach, ein gebrauchtes Gerät zu erwerben und suchen Sie gezielt nach Modellen, die den Zusatz »refurbished« oder »Demopool« tragen. Dabei handelt es sich meist um Geräte, die nur wenig im Einsatz waren, etwa für Hardware-Tests von Journalisten oder auf Messen. Die Geräte werden anschließend durchgesehen und auf Funktionalität überprüft und dann wieder verkauft. Preisersparnisse von bis zu 40% und mehr sind hier keine Seltenheit. Mit anderen Worten: Sie sparen entweder bares Geld oder aber können sich für Ihr Budget schlicht mehr Hardware leisten. An Ihren Ansprüchen hinsichtlich Gewährleistungen ändert sich hier nichts.

Eine Prozessorklasse niedriger tut es meist auch

Seit Anbeginn der PC-Ära überbieten sich die Hersteller von Prozessoren mit immer schnelleren CPUs und Taktfrequenzen. Tatsächlich war der Unterschied zwischen einem 486er Prozessor und einem Pentium deutlich spürbar (zumindest wenn die gleichen Programmen eingesetzt wurden). Wenn Sie beruflich mit Ihrem Notebook oder PC arbeiten, werden Sie im Office-Alltag aber kaum einen Unterschied bemerken, ob Ihre CPU nun mit 1,6 GHz oder 1,4 GHz getaktet ist. Natürlich gibt es auch hier gute Gründe dafür, auf den schnellsten verfügbaren Prozessor zu setzen, zumindest wenn Sie im Bereich Multimedia-Design unterwegs sind.

Der Prozessor ist indes nur ein Baustein des Geräts. Und das Geld, das Sie sparen, wenn Sie sich für einen etwas langsameren Prozessor entscheiden, können Sie sinnvoll in hochwertigere Komponenten des übrigen Systems investieren, zum Beispiel mehr Arbeitsspeicher, größere und schnellere Festplatten oder einen anderen Chip für die Grafikkarte. Dies sorgt im Zweifel für einen deutlich spürbaren Geschwindigkeitsgewinn.

Wird der Rechner ohnehin nur für die klassischen Aufgaben wie Schreiben, Präsentieren, Kalkulieren und den Internetzugang verwendet, darf es durchaus der aktuell »langsamste« Prozessor sein, der damit immer noch gut zurecht kommt.

Preiswerte Kabel tun es auch

Wer mit einem Verkäufer im Elektro-Markt seines Vertrauens redet, fühlt sich beim Thema Verkabelung an längst vergessene Tage erinnert. Empfohlen werden hier in aller Regel die teuren HDMI- oder DVI-Kabel namhafter Hersteller. Und das Verkaufspersonal schwärmt von einer viel besseren Signalqualität und deutlich schärferen Bildern.

Bereits in den 80er Jahren überboten sich Fachzeitschriften darin, den Lesern möglichst teure Kabel für die Verbindung zwischen Boxen und HiFi-Anlage zu empfehlen, weil diese viel »satter« klängen. Der deutlich bessere Klang indes war dann meist nur noch in komplizierten physikalischen Messungen nachweisbar, deren Werte jenseits des Hörvermögens der Nutzer lagen.

Natürlich ist die Marge bei teureren Kabeln für Hersteller und Verkäufer deutlich größer und schon allein deshalb eine Empfehlung wert. Wie Tests in EDV-Fachzeitschriften immer wieder belegen, gibt es indes keine messbaren Unterschiede bei Kabeln, die digitale Signale weiterleiten. Tun Sie sich also selbst den Gefallen, und greifen Sie durchaus zu namenlosen oder preiswerten Artikeln.

Ein Wort zu Garantiezusatzversicherungen

Sie sind bei Händlern und den Unternehmen der Versicherungswirtschaft gleichermaßen beliebt. Gemeint sind die Versicherungen, die eine deutliche Verlängerung der Garantie oder die Ausweitung von Reparaturoptionen versprechen. Auch hier haben zunächst beide Seiten etwas davon. Der Händler erhält eine Provision, wenn er den Kunden vom Abschluss überzeugt, und die Versicherung erhält Ihren Beitrag.

Ich persönlich wäre beim Abschluss einer solchen Gerätezusatzversicherung mehr als vorsichtig. Wie immer lohnt sich ein Blick in das Kleingedruckte. Prüfen Sie dort exakt, welche Fälle eigentlich abgedeckt werden. Gibt es eine Selbstbeteiligung und wie hoch ist diese? Ein enormer Stolperstein bei diesen Versicherungen: Auch wenn sich die Garantie auf fünf Jahre verlängert, springen die Versicherungen üblicherweise erst nach dem Ende des gesetzlichen Gewährleistungsanspruchs ein. Die ersten zwei Jahre müssen Sie sich also ohnehin direkt an den Hersteller und Händler wenden. Fazit: Sparen Sie sich das Geld lieber!

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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