Twittern auf dem Android

Das Angebot an Programmen, mit denen Sie Ihren Status auf Twitter, Facebook & Co auch auf dem Android-Telefon ändern können, wird immer übersichtlicher. Hier einmal eine ganz subjektive Auswahl und Bewertung:

Seesmic

Das Programm wird auch als Desktop-Client angeboten. Es steht kostenlos im App-Market zur Verfügung. Die Oberfläche gliedert sich in die eigene Timeline, Antworten, Nachrichten und das Profil. Mit Seesmic können Sie auch sehr einfach Follower bearbeiten. Dazu rufen Sie einen beliebigen Tweet einer Person aus der Zeitleiste auf und tippen dann auf der Detailseite erneut auf die Person. Am Fuß der Seite finden Sie dann die entsprechenden Schalter, um das Following aufzuheben oder die Person zu blocken.

Übersicht Seesmic Android

Das ist intuitiv gelöst. Seesmic integriert sich sehr gut in das Android-Umfeld. Haben Sie mit der Kamera Ihres Telefons ein Bild gemacht, können Sie dieses direkt aus der Vorschau heraus an Twitter senden. Eine Besonderheit dabei ist allerdings, dass Sie die vollständige Übertragung der Datei an den ausgewählten Fotoservice abwarten müssen. Erst dann erscheint der Link innerhalb des Editors.

Usermanagement in Seesmic

Nutzen können Sie dabei TweetPhoto, yFrog,Twitpic und Mobypicture. Ähnlich verhält es sich mit dem Upload von Videos. Hier werden yFrog, Twitvid und Youtube unterstützt. Verfügen Sie über eine Benutzerkonto bei Bit.ly, hinterlegen Sie die Zugangsdaten ebenfalls in den Einstellungen des Programms. Als Alternativen stehen aber auch J.mp oder Tinyurl zur Auswahl. Das Programm ist übersichtlich und arbeitet stabil. Die Oberfläche ist so gestaltet, dass auch etwas grobmotorische Menschen alle Funktionen mit der Eingabetaste und dem Antippen auf dem Bildschirm problemlos erreichen können.

Swift

Das Programm verzichtet bei der Oberflächengestaltung auf größere Schaltflächen und Icons, was zu großzügigeren Optik und mehr Text auf dem Bildschirm führt. Der Nachteil dabei ist, dass sich zwischen Timeline oder gar Erwähnungen durch Tippen kaum umschalten lässt. Zwar sind am oberen Rand der Anwendung entsprechende Schalter integriert. Diese werden Sie aber nur fehlerfrei erreichen, wenn Ihre Finger nicht breiter als die eines Kleinkindes sind. Andernfalls werden Sie über das Menü zwischen diesen Bereichen wechseln müssen.

Übersicht Swift

Swift kann jeweils nur einen Twitteraccount verwalten. Rein subjektiv hat Swift beim Scrolling in der Timeline eindeutig die Nase vorn. Die Navigation ist wirklich schnell und das Scrolling butterweich und damit optisch eine Freude. Um Bilder mit anderen zu teilen, werden die Dienste Twitpic, Img.ly, TwitGoo und Yfrog unterstützt. Beim Versand von Videos müssen Sie auf Youtube verzichten. Auch Swift kann die Follower verwalten. Die Bedienung verläuft an dieser Stelle analog zu Seesmic. Allerdings suchen Sie vergeblich nach einer Funktion, die Person zu blocken, weil sie sich vielleicht als notorischer Spammer erweist. Swift arbeitet äußerst stabil.

Editor von Swift

Auch nach tagelanger Benutzung konnte ich keinen Absturz verzeichnen. Das Hinzufügen von Bildern oder Videos oder die Verkürzung einer URL nehmen Sie ganz bequem direkt aus dem Editor heraus vor. Allerdings wird hier lediglich bit.ly angeboten.

Hootsuite

Das Angebot von Hootsuite wird ja gern von Menschen genutzt, die «professionell» twittern oder aber zumindest den Anspruch haben, mehrere Kanäle mit Informationen zu versorgen. Zu den Komfortfunktionen des auch über den Browser erreichbaren Services zählt beispielsweise das zeitversetzte Senden von Aktualisierungen. So twittern Sie also, selbst wenn Sie keine Zeit dazu haben. Um den Dienst nutzen zu können, benötigen Sie ein kostenloses Benutzerkonto, unter das Sie dann die einzelnen Accounts bei anderen Diensten wie Twitter und Facebook, LinkedIn, MySpace oder sogar Foursquare einrichten.

Streams in Hootsuite für Android

Die App kann aber lediglich Ihren Twitteraccount verwalten. Die App wird in zwei Varianten angeboten. Die kostenlose ist werbefinanziert, Sie müssen also mit eingeblendeter Werbung leben. Oder Sie zahlen die knapp 3 Dollar für die Software. Der Anwendung ist in ihrer Gestaltung anzumerken, dass sie vom IPhone auf Android portiert worden ist. Alles wirkt ein bisschen eng und bedrängt gestaltet. Wenn Sie eine neue Statusnachricht verfassen wollen, müssen Sie zwischen den eingerichteten Accounts umschalten. Dieser sind aber leider nur durch sehr kleine Icons unterschieden. Da fällt der Wechsel nicht so leicht. Ähnlich unübersichtlich gestaltet sich die Bedienung, wenn Sie in das Management Ihres Netzwerks eintreten. So können Sie zwar Follower abwählen und sogar blocken, aber auch das ist unübersichtlich und durch die kleinen Icons fummelig.

Feed bei Hootsuite

Hinsichtlich URL-Shortener oder Bilderdiensten ist die Auswahl auch nicht groß. Leider arbeitet das Programm auch nicht so stabil wie die anderen vorgestellten Anwendungen.

Peep

Bei Peep handelt es sich mit Sicherheit um die einfachste Art, um auf dem Android zu twittern. Das Programm ist wirklich schnell eingerichtet und dank der übersichtlichen und großen Icons am unteren Rand auch schnell bedient. Insgesamt ist aber eher Schmalspurkost im Angebot. Fotos teilen Sie mit Twitpic oder Twigoo, einen Videoservice suchen Sie in den Einstellungen vergeblich. Bei den Kürzungsdiensten setzt Peep auf is.gd, Short.to, TinyURL. Dafür können Sie jedem Tweet optional Ihren Ort mitgeben, der aus dem integrierten GPS-Modul des Telefons abgelesen wird. Auch das Management des Netzwerks ist möglich. Klicken Sie auf das Profilbild in der Timeline rufen Sie sich damit das Profil des Nutzers auf und können von dort die Funktion «Nicht mehr folgen» aktivieren. Blocken geht aber auch mit diesem Programm nicht. Im Vergleich zu den anderen Programmen verhält sich Peep aber insgesamt etwas zäh.

Oberfläche Peep für Android

Fazit: Swift ist aus meiner Sicht einer der besten Kompromisse aus Funktion, Stabilität und Bedienbarkeit. Wenn Sie ohnehin mit Seesmic auf dem Desktop arbeiten, liegt auch das Android-Programm nahe. Hootsuite ist für Sie nur dann interessant, wenn Sie ohnehin mit dem Service Ihre Tweets pflegen und eine Funktion zum zeitversetzten Senden benötigen.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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