Den Überblick behalten – entspannter mit Versionskontrolle am Mac arbeiten

Einmal unbedacht in der falschen Datei auf “Speichern” geklickt und schon kann die Arbeit von Stunden verloren sein. Viele Mac-User verlassen sich leider zu sehr auf Time Machine. Es leistet zwar gute Dienste, aber wenn die Änderungen in einer Zeit zwischen den Sicherungsintervallen erfolgt sind, steht vielleicht noch keine ältere Version als Backup zur Verfügung. Und spätestens wenn ein Kollege eine Änderung an einer Datei überschrieben hat, erscheint der Einsatz einer Versionskontrolle sinnvoll.

Aufgaben einer Versionsverwaltung

Eine Versionsverwaltung bewahrt den Nutzer vor diesen Missgeschicken. Es speichert die Dokumente, an denen gearbeitet wird, in einem eigenen Bereich oder einer Datenbank. Sollen Änderungen vorgenommen werden, erstellt sich der Anwender eine Arbeitskopie und bearbeitet diese. Die Originale bleiben davon unangetastet. Beim Anlegen dieser Arbeitskopie (Auschecken) lässt sich auch der Zugriff auf andere Anwender sperren, was aber eher der unübliche Weg ist. Sind die Änderungen erfolgt, werden die Dateien wieder an die Versionsverwaltung übergeben. Es liegen damit also zwei Varianten der Ausgangsdokumente vor.

Mit den erweiterten Funktionen eines solchen Programms können die Änderungen, die von verschiedenen Anwendern an den Dateien vorgenommen worden sind, zusammengeführt werden. Solche Programme zur Versionierung, zum Beispiel Subversion, machen die verteilte Softwareentwicklung in größeren Teams erst möglich und bilden die Basis vieler erfolgreicher Opensource-Projekte.

Aber auch der Einzelkämpfer kann von der Arbeit mit einer Versionsverwaltung profitieren. Da man immer nur an den Arbeitskopien arbeitet, sind Pannen so gut wie ausgeschlossen. Hat man dennoch einen Fehler gemacht, lässt sich dieser durch die älteren Versionen wieder ungeschehen machen.

Versions – Versionskontrolle auf dem Mac

Installation und Einrichtung von Subversionen versprühen den Charme von Terminal-Sitzungen aus der Frühzeit der Computer. Grundsätzlich braucht es für die Arbeit mit dem System keinerlei grafische Oberfläche. Allerdings ist die Einrichtung auch nicht unbedingt für Einsteiger geeignet. Viele einfacher und eleganter ist Versions. Ein Client für bereits bestehende Subversion-Installationen, der sich aber auch lokal nutzen lässt und dabei eine eigene Variante von Subversion installiert. Sie können das Programm vier Wochen kostenlos testen, also in Ruhe ausprobieren, ob Ihnen die Arbeitsweise mit einer Versionskontrolle liegt.

Dazu laden Sie sich die aktuelle Version aus Ihren Mac und entpacken das Archiv am besten in Ihren Programm-Ordner. Jetzt starten Sie das Programm wie gewohnt.

Einrichtung eines lokalen Repository

Der erste Schritt besteht darin, einen Datenspeicher für die Projektdateien anzulegen. In diesem Repository landen alle Dateien, die Sie ändern und neu anlegen. Klicken Sie dazu in der linken Navigation auf das Pluszeichen. Entscheiden Sie sich dort für den Eintrag Create Local Repository. Vergeben Sie jetzt einen Namen und legen Sie fest, wo auf Ihrem System dieser Datenspeicher angelegt werden soll. Mit einem Klick auf Create beenden Sie die Eingabe.

Namen für das Repository angeben

Damit haben Sie einen leeren Speicherplatz angelegt. Um jetzt bereits vorliegende Dokumente als erste Version in den Speicher zu legen, klicken Sie in der Mitte des Fenster auf Browse und markieren dort den gerade erstellten Eintrag. Über File, Import oder einen Rechtsklick öffnen Sie jetzt den Ordner, der die Dokumente auf Ihrem System enthält. Sie haben in diesem Dialog die Wahl, ob Sie diesen Ordner als Verzeichnis innerhalb des Datenspeichers anlegen wollen, oder ob die Elemente im Stammverzeichnis des Repository gelegten werden sollen (“Into selected item”).

Import von Dateien in Versions

Klicken Sie jetzt auf Import. Das Programm fordert von Ihnen jetzt eine kurze Beschreibung ab. Durch diese Meldungen können Sie später in der Versionsverwaltung leichter erkennen, woran Sie gearbeitet haben. Mit Commit starten Sie den Import.

Damit sind alle Vorbereitungen beendet. Sie können mit der Arbeit beginnen.

Erst auschecken, dann bearbeiten

Dazu erstellen Sie sich jetzt eine Arbeitskopie. Das bedeutet, dass Sie an einem anderen Ort Ihres Systems eine Kopie der Inhalte des Datenspeichers anlegen. Sie nehmen Veränderungen lediglich an dieser Arbeitskopie vor.

Markieren Sie dazu unter Browse das Projekt und klicken Sie auf Checkout. Sie vergeben einen Namen für die Arbeitskopie und legen fest, wo auf Ihrem System Sie diese speichern wollen. Jetzt können Sie mit dem Auschecken beginnen.

Nehmen Sie Änderungen vor und checken Sie diese wieder ein

Wenn Sie sich an die einzige Vorgabe halten, lediglich Änderungen an der Arbeitskopie vorzunehmen, kann nichts mehr schiefgehen. Öffnen Sie eine Datei und bearbeiten Sie diese. Oder legen Sie ein neues Dokument an. Versions bzw. das dahinterliegende Subversion bemerkt diese Änderungen und protokolliert sie. Sie erkennen dies daran, wenn Sie wieder zu Versions zurückwechseln und sich dort das Projekt ansehen. Ein kleines Symbol vor dem Eintrag zeigt Ihnen an, dass die Datei bearbeitet oder neu angelegt worden ist.

Eine geänderte Datei in Versions

Wenn Sie einen Arbeitsstand erreicht haben, den Sie als neue Version an das System übergeben wollen, wechseln Sie zu Versions. Klicken Sie dort auf Commit, um die Änderungen zu übernehmen. Erneut fragt Sie das Programm nach einer kurzen Erläuterung. Einen Klick später übernehmen Sie die Änderungen in eine neue Version.

Versions erleichtert die Arbeit mit Projekten, die sich aus vielen Dateien und Dokumenten zusammensetzen, enorm. Für 39 Euro erhalten Sie eine unkomplizierte Software, die Sie vor kryptischen Subversion-Kommandos verschont.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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