Die Arbeit unter Ubuntu automatisieren – mit Cuttlefish

Aus der aktuellen Umfrage weiß ich, dass ein Teil meiner Leser an Werkzeugen zur Steigerung der Produktivität unter Linux interessiert ist. Deswegen möchte ich Ihnen heute einmal Cuttlefish vorstellen.

Das kann Cuttlefish

Das Programm überwacht Ihr System Ihr System auf das Eintreten von Ereignissen, die in der Sprache des Programms als »Stimulus« bezeichnet werden. Auf diese Ereignisse wird dann durch eine andere Reaktion geantwortet. Ereignisse können sein:

  • Starten oder Beenden einer bestimmten Anwendung
  • Aktivierung von Bluetooth oder Verbindung mit einem Bluetooth-Gerät
  • Erreichen eines Zeitpunktes
  • Anstecken eines USB-Geräts
  • Verbindung mit einem WLAN

Die daraufhin ausgeführten Reaktionen sind ebenso vielseitig. Dazu zählen u.a.:

  • Starten eines oder mehrerer Programme
  • Änderung der Lautstärke des Systems
  • Änderung des Bildschirmhintergrundes
  • Proxyänderungen

Das kleine Programm bietet also bereits einige Möglichkeiten, um regelmäßige Abläufe zu automatisieren, etwa beim Einbuchen in ein WLAN den Proxy zu verändern oder beim Starten der Textverarbeitung die Systemlautstärke zu verringern, damit Sie in Ruhe arbeiten können.

Cuttlefish installieren

Die Installation von Cuttlefish ist nicht schwierig, da die Entwickler ein DEB-Paket anbieten. Besuchen Sie einfach die URL https://launchpad.net/~noneed4anick/+archive/cuttlefish/+packages und laden Sie sich die Version auf Ihren Rechner. Mit einem Doppelklick wird die Anwendung danach wie gewohnt über das Software-Center installiert. Anschließend starten Sie Cuttlefish über die Dash von Ubuntu.

Mehrere Anwendungen mit Cuttlefish zeitgleich starten

Wahrscheinlich benötigen Sie zu Ihrer Arbeit täglich mehrere Anwendungen. Um sich die Mühe zu sparen, diese immer nacheinander zu starten, könnten Sie diese entweder von Ubuntu unmittelbar nach dem Systemstart aufrufen lassen. Oder Sie nutzen ab sofort Cuttlefish, was den Vorteil bietet, dass die Apps nur dann laufen, wenn Sie auch tatsächlich arbeiten wollen und nicht gerade eine DVD ansehen möchten.

Nach dem Programmstart werden Sie von einem noch leeren Programmfenster begrüßt. Klicken Sie auf »New«, um einen neuen Eintrag anzulegen. Vergeben Sie zunächst einen Namen. Mittels der beiden Schalter legen Sie fest, ob beim Aufruf der Funktion ein Hinweis auf dem Bildschirm erfolgen soll und ob der Eintrag in die Liste der Aktionen aufgenommen wird, die nach dem Klick auf das Programm-Icon erscheint.

Anlegen eines Reflex in Cuttlefish

Aktivieren Sie »Activated by Stimulus«. Danach klicken Sie auf den darunterliegenden Schalter, um die Liste der möglichen Ereignisse aufzurufen. In der Liste suchen Sie in der Kategorie »Applications« nach dem Eintrag »Application starts«.

Auswahl Stimulus Cuttlefish

Sie kehren zum ersten Dialog zurück. Aus der Liste wählen Sie nun die Anwendung aus, die Sie starten müssen, damit alle weiteren Aktionen ausgeführt werden.

Auswahl Anwendung als Stimulus

Wechseln Sie jetzt in das Register »Reaction«.

Die Liste dort ist noch vollständig leer. Klicken Sie auf das Pluszeichen und suchen Sie dort ebenfalls nach dem Kommando »Start application«.

Auswahl Reaktion Cuttlefish

Wenn Sie ein Programm starten wollen, das nicht über das Menü von Ubuntu erreicht werden kann, müssen Sie sich für den »Erweiterten Modus« entscheiden. So können Sie dann jedes ausführbare Datei aufrufen lassen und dieser auch noch weitere Parameter übergeben. Auf die gleiche Weise fügen Sie jetzt weitere Programme hinzu.

Festlegen Programm in Cuttlefish

Sie können das Fenster anschließend schließen und einen Test durchführen. Jetzt sollte Ihre Arbeitsumgebung bereits automatisch aufgerufen werden.

Ubuntu automatisch mit Cuttlefish herunterfahren

Ich muss zugeben, dass ich persönlich durchaus gern einmal vergesse, meine Rechner herunterzufahren. Mit der Option auf eine bestimmte Uhrzeit oder einen Tag zu reagieren, können Sie Cuttlefish diese Aufgabe erledigen lassen.

Dazu gehen Sie wie gerade gezeigt vor. Als »Stimulus« entscheiden Sie sich für »At time of day«. Nachdem Sie zum Ausgangsdialog zurückgekehrt sind, ändern Sie die Uhrzeit ab und deaktivieren einen oder mehrere Wochentage, an denen das Ereignis nicht eintreten soll. Die passende Reaktion finden Sie in der Kategorie »Power Management«.

Es sind die vielen täglich gesparten Handgriffe, die sich im Lauf der Zeit derart summieren, dass Ihnen einfach mehr Raum für das produktive Arbeiten bleibt. Cuttlefish ist eine App, die Ihnen hilft, Zeit zu sparen und bequemer unter Ubuntu zu arbeiten.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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