So startet Ihr Rechner schneller (Windows)

Sie haben den Eindruck, dass Ihr Windows-PC immer langsamer startet? Wenn der Systemstart zur Geduldsprobe wird, kann das auf Probleme beim Hochfahren deuten. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wo Sie für einen schnelleren Systemstart ansetzen können und wie Sie das Hoch- und Heruntefahren von Windows 7 besser überwachen.

Aktivieren Sie die Bildschirmausgaben beim Start

Wie Linux oder auch MacOS (nach dem Drücken von CMD+V beim Start) kann auch Windows direkt auf dem Bildschirm eine Rückmeldung darüber geben, welche Treiber und Komponenten geladen werden. Wenn Sie die Ausgabe dieses sogenannten Verbose Mode beobachten, kommen Sie eventuellen Problemen auf die Spur. Die Protokollierung kann aber den Bootvorgang verlangsamen. Deswegen sollten Sie die entsprechenden Einstellungen nach der Diagnose auch wieder deaktivieren.

Windows kann Ihnen ein ausführliches Protokoll des Bootvorgangs auf die Platte schreiben. Sollte die visuelle Anzeige keine Auffälligkeiten bringen, ist die umfangreiche Datei eine gute Informationsquelle. Etwas komprimierter sind die Meldungen zum Systemstart.

Um die Protokollierung einzuschalten, klicken Sie auf Start und geben Sie das Suchfeld am unteren Rand msconfig ein. Wechseln Sie in das Register Start. Aktivieren Sie dort den Eintrag Betriebssystem-Startinformationen um visuelle Rückmeldung zu erhalten. Soll Windows zusätzlich auch eine Protokoll-Datei anlegen, klicken Sie auf Startprotokollierung. Dieses Protokoll können Sie sich später jederzeit mit einem Editor ansehen. Dazu suchen Sie im Stammverzeichnis der Platte nach der Datei ntbtlog.txt.

Aktivieren Systemprotokoll beim Systemstart

Zusätzlich kann Windows Ihnen auch beim Laden des Desktops und Beenden Statusinformationen liefern. Hierzu müssen Sie allerdings an der Registry arbeiten.

Klicken Sie dazu Start und tragen Sie in das Suchfeld regedit ein. Suchen Sie hier den Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System. Fügen Sie per Rechtsklick im rechten Bereich des Fenster einen neuen Wert im Format 32-bit DWORD ein, geben Sie den Namen VerboseStatus und setzen Sie diesen auf einen Wert von 1.

Treiberinfo aktivieren Windows 7

Wenn Sie nun Windows starten und beenden, erhalten Sie direkt auf dem Schirm Hinweise, auf eventuell nicht gefundene Treiber oder andere Probleme.

Schnellere Hardware, schnellerer Systemstart

Wirklich wahre Wunder wirkt der Austausch der verwendeten Hardware. Gerade wenn das Gerät schon etwas älter ist, beschleunigt die Aufrüstung des Arbeitsspeichers den Systemstart stark. Und wenn Sie statt der klassischen Festplatte eine SSD-Platte einbauen, wird das System noch einmal so schnell.

Startreihenfolge im BIOS ändern

Viele Systeme sind so konfiguriert, dass zunächst geprüft wird, ob ein bootfähiger Datenträger in einem externen Laufwerk vorhanden ist. Erst danach wird das installierte Betriebssystem von der Festplatte gestartet. Diese Reihenfolge können Sie im BIOS des Rechners ändern. Wenn Sie beim Systemstart die Taste Entf drücken (oder die Ihnen vom System angezeigte Taste), betreten Sie das BIOS und können dort unter Boot Order festlegen, dass immer gleich von der Festplatte gestartet wird. Wenn Sie doch einmal von DVD starten wollen, ändern Sie bei Bedarf die Reihenfolge wieder um.

Autostart-Programme überprüfen

Windows lädt eine Reihe von Anwendungen beim Systemstart. Darunter sind auch viele Programme, die Sie selbst nicht für den Autostart vorgesehen haben. Ob Anti-Virus-Software, das Programm für das Homebanking oder Adobes Acrobat. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie automatisch auf vorhandene Updates prüfen. Dazu muss aber ein kleines Programm gestartet werden. Im Laufe der Zeit sammelt sich hier einiges.

Hier hilft Ihnen erneut msconfig. Starten Sie die Software und wechseln Sie hier in das Register Systemstart. Deaktivieren Sie dort die Programme, die Sie nicht benötigen.

Autostart-Programme unter Windows 7

Nicht benötigte Dienste später starten

Neben Programme werden auch sogenannte Dienste geladen. Die bereits erwähnten Update-Funktionen können auch als Dienst implementiert sein. Richten Sie einen verzögerten Start eines solchen Dienstes ein. Damit verzichten Sie nicht auf den Komfort der automatischen Überprüfung, dennoch starten Sie das System schneller.

Geben Sie in das Suchfeld nach dem Klick auf Start den Begriff Dienste ein. Klicken Sie auf den Treffer unter Programme. Sie erhalten jetzt eine Übersicht der vorhandenen Dienste sowie seinen Status.

Verzögerten Start eines Dienstes aktivieren

Jetzt ist lediglich wichtig, dass Sie nicht einen Dienst erwischen, der für die Ausführung von Windows notwendig ist. Generell sollten Sie von allen Einträgen die Finger lassen, die etwas mit der Konfiguration des Netzwerks zu tun haben. Haben Sie beispielsweise einen Service für die Suche nach Updates gefunden, klicken Sie auf den Eintrag doppelt. In den Eigenschaften des Dienstes können Sie unter Starttyp den verzögerten Start aktivieren. Nach meiner Erfahrung kann dies den Systemstart signifikant beschleunigen.

Statische IP-Adresse vergeben

Während des Systemstarts verbringt Ihr Rechner einige Zeit mit dem Aushandeln einer IP-Adresse mit dem Router Ihres Netzwerks. Dies können Sie beschleunigen, in dem Sie dem Rechner eine statische IP-Adresse zuweisen. Wenn Sie beim Router diese Adresse zusätzlich reservieren (lesen Sie dazu bitte im Handbuch des Routers nach), wird die Netzwerkverbindung deutlich schneller eingerichtet.

Öffnen Sie das Netzwerk- und Freigabecenter. Klicken Sie dort auf Adaptereinstellungen ändern. Im nachfolgenden Dialog klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag der Netzwerkverbindung und wählen hier Eigenschaften.

Adaptereigenschaften Netzwerk ändern Windows 7

Wählen Sie aus der Mitte des nachfolgenden Fensters das Internetprotokoll aus. Klicken Sie auf Eigenschaften. Im Register Allgemein können Sie jetzt eine statische Adresse eintragen.

Statische IP-Adresse vergeben Windows 7

Haben Sie weitere Tipps für einen schneller Systemstart?

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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