Steuertip für Selbstständige und Freiberufler – senken Sie die Steuerlast

Die Zeit drängt langsam. Wer sich noch nicht mit seiner Steuererklärung 2011 beschäftigt hat, sollte jetzt beginnen. Denn schließlich erwartet das Finanzamt die Erklärung zur Einkommenssteuer bis zum Stichtag 31.5.2012.

Ein kleiner Tipp für alle Selbstständigen und Freiberufler, die gern die Steuerlast für das Jahr etwas mindern wollen. Setzen Sie einen Investitionsabzugsbetrag an. Hinter diesem im schönen Amtsdeutsch gehaltenen Ausdruck verbirgt sich eine kostenlose Stundung Ihrer Steuerlast.

Die Idee dahinter: Sie legen zu gleichen Teilen in den drei Jahren vor der geplanten Anschaffung eines Wirtschaftsguts einen Betrag dafür zurück. Dieser mindert Ihren Gewinn und damit auch die Steuerlast. Dieses Modell ist nicht völlig neu, sondern bereits in der Vergangenheit als Ansparabschreibung bekannt.

Voraussetzung für die Bildung des Investitionsabzugsbetrags

Wie immer, haben die Finanzbehörden die Anerkennung eines solchen Betrags an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Sie müssen in dem Jahr, in dem Sie den Betrag geltend machen wollen (also in diesem Fall 2011) folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Gewinn gemäß der Einnahmen-Überschussrechnung darf vor dem Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht höher als 100.000 Euro sein.
  • Es muss sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut handeln.
  • Die Anschaffung darf maximal drei Jahre in Voraus geplant sein.
  • Der Gegenstand muss mindestens bis zum Ende des Jahres seiner Anschaffung im Betrieb verbleiben zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden.
  • Die geplante Investition ist zusammen mit der Einnahmen-Überschussrechnung beim Finanzamt einzureichen.

So geht’s: Investitionsabzugbetrag in der Praxis

Angenommen Sie planen die Anschaffung eines neuen Notebooks, da abzusehen ist, dass das aktuelle Gerät in drei Jahren aufgebraucht ist. Sie legen zunächst den Preis fest, beispielsweise für ein neues Macbook Pro mit 1800 Euro.

Sie können in den nächsten Jahren nun problemlos 30% dieses Anschaffungswertes von Ihrem Gewinn abziehen. Also 540 Euro pro Jahr, für die Sie weniger Steuern zahlen.

Schaffen Sie sich im dritten Jahr das Wirtschaftsgut tatsächlich an, müssen Sie den zurückgelegten Betrag wieder dem Gewinn zurechnen. Wenn Sie den Gegenstand dann aber erwerben, mindern die Anschaffungskosten ja wieder den Gewinn, sodass Ihnen kein Nachteil entsteht.

Der Investitionsabzugsbetrag muss allerdings im dritten Jahr dem Gewinn vollständig zugerechnet werden, wenn Sie das geplante Wirtschaftgut nicht anschaffen. Daraus erwächst Ihnen aber kein Nachteil, solange Sie den Betrag als Gewinn (genauer gesagt als Hinzurechnung) wieder aufführen. Die Steuerersparnis der Vorjahre bleibt Ihnen natürlich.

Programme für die Gewinnermittlung (wie etwa die Steuerspar Erklärung der Akademischen Arbeitsgemeinschaft) sollten Ihnen automatisch dabei helfen, den Überblick über diese Rücklagen zu behalten.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

1 Kommentar zu Steuertip für Selbstständige und Freiberufler – senken Sie die Steuerlast

  1. Hallo,

    —–
    Der Investitionsabzugsbetrag muss allerdings im dritten Jahr dem Gewinn vollständig zugerechnet werden, wenn Sie das geplante Wirtschaftgut nicht anschaffen.
    ——

    Da ich habe schon oft was anderes gelesen, hier z. B. aus Wikipedia:


    Zitat:
    Unterbleibt die Investition (§ 7g Abs. 3 EStG) oder wird die Nutzungsfrist nicht eingehalten (§ 7g Abs. 4 EStG), ist der Investitionsabzugsbetrag rückgängig zu machen. Eine Verzinsung erfolgt nur im Rahmen von § 233a AO.

    D. h. wenn man das Wirtschaftsgut nicht anschaft, dann wird Rückwirkend der 3 Jahre alte Steuerbescheid wieder geändert und man darf darauf auch noch Zinsen zahlen.

    dann:

    Der Gegenstand muss mindestens bis zum Ende des Jahres seiner Anschaffung im Betrieb verbleiben zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden.

    Nach meiner Recherche und der Meinung meines Steuerprogramms muss der Gegenstand bis zum ende des (!)Folgejahres zu 90% im inländischen Betrieb genutzt werden.

    dann:

    Sie können in den nächsten Jahren nun problemlos 30% dieses Anschaffungswertes von Ihrem Gewinn abziehen. Also 540 Euro pro Jahr, für die Sie weniger Steuern zahlen.
    —-

    Man darf in einem Jahr für das anzuschanfende bis zu 40% des vorrausichtlichen Kosten einen Investitionsabzugsbetrag erstellen.
    In diesem Wirtschaftsjahr – also nicht pro Jahr.

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