Alternativen zum Mindmanager

Wenn von Mindmapping am Computer die Rede ist, wird den meisten Befragten mit ziemlicher Sicherheit das Programm Mindmanager einfallen, das de facto der Standard in der Windows-Welt ist. Keine Frage, dieses Programm ist ausgereift, allerdings in der Anschaffung auch nicht ganz billig. Wenn Sie Mindmapping an PC preiswerter nutzen wollen oder unter Linux arbeiten, benötigen Sie Alternativen.

iMindmap 4 Ultimate

Das Programm rühmt sich damit, die einzige Software ihrer Art zu sein, welche vom Erfinder der Mindmapping-Methode offiziell unterstützt wird. iMindmap ist in Java programmiert und kann unter Windows und Linux gleichermaßen genutzt werden. Die Entwickler haben sich große Mühe damit gegeben, dass die entstehenden Zeichnungen besonders natürlich aussehen. Sofern Sie über ein Grafik-Tablett verfügen, können Sie mit iMindmap wie auf Papier zeichnen. Das Werkzeug unterstützt auch Einsteiger beim Erstellen ihrer ersten Mindmap. Bereits beim Programmstart werden Sie optional von einem kleinen Video begrüßt, das Sie in die Bedienung der Software einführt. Danach wählen Sie zunächst ein Icon für das zentrale Thema aus und legen dieses fest.

Startscreen iMindmap

Zur Eingabe der Zweige verfügt das Programm über verschiedene Modi. Beim «Speed-Mapping» fügt die Eingabe eines Textes automatisch einen neuen Zweig ein, während der Druck auf die Taste <Eingabe> einen neuen Unterzweig des gerade aktiven Zweiges einsetzt. Der einfache Modus erfordert dagegen den Druck mit der Taste <Einfg> und die Auswahl des gewünschtes Zweiges. Im Modus «Projektmanagement», der dem «Speed-Mapping» ähnelt, werden am unteren Rand des Bildschirms zusätzlich Felder für Fälligkeitsdaten oder Prioritäten angezeigt. Und schließlich gibt es noch einen Textmodus, der lediglich die Gliederung der Mindmap zur Verfügung stellt.

Projektmodus in iMindmap

Für eine so mächtige, in Java programmierte Software, arbeitet das Programm sehr flott. Zur Ausstattung der Ultimate Version gehören zahlreiche Cliparts und Icons. Bei der Ausgestaltung der Zeichnungen werden die üblichen Standardfunktionen angeboten. Sie können Zweige mit einer Linie außerhalb der Map verbinden und Texte frei auf der Zeichenfläche platzieren. Zu jedem Zweig dürfen Sie auch Notizen anfertigen oder auch Untermindmaps anlegen.

Bei einer solchen Software sind ja die Import- und Exportfunktionen nicht ganz unwichtig. Importieren können Sie die Formate Mindmanager, Freemind, Gliederungen aus Word und OPML. Der Export ist zwar ebenfalls umfangreich und reicht von Bildern bis zum PDF, allein Binärformate für andere Mindmapper sind nicht vorgesehen. Das erschwert natürlich den Datenaustausch mit anderen Nutzern.

Freeplane

Die Software sieht dem Programm Freemind sehr ähnlich. Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um einen eigenen Fork der beliebten Software. Die Oberfläche wirkt verglichen mit anderen Programmen sehr nüchtern und zugleich auch wenig inspirierend. Da haben auch die punktuellen Veränderungen in Freeplane wenig geändert. Die Bedienung orientiert sich an den Quasi-Standards. Mit <Einfg> wird dem zentralen Thema ein neuer Zweig hinzugefügt. Die Taste <Eingabe> legt weitere Zweige auf der gleichen aktuellen Ebene an. Die gestalterischen Möglichkeiten der Zeichnungen selbst sind recht beschränkt und funktional. Sie können die Farbe des Zweiges sowie der Textbox ändern und natürlich die verwendete Schriftart an Ihre Wünsche anpassen. Zu jedem Knoten können Sie außerdem eines oder mehrere Icons zuweisen, um den Inhalt zu unterstreichen.

Mindmap in Freeplane

Zweige lassen sich mit einem «Konnektor» miteinander verbinden, dafür suchen Sie allerdings Cliparts vergeblich. Viele Projektmanager strukturieren inzwischen die Aufgabenpakete und Strukturpläne mit einer Mindmap vor. Auch wenn Sie mittels dieser Technik Ihre eigenen Aufgaben verwalten wollen, ist das möglich, allerdings bei weitem nicht so elegant wie in iMindmap gelöst. Sie weisen dazu einem Eintrag ein Wiedervorlagedatum zu. Diese Funktion müsste aber dringend benutzerfreundlicher gestaltet werden. Zunächst ist nämlich der Zweig zu markieren, anschließend müssen Sie den Kalender aufrufen und dort dann das gewünschte Datum als Wiedervorlage an den Knoten anhängen.

Wiedervorlage in Freeplane

Glänzen kann das Programm wiederum bei seinen Exportfunktionen. Gerade eingefleischte Linux-Nutzer werden sich über einen Export zu Taskjuggler freuen. Ich empfehle Ihnen aber, sich die Tastenkürzel des Programms einzuprägen oder das Cheat-Sheet, das unter «Hilfe» mitgeliefert wird, auszudrucken, denn die eigentlichen Menüs sind doch teilweise recht lang und unübersichtlich. Da Freeplane in Java programmiert wurde, können Sie die Software auch problemlos unter Windows nutzen.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auch Freemind selbst erwähnt. Da es in weiten Teilen auf dem gleichen Quellcode basiert, treffen die zu Freeplane gemachten Aussagen auch für die ursprünglich Anwendung zu.

XMind

Auch dieses Programm ist  in Java entwickelt worden. Die Software wird in zwei Versionen angeboten. Eine kostenlose Variante, mit denen sich die meisten Funktionen nutzen lassen. Für die Jahresgebühr von 50 Dollar können Sie auch die Pro-Version mieten, die Ihnen dann weitere Business-Funktionen ermöglicht. Dazu zählt dann beispielsweise eine Gantt-Ansicht, wenn Sie das Programm für das Projektmanagement einsetzen wollen. Der Pro-Version ist auch der Export nach Powerpoint oder dem Mindmanager selbst vorbehalten. Die Oberfläche des Programm wirkt aufgeräumt und ansprechend. Die Software macht starken Gebrauch von Paletten, die sich am rechten Rand des Bildschirms befinden und wie separate Fenster maximieren und verkleinern lassen. Die Bedienung mit der Tastatur folgt den in diesem Beitrag bereits bei anderen Programm vorgetragenen Schemata. Auch freie Verknüpfungen sind mit der Software möglich. Um die Aussagekraft der Äste zu unterstreichen, weisen Sie diesen bei Bedarf Icons zu. Xmind bietet ein solides Set an Markierungen, die zumindest Prioritäten aber auch Aufgabenarten hinreichend kennzeichnen. Zusätzlich gibt es einige Vorlagen, mit denen Sie den Zeichnungen eine andere Optik verpassen können. Insgesamt ein grundsolides Programm, dessen Bedienung deutlich mehr Spaß macht als der Einsatz von Freeplane.

Eine Mindmap in Xmind

Fazit

Es gibt durchaus zahlreiche Alternativen zum Mindmanager. Am vollständigsten ausgestattet ist sicherlich iMindmap, das allerdings auch nur kostenpflichtig angeboten wird. Dafür sind die Zeichnungen auch am eindrucksvollsten. Unter den kostenfreien Alternativen sticht eindeutig Xmind heraus. Funktional und übersichtlich gestaltet, macht die Arbeit mit der Software Freude.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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