Umfassende Lebens- und Aufgabenplanung am Mac: Opus Domini

Die PC-Veteranen unter Ihnen erinnern sich vielleicht noch an das Programm Lotus Organizer, das Mitte der 90er Jahre recht populär war. Opus Domini setzt in seiner Optik auf das gleiche Prinzip und ahmt mit seiner Oberfläche einen Organizer aus Papier nach.

Installation und Einrichtung

Sie erhalten die Anwendung direkt auf dem App-Store aus der Rubrik Produktivität. Nach dem Start sollten Sie unmittelbar die Optionen aufrufen. In der Rubrik „Weather“ klicken Sie auf „Lookup“ und geben den Namen Ihres Wohnorts in die Suche ein. Mit einem Doppelklick aktivieren Sie diesen Ort, um die korrekten Wetterdaten innerhalb des Kalenders sehen zu können.

Einrichtung Wetterdaten

Die Software greift auf Ihre Termine in iCal zurück. Deswegen müssen Sie in der entsprechenden Rubrik die gewünschte Datenbank aktivieren.

Tagesplanung

Das zentrale Element dieses Kalenders stellt die Tagesplanung dar. Würde es sich um einen klassischen Planer handeln, müssten Sie sich die Einlagen für die Tagesplanung auf zwei Seiten besorgen. Eine Seite ist für die Anzeige der Termine und die aktuellen Aufgaben des Tages reserviert. Die zweite Seite präsentiert Ihnen die Wetterdaten und bietet ausreichend Platz für Notizen.

Tagesplanung

Was Sie mit Sicherheit recht schnell in Ihren Bann ziehen wird, ist die Ästhetik des Programms. Dass sich die Seiten tatsächlich umblättern, wenn Sie in einen anderen Bereich wechseln, versteht sich fast von selbst. Neue Termine legen Sie mittels Doppeklick an. So wie Sie es auch von iCal gewohnt sind.

Handelt es sich um eine Besprechung, klicken Sie auf einen Termin mit der rechten Maustaste. Aus dem Kontextmenü wählen Sie das Kommando „Appointment Panner“. Auf der anschließend angezeigten Einlage planen Sie den Termin durch.

Besprechungsplaner

Im Zentrum des Programm steht allerdings die Aufgabenplanung. Diese ist klassisch aufgebaut. Einen Ansatz nach GTD suchen Sie also vergeblich. Stattdessen werden alle, die nach den Vorschlägen von Covey planen, endlich eine Lösung finden, die genau auf diesen Ansatz optimiert ist.

Dies beginnt bei der Priorisierung der Aufgaben, die nach dem Schema A,B,C funktioniert. Die Fälligkeit einer Aufgaben legen Sie durch den eigentlichen Eintrag fest. Auch hier verhält sich die Software wie ein klassischer Planer. Sie wechseln also zum Tag der Fälligkeit bzw. dem Datum, an dem Sie die Aufgabe erledigen wollen und tragen Sie dort ein.

Zu jedem Eintrag der Liste können Sie ein Kontextmenü aufrufen. Darüber ist es problemlos möglich, einen Eintrag auf ein anderes Datum zu verschieben oder auch Notizen anzulegen.

Zielplanung

Soll die Planung möglichst umfassend sein, gehören auch Ziele dazu. Ziele in diesem Sinne nicht nicht gleichbedeutend mit Projekten. Hier geht es um Themen und Dinge, die Sie persönlich erreichen wollen. Das kann der erfolgreiche Abschluss eines Projekts sein, aber auch ein persönliches Ziel in einer Ihrer Lebensrollen.

Zielplanung

Ziele tragen Sie innerhalb des Registers „Goals“ wie Aufgaben ein. Sie unterscheiden sich von einfachen Aufgaben dahingehend, dass sie einerseits einen längeren Zeithorizont umfassen. Zum anderen befindet sich neben dem Eintrag eines Zieles ein kleiner Regler, über den Sie den Fortschritt auf das Ziel einstellen. Wollen Sie das Ziel zu einem definierten Zeitpunkt erreicht haben, ziehen Sie den Eintrag in den rechts dargestellt Kalender.

Kompass und Rollen

Ein Bereich, den Sie so nicht in einer anderen Software finden werden, ist der „Compass“. Hier werden verschiedene Aspekte Ihres Lebens berücksichtigt. Gesundheitliche, geistige oder auch soziale Dimensionen sind hier einzutragen.

Generell verwalten Sie dort Gewohnheiten, die Sie ändern wollen oder Tätigkeiten, die Sie regelmäßig ausüben wollen und die einen dieser Aspekte berühren. Haben Sie sich vorgenommen, mehr an die Luft zu gehen? Dann hinterlegen Sie diese Tätigkeit im Kompass. Über einen Schieberegler, der natürlich lediglich subjektiv zu verwenden ist, protokollieren Sie den Fortschritt. Den Kompass dürfen Sie auch mit eigenen Rollen und „Lebenshüten“ ergänzen. Dazu rufen Sie sich die Einstellungen des Programms auf und wechseln in den Bereich „Compass“.

Compass

Ihr Mission-Statement

Was wollen Sie in diesem Leben erreichen? Was ist Ihr persönliches Missions Statement, die Losung, die allem einen Sinn gibt? Was sind Ihre Visionen? Für welche Werte stehen Sie? Im Anschnitt „Mission“ haben Sie ausreichend Platz, über diese Dinge nachzudenken und sie aufzuschreiben. So können Sie regelmäßig an Ihren Lebenszielen arbeiten und darüber nachdenken, wie Sie diese erreichen. [box type=“tick“ size=“large“ style=“rounded“]Fazit: Die Entwickler haben darüber nachgedacht, was für eine umfassende Lebens- und Aufgabenplanung abseits von GTD nötig ist. Das alles unter einer Oberfläche, die schön anzuschauen ist und mit der Sie gern arbeiten werden. Lassen Sie sich begeistern und probieren Sie die kostenfreie App einfach mal aus.[/box]


Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

3 Kommentare zu Umfassende Lebens- und Aufgabenplanung am Mac: Opus Domini

  1. Tolle Seite, besonders vielen Dank für die tolle beschreibung von Opus domini. Hat mir sehr geholfen. Spitzen Dank. Gruß Michael

  2. Guten Tag,
    (die neue Webseite ist in Arbeit.)
    Danke für die Beschreibung von „Opus Domini“.
    Leider fehlt ein entscheidender Teil, der im Lotus Organizer vorhanden ist, nämlich der Jahresplaner, den es leider meines Wissens in dieser Form in keinmem anderen Planer (für Mac) gibt.
    Falls doch, bin ich für jeden Hinweis dankbar !

    Schöne Grüsse

  3. Hi,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich habe mic schon länger gefragt, wozu Compass, Goals und Mission eigentlich da sind 🙂

    Sonnige Grüße
    Holger

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