GTD unter Linux

Wenn im Web und anderswo von GTD die Rede ist, werden zig Softwareprogramme für Windows und insbesondere Mac vorgeschlagen. Von Linux-Nutzern ist dann kaum die Rede oder aber sie werden in Forenbeiträgen auf Onlineangebote wie Remember the milk verwiesen. Zunächst sollte an dieser Stelle noch einmal betont werden, dass David Allen, der Erfinder der Methodik, immer wieder sagt, dass GTD unabhängig von einem Tool funktioniert. Dennoch an dieser Stelle eine kurze Vorstellung von Tools, mit denen Sie nach GTD auch unter Linux arbeiten.

Osmo ist ein kleines Werkzeug, das sich optimal in die GNOME-Umgebung einfügt. Es besteht aus einem Kalender, einer Aufgabenverwaltung und einem Notizblock. Alle Module sind unter einer sehr einfachen und intuitiven Oberfläche zusammengefasst. Mit einem Wechsel in das Register <Kalender> rufen Sie sich eine Monatsübersicht auf. Ist ein Termin an einem Tag eingetragen, wird dieser durch eine kleine Markierung gekennzeichnet. Mit einem Doppelklick auf das Datum rufen Sie sich die Tagesseite auf. Statt umfangreicher Dialoge tragen Sie einen Termin wie in ein Notizbuch ein: <8:00-11:00 Besprechung> genügt beispielsweise, um den entsprechenden Eintrag zu hinterlegen.

Kalender in Osmo

Ein wesentlicher Bestandteil von GTD sind ja die unterschiedlichen Listen, auf denen Sie die Aufgaben in Abhängigkeit eines Kontextes oder Projekts hinterlegen. Da Osmo die Einrichtung von Kategorien erlaubt, können Sie damit die Listen anlegen. Dazu wechseln Sie in das Register <Optionen>. Klicken Sie dort auf <Aufgaben>. Im oberen Bereich des Fensters befindet sich die Kategorienliste. Tragen Sie den Namen der Kategorie in das Feld ein und klicken Sie auf das Pluszeichen.

Kategorienverwaltung in Osmo

Möchten Sie eine neue Aufgabe eintragen, wechseln Sie in das Modul und klicken in der Navigation auf das Pluszeichen. Sie finden im nachfolgenden Dialog alle notwendigen Felder vor, um die Aufgabe zu beschreiben. Die Liste wählen Sie bequem aus dem Feld <Kategorie> aus. Im Aufgabenblock sehen Sie sich eine Liste an, in dem Sie im Listenfeld <Kategorienfilter> die gewünschte Kategorie auswählen.

Allerdings fehlt dem Programm eine Eingangsbox, die ja ebenfalls eine wichtige Rolle in der Systematik von Allen spielt. Dafür ist Osmo schnell, übersichtlich und ist, dankt der Einbettung in das Panel unter GNOME immer nur einen Mausklick entfernt.

Aufgabe erfassen in Osmo

Das Programm Tasque hat schnell eine Popularität in der Community erreicht, nicht zuletzt wegen der sehr guten Integration des Dienstes Remember the milk. Das kleine Programm verwaltet seine Daten auf Wunsch aber auch rein lokal in Form einer SQLite-Datenbank. Eine Schwachstelle des Programms darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: Derzeit ist es nicht möglich, eigene Kategorien anzulegen, es sei denn, Sie kennen sich mit SQL aus und editieren die Datenbank unmittelbar. Für den einfachen Anwender sicherlich keine glückliche Lösung. Nachdem Sie beim ersten Start des Programms definiert haben, ob Sie lokale Datenhaltung oder aber die Synchronisation mit einem Server wünschen, blicken Sie auf eine wirklich einfache Oberfläche. Eine neue Aufgabe legen Sie einfach durch eine Eintragung in das Feld am oberen Bildschirmrand an. Vorher sollten Sie sich für eine der bereits erwähnten Kategorien im linken Listenfeld entscheiden. Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, sind die weiteren Möglichkeiten, die das Programm in der Aufgabenliste eröffnet. Direkt neben dem Optionsfeld für das Abstreichen einer Aufgabe befindet sich standardmäßig ein einfacher Strich. Sobald Sie mit der Maus draufklicken, wird ein Listenfeld eingeblendet, aus dem Sie die Priorität der Aufgabe wählen. Auch rechts von einem Listeneintrag befindet sich ein ähnliches Optionsfeld, das Ihnen dann aber Zugriff auf das Fälligkeitsdatum erlaubt. Klicken Sie dagegen doppelt am rechten Rand eines Eintrags öffnen Sie damit ein Fenster, in das Sie Notizen zu einer Aufgabe eintragen.

Überblick im Programm Tasque

Getting Things Gnome ist eine Anwendung, die sich stark darum bemüht, den Ansatz des Getting Things Done genau umzusetzen. Das Programm hält trotz seiner noch niedrigen Versionsnummer einige Überraschungen bereit. Nachdem ersten Start werden Sie von einer puristischen und nahezu leeren Oberfläche begrüßt. Die Aufgaben, die bereits notiert sind, wollen Sie auch in die Arbeit mit der Software einführen. Um eine Aufgabe einzutragen, bestehen grundsätzlich zwei Optionen. Am oberen Bildschirmrand befindet sich eine kleine Eingabezeile, über die Sie schnell einen Eintrag hinzufügen können. Mit einem vorangestellten @-Zeichen weisen Sie der Aufgabe auch gleich einen Kontext zu. Ebenfalls hinterlegen können Sie bereits ein Fälligkeitsdatum, das Sie mit <due:> einleiten. Das Programm versteht dabei einige englischsprachige Begriffe wie „today“, „tomorrow“ und die Wochentage. Außerdem ist auch ein Datum zuzuweisen.

Aufgabenerfassung in Getting Things Gnome

<Sreenshots machen due:0502 @office> hinterlässt einen Eintrag mit dem Tag „office“, wobei die Aufgabe am 2. Mai zu erledigen ist. In der Syntax des Programms ist auch das Beginndatum einer Aufgabe, das Sie durch <defer:> in der Eingabezeile definieren, eine wichtige Rolle. Doch dazu gleich mehr.

Wenn Sie geführte Dialoge zum Eintragen einer Aktivität bevorzugen, holen Sie sich mit <Strg>+<N> einen Dialog auf den Schirm. In diesem Fenster hinterlegen Sie die gleichen Informationen, legen aber zusätzlich optional sehr bequem Unteraufgaben an. Diese müssen Sie lediglich durch ein vorangestelltes Minuszeichen einleiten.

Aufgabenblock in Getting Things Gnome

Um sich die Aufgaben eines Kontextes oder eines Tags anzusehen, wählen Sie diesen aus der Liste am linken Bildschirmrand aus. Sobald Sie mit Tags arbeiten, werden diese automatisch in die Liste aufgenommen. Zur besseren Übersicht weisen Sie diesen auch auf Wunsch eine Farbe zu. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf ein Tag und markieren im Kontextmenü den Eintrag <Farbe>. Anschließend definieren Sie im Farbkreis den gewünschten Ton.

GTG kennt zwei verschiedene Ansichten. In der sogenannten Arbeitsansicht, die Sie über das Menü <Ansicht> aktivieren, werden Ihnen Aufgaben dargestellt, die Sie sofort erledigen können oder müssen. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie keine Unteraufgaben enthalten, kein Startdatum besitzen oder dieses bereits erreicht ist.

GTG verfügt über eine Schnittstelle, über die sich Erweiterungen in das Programm integrieren lassen. Dazu gehört etwa eine Anbindung an Remember the milk oder auch eine Druckfunktion. Unter <Bearbeiten, Einstellungen> können Sie in die Optionen des Programms wechseln und finden hier in einem Register die bereits verfügbaren Plugins. Mit einem Klick in das Optionsfeld werden diese aktiviert und können dann genutzt werden. Die Anbindung an Remember the milk folgt dabei dem üblichen Schema. Nachdem Sie die Erweiterung aktiviert haben, müssen Sie nach dem ersten Aufruf der Funktion zunächst den Zugriff auf Ihre Daten erlauben. Danach klappt die Synchronisation reibungslos.

Über Stephan Lamprecht (480 Artikel)
arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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