Warum Zeitmanagement häufig scheitert

Sie haben schon viel ausprobiert, aber irgendwie scheint es kein Zeitmanagement-System zu geben, das zu Ihnen passt? Obwohl Sie ein Zeitplanbuch oder einen PDA nutzen, rutschen Ihnen immer mal wieder Aufgaben schlicht durch oder aber Sie müssen auf den „letzten Drücker“ arbeiten? Gründe, warum ein System für das Aufgabenmanagement scheitern kann, gibt es viele. Prüfen Sie doch selbst, ob es etwas davon auf Ihr System zutrifft:

  • Sie nutzen ein redundantes System: Dies kommt in der Praxis gar nicht so selten vor und zwar immer dann, wenn Sie sich persönlich für ein System entschieden haben, aber in Ihrem Umfeld ein anderes System einsetzen müssen. Sie bevorzugen eigentlich die Planung mit Papier, Ihre Firma arbeitet aber mit Outlook? Damit Ihre Systeme auf dem gleichen Stand sind, bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als die Änderungen aus dem Programm in Ihr Zeitplanbuch zu übertragen. Oder Sie bevorzugen es, Ihre Zeit mit Ihrem Mac zu planen, in der Firma sind aber nur Windows-PC zu finden.
    Damit Sie in Ihrer Planung aktuell bleiben, sollten Sie auf das System Ihres Arbeitgebers wechseln.
  • Ihr System ist zu kompliziert: Natürlich sind viele Softwarelösungen sehr verführerisch, weil sie eine besonders schöne Oberfläche anbieten. Und die PC-Programme aller Arten versprechen Ihnen ja, dass Sie damit noch einfacher und schneller Ihre Aufgaben erledigen werden. Dazu müssen Sie aber nach Möglichkeit all die Optionen ausfüllen, die sich die Designer und Produktmanager ausgedacht haben. Aber brauchen Sie diese wirklich? Ist das Programm ein Werkzeug oder sind Sie ein Werkzeug für das Programm?
  • Sie haben keinen ständigen Zugriff auf das System: Erst wenn Sie Ihr System ständig bei sich tragen und es nur einen Handgriff entfernt ist, wird es Ihnen richtig nutzen. So notieren Sie sofort einen wichtigen Gedanken oder können schnell eine Verabredung treffen. Auch an dieser Stelle scheitern viele Anwender häufig. Und dabei ist es egal, ob Sie ein Netbook, ein Notizbuch oder ein Zeitplanbuch nutzen.
  • Das System passt wirklich nicht zu Ihnen: Nutzen Sie Ihr System gern? Nehmen Sie den Planer noch gern in die Hand? Macht es Ihnen noch Spaß, Eingaben in Ihrer Software vorzunehmen? Vielleicht haben Sie sich bei der Anschaffung des Systems einfach zu viel versprochen. Es kann aber auch sein, dass sich Ihre Art und Weise sich selbst zu organisieren gewandelt hat?

Wenn Sie feststellen, dass einer oder sogar mehrere Gesichtspunkte auf Ihr System zutreffen, ist es Zeit sich nach einer neuen Organisationsform umzusehen, denn erst dann werden Sie wieder Ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

2 Kommentare zu Warum Zeitmanagement häufig scheitert

  1. Ein sehr guter Artikel!

    Deine Punkte decken sich auch mit den Erfahrungen, die ich in den Trainings mit meinen Kunden mache.

    Für mich die wichtigsten zwei Punkte: Das System ist zu kompliziert/aufwändig und das System passt nicht zu jemandem.

    Es gibt weder Geheimrezepte noch die allein-seelig machende Lösung. Und in Software liegt die Lösung schon gar nicht. Vielmehr muss man herausfinden, was zu einem selbst passt (z.B. zusammen mit einem guten Trainer). Dann klappt das auch!

    • Stephan Lamprecht // 23. Juni 2010 um 13:33 // Antworten

      Hallo, Ivan,

      danke für das Lob.

      Ich stelle immer wieder fest, dass gerade die Menschen, die sich gern nach GTD organisieren wollen, sehr anfällig für das Ausprobieren der unterschiedlichsten Programme sind. Da wird dann installiert, eingerichtet, wieder verworfen und die nächste Lösung installiert. Dabei sagt „der Meister“ ja selbst, dass die Methodik von Tools unabhängig funktionieren soll. Von daher gebe ich Dir unbedingt recht, dass im Zweifel ein objektiver Beobachter / Coach eine gute Hilfe bei der Auswahl des passenden Werkzeugs sein kann.

      Beste Grüße
      Stephan

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