Handgeschriebene Notizen auf dem iPad – die besten Apps

Sie möchten Ihr iPad in ein digitales Notizbuch verwandeln, in das Sie Ihre Gedankenblitze und Skizzen eintragen? Die Kombination aus einem Eingabestift und der richtigen App macht das möglich! Im AppStore buhlen eine Reihe solcher Programme um Ihre Gunst. Drei bemerkenswerte Anwendungen möchte ich Ihnen genauer vorstellen.

Bamboo Paper

Die App Bamboo Paper stammt von Wacom, dem bekannten Hersteller von Eingabegeräten für den PC. Seit einiger Zeit hat der Hersteller auch bereits eine Reihe von Eingabestiften für Tablet-PC im Angebot. Bamboo Paper bildet dabei das Gegenstück.

Im AppStore wird die Anwendung zwar als kostenlos beworben, das ist allerdings nicht ganz korrekt. Wer mehrere Papiervarianten nutzen will und gern verschiedene Notizbücher anlegen möchte, muss direkt aus der App die Vollversion erwerben.Dafür werden dann gut 1,80 Euro fällig.

Die Bedienung ist durchaus intuitiv. Von der Übersicht der Notizbücher legen Sie schnell einen neuen Eintrag ein. Wenn Sie die Titelseite vor sich sehen, gelangen Sie von dort durch Tippen auf das Zahnrad zu den Optionen des Buches. Dort suchen Sie sich die Farbe des Einbandes und das verwendete “Papier” aus. Natürlich ist auch eine individuelle Bezeichnung des Buches möglich.

Bearbeitung eines Notizbuchs in Bamboo Paper

Auf einer Seite können Sie bis zu fünf Fotos aus Ihrer Sammlung integrieren. Die Auswahl an Stiften ist allerdings begrenzt. Mehr als einen Marker und einen Füller gibt es nicht. Die Strichstärke und Farbe wählen Sie einfach mittels des Antippens des Zeichengeräts aus. Weitergeben können Sie einzelne Seiten oder ganze Notizbücher über die von iOS gewohnte Schaltfläche. Formate sind hier:

  • E-Mail
  • Foto-App
  • Evernote
  • Facebook
  • Twitter

Auch ein Ausdruck ist möglich. Wenn Sie ein Notizbuch vollständig weitergeben wollen, nutzen Sie dazu entweder Dropbox oder E-Mail, wobei Sie die Wahl haben, das Buch im generischen Format der App zu versenden oder ein PDF zu nutzen. Auch eine Weitergabe an Evernote ist auf diese Weise möglich.

Notiz in Bamboo Paper

Mit einem Eingabestift ergibt sich bei dieser App tatsächlich ein sehr natürliches Schreibgefühl. Ein ideales Programm für kurze Notizen oder Skizzen zwischendurch.

Noteshelf

Das Programm Noteshelf kostet knapp 6 Euro und bietet zusätzlich weitere In-App-Käufe, wenn Sie etwa andere Papierarten oder Einbände für Ihre Notizbücher wünschen. Der deutlich höhere Preis im Vergleich zu Bamboo sollte sich auch durch ein Mehr von Funktionen bemerkbar machen. Und das ist tatsächlich der Fall.

Store für inApp Käufe in Noteshelf

Ihre Notizbücher sind in einem übersichtlichen Regal untergebracht, wie Sie dies vom Kiosk des iPads kennen. Über den Schalter “Store” gelangen Sie zu den InApp-Käufen. Das Angebot hält weitere Einbände und Papiervorlagen für Sie bereit. Ein Besuch lohnt sich aber auch, wenn Sie nicht vorhaben, noch mehr auszugeben. Mit einem Druck auf “New” legen Sie ein neues Notizbuch an. Im nachfolgenden Dialog vergeben Sie einen Titel und entscheiden sich für das gewünschte Papier.

Nachdem Sie ein Buch angetippt haben, können Sie auch gleich mit dem Schreiben begonnen. Eine sehr durchdachte Funktion ist die “Wrist Protection”, die Sie über das Symbol mit der Hand aktivieren. Ist die Funktion ausgewählt, darf Ihr Handballen auf dem Display rufen, ohne dass Sie damit Ihr Werk beeinträchtigen.

Über die Symbolleiste stehen Ihnen drei verschiedene Stiftformen zur Verfügung. Tippen Sie darauf, legen Sie Farbe und Strichstärke intuitiv fest. Ebenfalls möglich ist die Eingabe von Texten mit der Tastatur sowie das Einsetzen von Symbolen und Smileys. Wenn Sie wollen, ergänzen Sie Ihre Seiten auch hier mit Einträgen aus Ihrem Fotoalbum.

Reichhaltige Auswahl an Stiften in Noteshelf

Sehr ausgefeilt sind die Optionen für die Weitergabe von Seiten aus einem Notizbuch. Mit einem Klick auf das Fernglas öffnen Sie den sogenannten Finder. Hier markieren Sie zunächst die Seiten, um die es geht und tippen dann auf das auch aus anderen Anwendungen bekannte Symbol. Sie haben dort zunächst die Wahl, ob Sie die Seiten als Bild oder PDF exportieren wollen. Anschließend legen Sie die verschiedenen Ziele fest:

  • E-Mail
  • iTunes
  • Dropbox
  • Evernote
  • Fotoalbum
  • Ausdruck

Vielfältige Exportfunktionen in Noteshelf

Dank der wirklich vielfältigen Papiersortimente hat Noteshelf wirklich das Zeug dazu, das klassische Notizbuch abzulösen. Die App reagiert flott und präzise auf die Eingaben mit dem Stift und erlaubt das Anlegen wirklich übersichtlicher Notizseiten.

WritePad

Das Programm WritePad nimmt in dieser Liste eine Sonderrolle ein. Denn die App ist zwar auch ein Notizbuch, aber in erster Linie ein Programm zur Erkennung der Handschrift, um die per Stylus vorgenommenen Eingaben unmittelbar zu erkennen und zu digitalisieren. Wenn Sie im iTunes-Store recherchieren, werden Sie auf durchwachsene Bewertungen stoßen. Diese negativen Erfahrungen kann ich indes nicht bestätigen, ganz im Gegenteil. Gute Ergebnisse werden auch Sie erhalten, wenn Sie diese Grundregeln beherzigen:

  • Achten Sie darauf, die zur Sprache, in der Sie die Eingaben vornehmen wollen, passende Version zu erwerben.
  • Nutzen Sie Option, die gesamte Seite für die Eingabe der Buchstaben zu verwenden.
  • Schreiben Sie einzelne Buchstaben und schreiben Sie dabei nicht zu klein.
  • Kontrollieren Sie mit einem Tipp auf das Zahnrad und anschließend “Buchstabenformen”, dass die Vorschläge zu Ihrer Art der Eingabe passen.

Stimmen diese Voraussetzungen leistet die App wirklich ganz hervorragende Arbeit. Ohne weiteres Training übersetzt die App Ihre Eingaben in digitale Buchstaben.

Writepad für Handschrifterkennung auf dem iPad

Fazit: Die absolut perfekte Notiz-App gibt es noch nicht. Aber sowohl Bamboo als auch Noteshelf sind hier bereits dicht dran.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

3 Kommentare zu Handgeschriebene Notizen auf dem iPad – die besten Apps

  1. Aus meiner Sicht fehlt Note Taker HD in dieser Auflistung.

    • Hallo,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich hatte auch überlegt, die App aufzunehmen (tatsächlich gibt es ja noch viel mehr). Allerdings mich dann dagegen entschieden, da sie sich etwa durch den separaten Eingabebereich doch etwas anderes verhält, als die Nachbildungen von Notizbüchern wie im Beitrag.

      Beste Grüße
      Stephan Lamprecht

      • Hi!

        Der separate Eingabebereich? Du meinst das Zoom-Fenster? Es geht doch auch ohne, aber das ist Geschmackssache.

        Tschüss / Ralph

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