Schneller finden: Archiv für Ihre Internetrecherche (2)

In der ersten Folge hatte ich Ihnen mit Zotero ein Plugin für Firefox gezeigt, das auch unter Linux funktioniert. Wenn Sie die Datenbank über Dropbox synchronisieren, verfügen Sie über eine konsistente Sammlung Ihrer Rechercheergebnisse auf allen Ihren Rechnern.

Heute möchte ich Ihnen mit Evernote eine Lösung vorstellen, die Sie mittels eines Webinterface ebenfalls unter Linux einsetzen können. Der Desktop-Client läuft aber leider nicht unter Linux. Das Programm ist inzwischen bei 3 Millionen Nutzern im Einsatz, wie der Hersteller auf seiner Webseite stolz verrät. Das Setup des Programms ist übersichtlich und läuft ohne Probleme durch. Zur Nutzung benötigen Sie einen kostenlosen Benutzeraccount bei Evernote selbst. Über diesen steuern Sie den Speicherplatz auf dem zentralen Synchronisationsserver an. Bei der kostenlosen Variante können Sie lediglich 40 MB im Monat synchronisieren. Für 45 Dollar im Jahr steigt dieses Transfervolumen auf 500 MB an. Außerdem unterstützen Sie damit natürlich auch die Entwicklung des Programms, da es derzeit offensichtlich keine weiteren Geschäftsmodelle gibt.

Evernote organisiert die Dokumente in Form von Notizbüchern. Diese werden im Hauptbildschirm auf der linken Seite dargestellt. Über einen Rechtsklick auf den Stammeintrag und der Auswahl von »Create Notebook« legen Sie einfach ein weiteres an. Elemente auf einem Notizbuch können Sie ganz einfach per Drag & Drop zwischen einzelnen Büchern verschieben.

Dokumente in Evernote

Wenn Sie mit Evernote arbeiten, gibt es prinzipiell zwei Wege, um einen Ausschnitt oder eine vollständige Webseite in den Speicher aufzunehmen. Entweder Sie nutzen ein Bookmarklet im Browser, wobei das Elemente dann über das Webinterface Ihrer Sammlung hinzugefügt wird, oder aber Sie nutzen die Client-Software, die sich im Systray von Windows einnistet.

Stoßen Sie auf einen interessanten Beitrag im Internet, markieren Sie diesen mit der Maus. Mit der Tastenkombination <Win>+<A> fügen Sie den Inhalt dann in Evernote ein. Nach der Übertragung an das Programm öffnet sich am unteren Rand des Bildschirms ein kleines Fenster, über das Ihnen folgende Funktionen angeboten werden:

  • Sie schicken den Eintrag per E-Mail an eine andere Person.
  • Sie versehen das Element mit Tags
  • Sie werfen den Eintrag weg.

Symbolleiste in Evernote

Sobald Sie auf das Symbol für das Tagging klicken, öffnet Ihnen Evernote ein kleines Fenster. Hier wählen Sie entweder bereits vorhandenen Etiketten per Mausklick oder vergeben weitere Schlagwörter. Natürlich können Sie dies später aber auch noch nachholen.

Natürlich können Sie innerhalb Ihres Datenbestands nach Herzenslust mittels der Etiketten suchen oder Sie nutzen die Suchfunktion. Durch ein Plugin sind die Daten in Evernote auch für eine installierte Version von Google Desktop zugänglich. Was das Programm so vielseitig macht, sind die vielen weiteren Funktionen.

Tagging in Evernote

Sie können jederzeit unmittelbar im Programm selbst eine neue Notiz anlegen. Damit öffnet sich ein kleines Editorenfenster, in dessen linker oberen Ecke Sie zwischen der Eingabe per Tastatur oder handschriftlichen Notizen wechseln. Auf Wunsch wird ein mit der Hand geschriebener Bereich auch wieder digitalisiert.

Eine solche Notiz kann auch als Aufgabenliste genutzt werden, denn mittels der <Alt>-Taste und Mausklick fügen Sie ein Kästchen zum Abhaken ein. Dies ist aber nur eine der versteckteren Funktionen.

Handschriftliche Notiz in Evernote

Mit dem Import fügen Sie problemlos externe Dokumente wie PDF-Dateien in die Sammlung ein. Auf Wunsch überwacht das Programm dabei auch ein bestimmtes Verzeichnis und übernimmt die darin enthaltenen Dateien. Dass es von der Anwendung auch eine Variante für den USB-Stick gibt, ist besonders erfreulich.

Wen der Einsatz einer Windows-Software nicht abschreckt findet mit Evernote einen zuverlässige Begleiter auf seinen Internetrecherchen vor. Das Werkzeug eignet sich auch ganz vorzüglichs als zentraler Eingang, um die Elemente dann nach der GTD Philosophie abzuarbeiten.

Über Stephan Lamprecht (479 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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