So richten Sie einen Heimarbeitsplatz ein

Aktuell liegt wieder der Ikea-Katalog in den Briefkästen und wie in jedem Jahr, werden dort auch «Heimarbeitsplätze» vorgestellt. Nach dem Motto: Raum ist in der kleinsten Hütte, stilisieren die Designer kleine Beistelltischchen zu Arbeitsplätzen hoch. Aber worauf kommt es tatsächlich bei der Einrichtung eines Home-Office an? Wie planen Sie einen neuen Arbeitsplatz? Oder was können Sie tun, um Ihren Arbeitsplatz besser zu gestalten?

Der Raum und Infrastruktur

Wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihren Arbeitsplatz zu Hause von Grund auf neu zu planen, beginnen Sie mit der Auswahl des Raumes. Er sollte mit einer Tür verschlossen werden können und kein Durchgangszimmer sein. Vermeiden Sie die unmittelbare Nachbarschaft zu Zentren in Ihrem Haus. Der Arbeitsplatz in der Nähe der Küche ist ebenso zweite Wahl wie ein Büro in der Nähe der Kinderzimmer. Der Raum sollte am besten über Tageslicht verfügen. Sie werden Telefon- und Internetanschluss ebenso benötigen, wie ausreichend Anschlussmöglichkeiten an das Stromnetz. Sofern sich der Zugang zum Internet nicht in diesem Raum befindet, müssen Sie sich entweder einen WLAN-Router anschaffen oder aber sich mit dem Thema PowerLAN (Netzwerk per Stromleitung) beschäftigen. PowerLAN Sets gibt es bereits unter 100 Euro und die dahinter stehende Technik ist inzwischen sehr ausgereift.

Licht, Beschattung, Frischluft

Der Sommer ist vorbei und die «dunkle» Jahreszeit kommt jetzt schneller als man möchte. Damit aber auch die Notwendigkeit bereits am Nachmittag das Licht einzuschalten. Sie benötigen eine Lichtquelle unmittelbar am Arbeitsplatz und idealerweise eine indirekte und gute Ausleuchtung des gesamten Arbeitszimmers. Wer sich mit dem Charme klassischer Deckenleuchten fürs Büro in seinen eigenen vier Wänden nicht anfreunden mag, kann auch zu lichtstarken Halogendeckenflutern greifen, die einen Raum ebenfalls gut ausleuchten können. Auch wenn sie uns gerade nicht verwöhnt: denken Sie auch an den Lichteinfall durch die Sonne. Schaffen Sie sich mindestes ein Rollo an, um notfalls für eine Beschattung des Raumes zu sorgen. Dass sich Ihr Büro einfach durchlüften lassen sollte, versteht sich fast schon von selbst. Wenn Sie einen Laserdrucker besitzen, prüfen Sie, ob Sie diesen außerhalb des Büro platzieren können, etwa im Flur. Das Raumklima dankt es Ihnen. Schaffen Sie sich einige Grünpflanzen an, die einen wichtigen Beitrag zu gesunder Raumluft leisten.

Standort des Arbeitsplatzes, Schreibtisch und Bestuhlung

Wenn Ihr Büro den Einfall von Tageslicht ermöglicht, achten Sie darauf, dass Sie den Schreibtisch so stellen, dass das Licht aus der zu Ihrer Schreibhand entgegengesetzten Richtung fällt. Andernfalls wirft die Lichtquelle einen Schatten auf den Text, den Sie gerade mit der Hand schreiben. Ungünstig, gerade für Bildschirmarbeiter, ist direktes Licht von vorn, da dieses Sie andauernd blendet und Ihre Augen rasch ermüdet.
Bei der Größe des Schreibtisches kommt es weniger auf die Breite als vielmehr auf die Tiefe an. Ob Sie 1,60 m oder 1,40 m breite Tischplatte bevorzugen, ist eine Frage der Stellfläche, des Geschmacks und des Budgets. Wichtig ist aber, dass Sie den Monitor weit genug von sich entfernt platzieren und Ihre Hände dennoch bequem auf der Arbeitsfläche liegen können. Eine Tiefe von 80cm sollte es schon sein. Der Schreibtisch sollte höhenverstellbar sein bzw. kleinere Unebenheiten ausgleichen können, damit nichts vibriert und wackelt, wenn Sie daran arbeiten. Investieren Sie in den Tisch gerade so viel Geld, wie Sie sich maximal leisten können. Da Sie an dem Tisch viel Zeit verbringen werden, lohnt sich eine Investition in diesen Arbeitsmittel absolut.

Dies gilt umso mehr für den Schreibtischstuhl. Vermeiden Sie Billigprodukte vom Discounter oder aus schwedischen Einrichtungshäusern. Der Stuhl sollte eine Bewertung für «uneingeschränkte» Nutzung haben und mindestens höhenverstellbar sein. Empfehlenswert sind darüber hinaus auch Optionen wie verstellbare Armlehnen, Einstellung der Rückenlehne und der Sitztiefe. An dieser Stelle können Sie gar nicht genug investieren. Machen Sie hier keinen Unterschied zwischen Home Office und Arbeitsplatz im Büro.

Platzierung der Arbeitsmittel

Dinge, die Sie regelmäßig benötigen, sollten Sie ohne Aufstehen erreichen. Dazu gehören also Schreibutensilien, das Telefon, Papier und Ihre Handakten bzw. die Wiedervorlage. Praktisch sind natürlich Rollcontainer, die Sie neben oder unter den Tisch platzieren, um so Stauraum in Ihrer unmittelbaren Nähe zu schaffen. In der Nähe des Arbeitsplatzes lagert auch ein kleinerer Bestand an Verbrauchsmaterial wie Umschläge. Unmittelbar neben oder auf dem Schreibtisch platzieren Sie auch Ihren Eingangskorb.

Stauraum

Auch wenn das eine zusätzliche Investition bedeutet: schaffen Sie sich genügend Möbel mit Ablageflächen an. Druckerpapier, das persönliche Archiv, ein Vorrat an Verbrauchsmaterial und Handbücher müssen ebenso wie im Büro auch am Heimarbeitsplatz untergebracht werden. Aus ästhetischen Gründen sind Möbel mit Schubladen oder Türen zu bevorzugen. So sind alle Sachen ordentlich untergebracht, stauben nicht so schnell ein und Ihr Blick wird nicht abgelenkt. Sofern Sie viele Akten unterzubringen haben, prüfen Sie, ob Sie sich vielleicht einen professionellen Ablageschrank gönnen sollten, der Platz für Hängeregistraturen oder Einstellmappen bietet.

Organisieren Sie Kabel und Stolperfallen

Sofern der Schreibtisch, den Sie gekauft haben, nicht ohnehin bereits über einen Kabelkanal verfügt, rüsten Sie einen solchen nach. Verräumen Sie die vielen Kabel der Bürogeräte ordentlich und nutzen Sie Kabelbinder. Auch Verschlussclips für Frischhaltebeutel können Ordnung in das Chaos der Strippen und Leitungen bringen. Die ästhetische Wirkung ist enorm und Sie haben auch eventuelle Stolperfallen wirkungsvoll eliminiert.

Vergessen Sie persönliche Gegenstände nicht!

Vergessen Sie den «Wohlfühlfaktor» nicht. Stellen Sie auch einige persönliche Gegenstände in Ihrem Home Office auf. Das kann ein Bild Ihrer Lieben sein, oder ein Gestand, der Sie inspiriert.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

1 Kommentar zu So richten Sie einen Heimarbeitsplatz ein

  1. Eigentlich alles simple Tipps, aber die Gesamtheit macht es aus. Auf jeden Fall lesenswert und ein paar Anregungen habe ich gefunden.

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