Markdown unter Ubuntu: Mit Uberwriter und Pandoc

Wie an dieser Stelle bereits häufiger erwähnt, schreibe ich alle Artikel, Blogbeiträge und Bücher im Markdown-Format. In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie mit Markdown, dem Editor Uberwriter und dem Konvertierungsprogramm Pandoc unter Ubuntu arbeiten.

Auf dem Mac herrscht an Editoren, die Markdown interpretieren, wahrlich kein Mangel und auch unter Windows wird die Situation zunehmend besser. Umso mehr freut es mich, dass auch für Linux inzwischen Projekte begonnen wurden, um die Arbeit mit Markdown auch unter diesem Betriebssystem möglich zu machen.

Uberwriter – iA-Writer unter Linux

Der Entwickler von Uberwriter hat sich eindeutig von iAWriter auf dem Mac inspirieren lassen. Das sehen Sie dem Programm unmittelbar nach dem Start bereits an. Das tut seinem Nutzen aber keinen Abbruch. Das Programm ist ein Texteditor, der auf den Einsatz von Markdown spezialisiert ist. Die Markdown-Syntax wird automatisch interpretiert und visualisiert. Zusätzlich bietet die Software die Konvertierung des Textes auf Knopfdruck in die Formate:

  • HTML
  • PDF
  • ODT

Mit einem Klick auf »Preview« werden die Formatierungen interpretiert und Sie erhalten einen Blick auf das Dokument, wie es sich später auch im PDF oder einem anderen Zielformat darstellt.

Zwei Funktionen werden professionellen Schreibern besonders gefallen. Mit dem Fullscreen-Modus lässt das Programm seinen Nutzer wohltuend mit dem Text allein und blendet alles auf dem Desktop sonst aus. Zusätzlich wurde ein »Focus-Mode« integriert, der Texte außerhalb des aktuellen Absatzes in den Hintergrund treten lässt.

Uberwriter Editor unter Ubuntu

Um die Texte in andere Formate zu konvertieren, setzt Uberwriter auf den sehr guten Konverter Pandoc. Uberwriter benötigt zur Installation dieses Programm als Abhängigkeit. Leider hinkt die in den offiziellen Paketquellen enthaltene Version stets dem aktuellen Entwicklungsstand von Pandoc hinterher. Da dessen Programmierer sehr rührig ist und stets kleinere Verbesserungen bereitstellt, ist es besser, Pandoc separat zu installieren und die Konvertierung der Texte manuell durchzuführen. Das zeige ich Ihnen jetzt.

Pandoc unter Ubuntu installieren

Sie können Pandoc recht unkompliziert auf Ihrem System selbst aus den Quellen kompilieren, wenn Sie sich die Haskell-Plattform installieren und über dessen Paketmanager den Quellcode beziehen. Dazu öffnen Sie zunächst ein Terminal. Geben Sie dort ein:

sudo apt-get install haskell-platform 

Lassen Sie das System jetzt seine Arbeit tun. Ist die Installation abgeschlossen, lassen Sie das Terminal geöffnet. Geben Sie dort ein:

cabal updatecabal install pandoc 

Installation Haskell-Plattform Ubuntu

Mit dem ersten Befehl weisen Sie den integrierten Paketmanager an, die Quellen zu aktualisieren. Anschließend holen Sie sich den Quellcode von Pandoc und kompilieren die Binärdateien. Diese landen in einem verstecken Verzeichnis innerhalb Ihres Benutzerverzeichnisses. Um Pandoc aufzurufen, könnte dies so aussehen:

/home/<ihr benutzername>/.cabal/bin/pandoc 

Das ist auf Dauer natürlich etwas langwierig zu schreiben, auch wenn Sie die Vervollständigungsfunktion des Terminals verwenden. Deswegen legen Sie sich am besten einen Alias für den Programmaufruf im Terminal an.

Alias für Pandoc im Terminal anlegen

Um Ihnen Tipparbeit zu sparen, enthält Ubuntu die Option, einen Alias für das Terminal zu definieren. Statt eine lange Befehlszeile einzutragen, verwenden Sie dann einfach dieses Kürzel. Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie dort ein:

gedit ~/.bashrc 

Damit öffnen Sie die Konfigurationsdatei in einem Editor. Suchen Sie dort nach dem Abschnitt »Alias definitions«. Geben Sie dort jetzt das gewünschte Kürzel ein, nach dem Schema:

alias pan='Langer Befehl' 

Alias anlegen in der Bash Ubuntu

Statt »pan« nutzen Sie auf Wunsch Ihr eigenes Kürzel. Speichern Sie die Datei im Editor ab. Damit Ihnen das Kürzel unmittelbar zur Verfügung steht, müssen Sie jetzt nur noch einen kurzen Befehl eintragen:

source ~/.bashrc 

Wenn Sie jetzt den mit Uberwriter geschriebenen Text konvertieren wollen, wechseln Sie im Terminal in das Verzeichnis, in dem sich das Material befindet, und geben Ihr Kürzel ein. Anschließend noch die Pandoc-Optionen zur Konvertierung und Sie wandeln Ihren Quelltext mit der aktuellsten Version von Pandoc um.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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