Warum Sie als Selbstständiger Selbstdiziplin brauchen

Sie arbeiten als Selbstständiger? Als Freelancer wissen Sie, dass in dem Satz „Selbst und ständig arbeiten“ eine Menge Wahrheit steckt. Gerade in der Anfangszeit ist der Schritt in die Selbstständigkeit keine ganz einfache Sache. Um erfolgreich zu bestehen, ist eine große Portion Selbstdisziplin eine wichtige Voraussetzung.

Natürlich genießen Sie als Freelancer eine Menge Freiheiten. Sie können sich Ihre Arbeitszeit einteilen, Sie können entscheiden für wen Sie arbeiten wollen und niemand redet Ihnen in Ihre tägliche Arbeit hinein. Doch wer alle diese Freiheiten in vollen Zügen auskostet, gefährdet unter Umständen seinen eigenen Erfolg. Mäßigen Sie sich also und prüfen Sie doch einmal selbst, wie es um Ihre Selbstdisziplin in diesen Belangen steht: [unordered_list style=“arrow“]

  • Sind Sie sparsam?: Als Selbstständiger wird es Phasen geben, wo Sie einen „Lauf haben“. Kunden scheinen wie von selbst zu kommen und Sie erhalten so viele Aufträge, dass Sie diese kaum bewältigen können. Dementsprechend viel Geld werden Sie für Ihre getane Arbeit bekommen. Ganz wichtig ist es, in solchen Phasen trotzdem sparsam zu bleiben. Versuchen Sie so viel Geld wie möglich zu sparen und an die Seite zu legen. Es werden mit Sicherheit auch Durststrecken vor Ihnen liegen. Budgets, die plötzlich doch nicht zur Verfügung stehen. Aufträge, die in Aussicht gestellt worden sind, dann aber zurückgezogen wurden. Sie brauchen unbedingt ein finanzielles Polster, um auch in Zeiten geringer oder keiner Einnahmen weiter Ihren Verbindlichkeiten nachzugehen.
  • Lernen Sie dazu?: Selbst wenn die heiße erste Phase der Gründung bereits hinter Ihnen liegt. Langweilig dürfte Ihnen kaum sein, schließlich gibt es immer genügend Dinge, die Sie erledigen wollen oder müssen. Auch wenn Ihre Tage prall gefüllt sind, dürfen Sie die eigene Weiterbildung nicht vergessen. Sie müssen neueste Entwicklung in Ihrem Fachgebiet im Auge behalten. Ständig dazu lernen, um erfolgreich am Ball bleiben zu können. Das Wissen auf Ihrem Fachgebiet ist Ihre Schlüsselqualifikation! Deswegen sollten Sie sich regelmäßig Zeit reservieren, um Fachzeitschriften zu lesen oder auch Fortbildungen zu besuchen. Und das kostet Selbstdisziplin!
  • Engagieren Sie sich ehrenamtlich?: Natürlich wäre es toll, wenn Sie jede geleistete Arbeit auch direkt abrechnen könnten. Aber ganz so leicht ist es eben nicht. Wenn Sie gezieltes Marketing in Form von Blogs oder kostenlosen Fachartikeln betreiben, ist die dafür aufgebrachte Zeit eben nicht 1:1 einem Kunden zuzurechnen. Ob es sich gelohnt hat, stellt sich erst dann heraus, wenn Sie über Ihr Blog eine Kundenanfrage erhalten haben, aus der ein Auftrag wird. Auch ehrenamtliches Engagement können Sie nicht abrechnen, aber dennoch kann es sich auszahlen. Gibt es einen Berufsverband, in den Sie eintreten könnten? Dann tun Sie dies. Bleiben Sie aber nicht „stilles Mitglied“ sondern besuchen Sie Veranstaltungen und lernen Sie andere Freelancer Ihrer Branche kennen. Natürlich begegnen Ihnen diese auch als Mitbewerber im Kampf um Kunden. Aber wie oft bieten sich eben auch Chancen, gemeinsam einen großen Kunden zu betreuen, den jeder für sich niemals bekommen hätte. Deswegen ist auch das Engagement in Ehrenämtern eine wichtige Sache. Menschen miteinander bekannt zu machen, mit seinem Netzwerk zu arbeiten. Das kostet alles Arbeit und vor allem Selbstdisziplin.
  • Haben Sie Ihre Emotionen im Griff?: Die Chancen stehen gut, dass Sie als Selbstständiger mit mehr Menschen zu tun haben werden als in einem Angestelltendasein. Sie werden Unternehmen in unterschiedlichen Phasen kennen lernen. Und natürlich wird auch bei Ihnen der Tag kommen, wo der Kunde mit einer Arbeit nicht zufrieden ist. Auch Sie werden einmal einen Anruf erhalten, in denen Ihnen ein Entscheider mitteilnt, dass man nicht mehr mit Ihnen zusammenarbeiten will. Oder Sie haben sich stark in einer Angebotsphase engagiert, aber sind leider im Pitch nur zweiter geworden. Natürlich ist das ärgerlich und natürlich dürfen Sie sich auch darüber ärgern. Sie dürfen nur nicht den Fehler begehen, und diesen Ärger auch nach draußen lassen. Behalten Sie Ihre Emotionen im Griff. Es erfordert eine enorme Selbstdisziplin auch in solchen Momenten freundlich und verbindlich zu bleiben. Es ist aber ganz wichtig. Wenn Sie einen Auftrag nicht erhalten haben, ist das nicht persönlich gemeint. Es war jemand anderes preiswerter oder dessen Konzept interessanter. Wenn Sie bei der Ablehnung Ihre Emotionen im Griff behalten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man Ihnen bei der nächsten Vergabe eine neue Chance gibt.
[/unordered_list] [box style=“rounded“]Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Thema Selbstdisziplin? Haben Sie weitere Tipps und Empfehlungen?[/box]
Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

3 Kommentare zu Warum Sie als Selbstständiger Selbstdiziplin brauchen

  1. RT @slamprecht: geschrieben: Warum Sie als Selbstständiger unbedingt Selbstdisziplin brauchen http://www.der-lifehacker.de/2011/03/war... #freelancer #selbstdi …

  2. Ich denke, dass dieses „selbst und ständig“ arbeiten eben nicht der richtige Weg ist und Selbstdisziplin eben dazu nötig ist, kontinuierlich und EFFEKTIV die Energien einzusetzen.
    „Selbst und Ständig“ hört sich für mich nach Hamsterrad an und das ist alles andere als effektiv.

    • Hallo, Regina,

      danke für Deinen Kommentar. Ich habe jedenfalls noch keinen Selbstständigen getroffen, der in der Anfangsphase seiner Gründung mit dem erstrebenswerten 8-Stunden Tag ausgekommen ist. Die, die das geschafft haben, gründeten aus einer Festanstellung heraus. Also mehr oder weniger nebenberuflich. Das ist aus meiner Sicht nicht zu vergleichen. Und, dass man ständig selbst arbeitet, ist glaube ich das Schicksal aller Einzelunternehmer 🙂

      Beste Grüße

      Stephan

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