Wie Sie Arbeitsunterbrechungen vermeiden

Jeder, der produktiv arbeiten will, muss im Laufe eines Arbeitstages mit Unterbrechungen und Störungen rechnen und damit umgehen. Und dies betrifft wirklich jeden, egal ob im Büro mit Kollegen oder als Selbstständiger in den eigenen vier Wänden.

Ständig unterbrochen zu werden, ist aber kein Naturgesetz. Und mit einigen einfachen Dingen können Sie die Zahl der Störungen verringern.

Lassen Sie andere wissen, dass Sie Ruhe benötigen

Informieren Sie Ihr Umfeld darüber, dass Sie jetzt Ruhe benötigen und nicht gestört werden wollen, weil Sie sonst die Aufgabe nicht schaffen, an der Sie arbeiten. Wenn Sie den Luxus besitzen, mit einer Assistenz arbeiten zu können, leiten Sie das Telefon dorthin und informieren Sie Ihren Assistenten.

Arbeiten Sie zu Hause, erklären Sie Ihrem Partner und Ihren Kindern, dass Sie an einer schwierigen Aufgabe sitzen und wie wichtig es Ihnen ist, diese zu erledigen. Gewöhnen Sie sich auf jeden Fall an, störende Personen zunächst abzuweisen. Erklären Sie, dass Sie gerade sehr konzentriert an etwas arbeiten und sich in einer halben Stunde melden werden.

Häufig bietet diese Strategie den Vorteil, dass die Person sich in dieser Zeit an jemanden anderen wendet oder selbst eine Lösung für das Problem findet. So brauchen Sie nicht einzugreifen.

Lassen Sie Telefonate und E-Mails ruhen

An den meisten Störungen, die uns ereilen, sind wir leider selbst schuld. Denn die Neugier treibt uns dazu, ans Telefon zu gehen, sobald es klingelt. Und der Wunsch zu wissen, wer uns jetzt gerade eine E-Mail geschrieben hat, lässt uns ständig den Posteingang überprüfen. Diese Gewohnheit lenkt Sie aber ab. Deswegen sollten Sie darauf verzichten! Vor allen Dingen sollten Sie bedenken, dass eine schnelle Antwort auf eine Nachricht in den meisten Fällen eine ebenso schnelle weiter Mail provoziert. Schnell befinden Sie sich in einem Kreislauf, der Sie immer weiter von der Aufgabe entfernt, die Sie eigentlich erledigen wollten.

Prüfen Sie Ihre Nachrichten, wnen Sie einen Punkt erreicht haben, an dem Sie Ihre aktuelle Arbeit unterbrechen können.Nicht vorher!

Werden Sie zum Vorbild

Wenn Sie von anderen Kollegen und Ihre Mitmenschen erwarten, dass diese Ihre produktiven Phasen respektieren, müssen Sie dies auch selbst tun. Werden Sie in dieser Hinsicht zum Vorbild! Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Kollege gerade beschäftigt ist, stören Sie ihn nicht. Schreiben Sie zu einem späteren Zeitpunkt eine E-Mail oder nehmen Sie sich vor, ihn in der Angelegenheit im Laufe des Tages zu konktaktieren.

Wenn Sie mit ihm persönlich sprechen müssen oder wollen, beginnen Sie das Gespräch mit der Frage, ob es ihm jetzt gerade passt oder ob Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf ihn zukommen sollen.

Weichen Sie auf Randstunden aus

Eine sehr gute Möglichkeit, Störungen vollständig aus dem Weg zu gehen, besteht darin, dann zu arbeiten, wenn es die anderen noch nicht oder nicht mehr tun. Wenn Sie es einrichten können und dürfen, vor den Kollegen mit der Arbeit zu beginnen oder später am Arbeitsplatz zu erscheinen, werden Sie überrascht sein, wie sich die Ruhe im Büro auch auf Ihre Inspiration auswirkt. Weichen Sie also auf Randstunden aus, wenn Sie an einer besonders kniffligen Aufgabe sitzen.

Haben Sie weitere Tipps, um mit Störungen während der Arbeit zurecht zu kommen?

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

4 Kommentare zu Wie Sie Arbeitsunterbrechungen vermeiden

  1. Gute Tipps, danke dafür! Was auch hilft: sagen wann man wieder verfügbar ist. Wenn zum Beispiel jemand einen unbedingt erreichen will fällt das Warten oft leichter wenn die Person weiß: Ah, ab 16 Uhr kann ich 🙂

  2. Der Tipp mit den Randstunden ist wirklich gut – verlangt aber auch einiges an Disziplin. Eine weitere Möglichkeit ist auch, Home Office Zeiten zu vereinbaren, zu denen man in Ruhe von zu Hause aus arbeiten kann. Das ist heute eigentlich bei jedem Bürojob theoretisch möglich – wie man den Chef praktisch überzeugt, lässt sich auch bei uns im Blog nachlesen.

    Liebe Grüße,
    Tanja

  3. Die Tipps sind gut – und praktikabel. Und vernünftig. Denn Unterbrechungen kosten extrem viel Zeit, weil sie die Produktivität ausbremsen.

    Häufige Reaktion jedoch, die ich auf solche Tipps höre: „In meinem Job geht das nicht“ oder „Ich muss ständig erreichbar sein, weil Kunden im Haus sind“ oder „ich sitze im Großraumbüro, da ist man eben nicht ungestört.“

    Meine Erfahrung dagegen: In vielen Fällen ist es dennoch möglich, seine Kollegen, Chefs, Kunden zu erziehen und sie daran gewöhnen, immer wieder konzentriert an einer Sache arbeiten zu wollen. Schließlich ist es zum Wohle aller, produktiv zu sein.

    Man muss nur damit anfangen und immer wieder darauf hinweisen. Und man darf sich auch selbst nicht von solchen Glaubenssätzen oder von der bisherig im Unternehmen herrschenden Praxis einschüchtern lassen.

    Die Kollegen lassen sich alle permanent ablenken? Na ja, dann sind die selbst schuld, Sie dagegen wollen und werden produktiv arbeiten!

    Nein sagen hilft, auch wenn es sich am Anfang vielleicht ungewohnt anfühlt.

    🙂
    Ralf

    • Hallo, Ralf,

      vielen Dank für Deinen Kommentar:

      Das ist genau meine Rede an dieser Stelle. Wer bei solchen Tipps und Hinweisen immer entgegnet, dass das alles in seinem Umfeld nicht geht, gehört zu den Getriebenen, die sich auf die Dauer ausbrennen werden. Oder wie heißt es immer: Take it, Change it, leave it. Und ich glaube ganz fest daran, auch weil eigene Erfahrungen mich da immer wieder bestärkt haben, dass sich etwas ändern lässt-

      Beste Grüße
      Stephan

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