Tag Archiv: prokrastination

Zeitspar-Tipp 6: Wie viel Geld haben Sie heute verdient?

29. Juli 2014

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Sie lenken sich gern selbst ab? Sie ertappen sich oft, viel länger als geplant für eine Aufgabe gebraucht zu haben? Da gibt es ein simples Hilfsmittel, um sich wieder stärker zu fokussieren.Stellen Sie sich in der Mitte des Tages eine Frage:

“Was habe ich heute bisher mit den Dingen, die ich getan habe, verdient?”

Das können sich Selbstständige genauso wie Angestellte fragen. Und die (wahrscheinlich nicht immer schmeichelhafte) Erkenntnis daraus lässt sie wieder auf Ihre Hauptaufgabe zurückkommen.

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Tun Sie etwas gegen Aufschieberitis

1. März 2011

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Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht gelegentlich an Aufschieberitis leidet. Die meisten unter uns werden unangenehme Aufgaben gern aufschieben, schließlich sind wir alle nur Menschen. Der ständig vor sich hergeschobene Anruf beim Zahnarzt ist nur ein Beispiel dafür. Zum Problem wird das Aufschieben erst dann, wenn es regelmäßig geschieht, Sie also ständig Dinge vor sich her schieben und sich auch dabei ertappen, dass Sie immer weniger schaffen. Drei kleine Hinweise, wie Sie vielleicht dennoch mit dem Anfangen anzufangen.

Angst überwinden

Aufschieberitis kann das Ergebnis von Ängsten sein. Angst ist aber eine sehr extreme Emotion, die uns lähmen kann. Sie tritt in vielen Erscheinungsformen und Ausprägungen auf. Angst vor der Aufgabe selbst. Angst davor zu scheitern. Wer die Ängste zulässt, wird zwangsläufig zögern und sich eine andere Aufgabe suchen.

Vermeiden Sie in dieser Situation ein schlechtes Gewissen. Akzeptieren Sie, dass Sie gerade jetzt diese Aufgabe nicht in Angriff nehmen können und wenden Sie sich etwas anderem zu. Wichtig ist dabei, dass Sie auf ihre innere Stimme hören und Ihre Gefühle überprüfen. Wenn die Angst verschwunden ist, wenden Sie sich in diesem Moment der aufgeschobenen Aufgabe zu. Überfordern Sie sich nicht dabei, sondern erledigen Sie einen kleinen Teil davon. Hauptsache, Sie fangen an!

Trainieren Sie Ihre Stärke!

Ein Gegenspieler zur Angst ist Ihr Wille. Es ist ein langwieriger Prozess, aber Sie können Ihren Willen genauso trainieren, wie Ihre geistigen Fähigkeiten. Wichtig dabei ist nur, dass Sie Willen nicht mit Zwang verwechseln. Wenn Sie sich selbst zwingen wollen, eine Aufgabe in Angriff zu nehmen, wird das scheitern. Versuchen Sie in den Zeiten, in denen Sie aufschieben und sich eigentlich mit anderen Dingen beschäftigen wollen, ein klares Bild über Ihre Ziele zu entwickeln. Was wollen Sie eigentlich erreichen? Was ist Ihr Traum?

Fragen Sie sich, wie Sie diesen Traum erreichen können und versuchen Sie einen Bezug zu Ihrer aktuellen Aufgabe herzustellen. Wenn Sie das Ziel wirklich erreichen wollen, dann werden Sie auch den nächsten Schritt gehen müssen.

Schalten Sie Ablenkungen aus

Wenn Sie die Möglichkeit haben, wechseln Sie den Ort, an dem Sie arbeiten. Räumen Sie die Dinge weg, die Sie ablenken. Gehen Sie offline und trennen Sie die Netzwerkverbindung. Es gibt viele unterschiedliche Ablenkungsquellen. Sie werden selbst am besten wissen, welchen Verlockungen Sie gern nachgeben. Verringern Sie die Alternativen, etwas anderes zu tun.

Nehmen Sie im Zweifel Hilfsanbgebote war. Denn Aufschieberitis ist immer das Symptom für etwas anderes, nicht das Problem an sich.

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Aufschieberitis – nutzen Sie die Pausen produktiv

7. Dezember 2010

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Die Überschrift dieses Beitrags mag auf den ersten Blick wie ein Widerspruch in sich erscheinen. Aber wer Dinge aufschiebt, starrt ja nicht regungslos vor sich hin, sondern tut Dinge, die ihn von einer einmal vorgenommenen Aufgabe ablenken. In den Zeiten, in denen Sie sich tatkräftig fühlen, sollten Sie auch die Dinge in Angriff nehmen, die Sie einem Ziel näherbringen.

Wenn Sie vor einer solchen Aufgabe wieder entfliehen, nutzen Sie diese Zeit für Dinge, die Sie ablenken, die aber letztlich dazu führen, dass Sie doch etwas erledigen.

Richten Sie sich für diese Momente, in denen Sie sich zu schwach fühlen, etwas «wichtiges» zu tun, eine Liste ein. Notieren Sie darauf Dinge, die nicht an einen bestimmten Termin gebunden sind. Also keinesfalls wichtige Aufgaben, auf deren Erledigung vielleicht sogar andere Menschen warten. «Schreibtisch aufräumen», «Fotos sortieren», «Altpapier bündeln» sind gute Beispiele für eine solche Liste. Wenn Sie jetzt bemerken, dass Sie vor Ihrem Schreibtisch fliehen, schauen Sie auf die Liste und nehmen Sie dort notierten Elemente als Anregung, was Sie statt dessen tun könnten.

Wenn Sie zum Zeitvertreib gern das Internet nutzen: Registrieren Sie sich für einen Account bei Read It Later . So können Sie surfen, aber Ihnen sinnvoll erscheinende Beiträge für das spätere Lesen markieren. Oder Sie nutzen Ihre Aufschieberitis dazu, den einen oder anderen Beitrag von Ihrer Liste zu lesen.

Oder Sie nutzen die Zeit, gezielt gegen die Prokrastination vorzugehen:

  • Setzen Sie sich ein Ziel, das Sie erreichen wollen. Oft zögern Menschen, weil Sie nicht hinter der geforderten Aufgabe stehen. Fremdbestimmte unklare Ziele, Abgabetermine, die dem eigenen Zeitempfinden und Rhythmus entgegen stehen: Überprüfen Sie, ob sich auf den Aufträgen Ihrer Aufgabenliste solche Ziele verbergen, hinter denen Sie nicht stehen. Ist das der Fall, versuchen Sie die Aufgaben abzugeben oder daraus ein anderes Ziel abzuleiten. «Quartalsbericht zum 31.12. Schreiben» – kann ein Ziel sein, das Ihnen umsympathisch ist. «Ich möchte einen Quartalsbericht schreiben, den jeder Mitarbeiter versteht, damit er sich mit dem Unternehmen identifizieren kann»: das ist vielleicht eher etwas, das Sie erreichen wollen.
  • Beleuchten Sie, warum Sie das Ziel mögen: Je mehr Gründe Sie für sich selbst dafür finden, das Ziel zu erreichen, desto besser. Die Gründe sind motivierend und vor allem machen Sie es Ihnen schwerer, das Ziel oder die Aufgabe einfach liegen zu lassen.
  • Machen Sie einen Plan: Legen Sie sich einen Fahrplan zurecht, wie Sie das Ziel erreichen wollen. Definieren Sie einfache und kleine Schritt auf das Ziel zu. Wichtig ist dabei aber auch, dass Sie sich für jedes Miniziel einen Zeitpunkt setzen, zu dem die Aufgabe erledigt sein wird. Achten Sie dabei auf den Blickwinkel. Setzen Sie nicht fest, wann die Aufgabe erledigt sein muss, sondern wann Sie die Aufgabe erledigen wollen.
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Die 5 größten Irrtümer bei Getting Things Done

30. Juni 2010

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Der Ansatz des Getting Things Done (GTD) hat sich in den vergangenen Jahren wie ein Lauffeuer nicht nur im Internet verbreitet. Nach jahrzehntelangem Stillstand im Bereich der Methodiken für das Aufgabenmanagement, verschaffte sich die Kunde eines neuen Ansatzes natürlich schnell Aufmerksamkeit und das Buch von David Allen wurde zum Bestseller. Während die tradierte Ratgeber-Literatur mehr oder weniger nur ein einziges Heilmittel kennt; das klassische Zeitplanbuch; ist es Allen zu verdanken, dass erstmals in großem Stil über elektronische Werkzeuge berichtet wird und auch Probleme aus der heutigen Arbeitswelt, wie die ständig wachsende Mailflut, berücksichtigt werden.

GTD ist schnell erklärt und einsichtig beschrieben. Aber der Teufel scheint im Detail zu stecken und schnell macht sich in Foren und Blogs Unsicherheit breit. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der versprochene Produktivitätsschub ausbleibt.

Um Ihnen diesen Frust zu ersparen, hier meine Top 5 der größten Irrtümer zu GTD.

  • GTD funktioniert nur mit speziellen Werkzeugen. Falsch!
    Foren und Blogs sind voll von Besprechungen unterschiedlichster Werkzeuge, mit denen sich GTD betreiben lässt. Und wer Besitzer eines Android-Telefons oder eines IPhones ist und sich einmal in seinem App-Store umsieht, wird bereits dort vor die Qual der Wahl gestellt. Und so wundert es kaum, dass immer wieder die Frage in Mailing-Listen, Kommentaren und Foren auftaucht, welches denn nun das beste Tool für GTD ist. Und ob man vielleicht nur deshalb mit der Methode scheitert, weil man auf das sprichwörtliche falsche Pferd gesetzt habe? Die Anwender empfehlen dann Notizbücher wie das Moleskine oder von Atoma als ideales Werkzeug, oder Portale wie Nozbe oder Rememberthemilk. Diese Diskussionen sind aber auch zugleich der erste große Irrtum beim Umsetzen der Methodik.
    GTD ist von bestimmten Werkzeugen unabhängig. Sie brauchen keinen Label-Printer, auch wenn Allen einen empfiehlt. Und wenn Sie Hängemappen gut finden, müssen Sie nicht zwangsläufig auf ein anderes System umsteigen. Wer mit der Einführung von GTD scheitert, tut dies nicht, weil er ein falsches Werkzeug eingesetzt hat, sondern weil er mit den Tools nicht richtig gearbeitet hat und die grundlegende Vorgehensweise in der Methodik nicht umgesetzt hat. Bleiben Sie also kreativ und schaffen Sie sich Ihre individuelle GTD-Umgebung. Wenn Sie sich mit einer Kombination aus Papier und Elektronik gut fühlen, dann nutzen Sie ein solches System! Bei der Auswahl der Werkzeuge oder beim Finden Ihres eigenen Workflows kann Ihnen ein Berater oder Coach hilfreich zur Seite stehen.
  • GTD hilft beim Überwinden der Prokastination. Falsch!
    Es ist schon erstaunlich, dass GTD und das Phänomen des Aufschiebens, auch Prokrastination genannt, immer wieder in einem Atemzug genannt werden. Wer unter “Aufschieberitis” leidet, dem mag die Idee, dass immer ein nächster (kleinerer) Arbeitsschritt bei einer Sache vereinbart werden muss, verlockend erscheinen. Dabei wird aber zu oft vergessen, dass dieser Schritt dann auch getan werden muss. Oder anders: Wer Probleme mit dem Anfangen hat, wird auch mit GTD nicht anfangen. Sie haben den Berg an Aufgaben dann lediglich anders organisiert. Den Impuls zum Anfangen kann Ihnen das System nicht geben.
  • GTD kommt ohne Kalender aus. Aufgaben gehören nicht in den Kalender. Falsch!
    Allen schreibt in seinem Buch sinngemäß, dass all das “Zeug” ,das Sie einsammeln und einen konkreten nächsten Schritt erfordert, nichts im Kalender zu suchen haben. Dort notieren Sie lediglich tatsächliche feste Termine wie Besprechungen oder Reisen oder aber Abgabefristen, auf die Sie sich hinweisen lassen wollen. Genau hier liegt ein großes Problem seiner Methodik. Allen propagiert, sich bei der Planung auf seine Intuition zu verlassen. Was gerade erledigt werden soll, regelt der Einzelne durch die zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel und das Bewusstsein über die Priorität der Aufgabe. Das klappt mit Sicherheit auch für viele Menschen, die den Luxus besitzen, weitestgehend selbstbestimmt zu arbeiten. Anders sieht es aber mit dem durchschnittlichen Angestellten aus, der sich die Freiräume, in denen er wirklich produktiv sein kann, durch Schneisen im Dickicht von Besprechungen und Kundenterminen erst erarbeiten muss. Der Kalender ist also genauso wichtig wie immer. Und wer unter Prokrastination leidet, sollte den Kalender sogar intensiv nutzen, um verbindlich festzulegen, wann denn mit einer Aufgabe begonnen wird.
  • Funktioniert ohne Selbstdisziplin. Falsch!
    ”Informelle Projektplanung”, “den Kopf frei bekommen”, “sich im Automatik-Modus befinden”: Das klingt alles sehr positiv und so, als ob man mit GTD ganz einfach zu einem produktiven Menschen werden kann. Der Aufwand an Selbstdisziplin, den GTD erfordert, wird aber leider viel zu schnell übersehen. Dies beginnt mit dem “Großreinemachen”, also dem initialen Einsammeln all dessen, was in physisch und psychisch herumliegt. Und das tägliche Durcharbeiten seiner Eingänge erfordert mindestens genauso viel Selbstdisziplin wie die Tagesplanung in anderen Methodiken. Die Listen sind ständig zu überprüfen und durchzusehen, was denn als nächste Aufgabe dran sein könnte. Auch der Wochenrückblick will terminiert und durchgeführt werden. Haben Sie sich erst einmal an diese Aufgaben gewöhnt, werden Sie diese Pflege Ihres Systems nicht als beschwerlich empfinden. Bis es aber soweit ist und Sie aus der Durchsicht eine Gewohnheit gemacht haben, brauchen Sie vor allem eines: Selbstdisziplin. Und dies von Anfang an. Wenn Sie um Ihre Schwäche wissen, dass es Ihnen genau daran mangelt, sollten Sie sich überlegen, ob GTD für Sie wirklich in Frage kommt.
  • GTD ist (auch) Projektmanagement. Falsch!
    Gar keine Frage: Die Definition von Allen zum Thema Projekt ist einfach verständlich, und eignet sich sehr gut für die Aufgabenverwaltung einer einzelnen Person. Aber ein Team damit zu steuern oder gar Ressourcen zu berücksichtigen ist allein mit Listen nicht möglich. Spätestens an dieser Stelle müssen Sie auf ein Werkzeug zurückgreifen, das die Abhängigkeiten von Tätigkeiten, Kosten und Ressourcenauslastungen transparent macht. Und ein solches Werkzeug erwartet von Ihnen Ein- und Angaben nach seiner Konzeption. Natürlich kann sich jedes Mitglied eines Projekts nach GTD organisieren, aber der Projektmanager, die aufgefordert ist, den Überblick zu behalten, wird nicht ohne eine solide Planung auskommen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Einführung von GTD gemacht?

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Pomodoro – Tools und Technik im Überblick

8. Juni 2010

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Bei der Pomodoro-Technik handelt es sich um eine Methode des Zeitmanagements, deren Ansatz noch recht jung ist. Pomodoro teilt umfangreichere Aufgaben in kleinere Einheiten auf. Dahinter stecken zwei Grundgedanken: Zum einen die Idee, dass es Menschen, die an Prokrastination leiden, deutlich leichter fallen sollte, kleinere Arbeitspakete zu erledigen. Zum anderen sind kurze Pausen ein wichtiges Element innerhalb der Technik. Diese sollten für mehr Agilität sorgen. Die Vorgehensweise der Technik erfolgt so:

  • Entscheiden Sie sich für eine Aufgabe, die Sie erledigen wollen.
  • Stellen Sie einen Timer auf 25 Minuten.
  • Arbeiten Sie an der Aufgabe bis der Timer klingelt. Werden Sie unterbrochen, beginnen Sie von vorn.
  • Am Ende einer solchen Zeiteinheit, legen Sie eine kurze Pause von 5 Minuten ein.
  • Alle vier Zeiteinheiten erfolgt eine längere Pause.

Francesco Cirillo hat die Technik in den USA sehr populär gemacht und ein kleines Manual darüber verfasst. Auf seiner offiziellen Seite informiert er über die Pomodoro-Technik.

Die Zeitnahme der einzelnen Einheiten können Sie mit einem beliebigen Timer vornehmen. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Softwarepakete, die beim Pomodoro behilflich sind:

  • Pomodairo: Die Anwendung ist in Adobe Air geschrieben und damit auf allen Plattformen lauffähig, für die es die Runtime von Adobe gibt. In der Software selbst ist es möglich, zwischen geplanten und spontanen Aufgaben zu unterscheiden.

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  • Focus Booster: Auch diese Anwendung ist in Air geschrieben. Es gilt also sinngemäß das gleiche wie für Pomodairo. Allerdings ist das Programm deutlich einfacher gehalten und übernimmt lediglich die Zeitnahme. Einen Vergleich zwischen diesen beiden Programmen finden Sie im Web.
  • Der Tomato-Timer ist eine sehr einfache Windows-Anwendung. Geräuschlos verrichtet es die Zeitnahme.

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  • Der Pomodoro-Timer ist ein kleines Tool für Windows, das sich Systray einnistet. Es hält sich damit angenehm im Hintergrund und zeigt die Restlaufzeit der aktuellen Einheit in der Titelzeile einer Anwendung.
  • MaToMaTo ist eine kleinere und verspielte Anwendung, die sich auf dem Bildschirm platziert. Damit raubt sie leider den Focus auf die aktuelle Anwendung.

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  • PomoTime umfasst nicht nur den Timer, sondern auch eine kleine, sehr liebevoll gestaltete Aufgabenliste, in der Sie auch die Zahl der geplanten Pomodoros für die Aufgabe hinterlegen.

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Beenden Sie die Aufschieberitis

7. Juni 2010

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Zunächst zwei gute Nachrichten: Sie sind mit Ihrem Leiden nicht allein, etwa 20% der Arbeitnehmer würden sich selbst in die Kategorie der «Aufschieber» einordnen. Die zweite gute Nachricht: Sie sind nicht als Aufschieber geboren. Es gibt also durchaus Wege aus dem Dilemma.

Machen Sie sich zunächst klar, dass Sie etwas ändern wollen und auch ändern müssen. Wie die Zeitschrift «Psychology Today» in einem Beitrag festgehalten hat, birgt Aufschieberitis durchaus gesundheitliche Gefahren. Schlaflosigkeit, eine hohe Affinität zu grippalen Infekten oder auch Magenprobleme zeugen davon, dass die Schuldgefühle darüber, nicht in die Gänge kommen zu können, an der Psyche nagen.

Tipps gegen das Aufschieben:

  • Beginnen Sie sofort! Hören Sie auf, über eine Aufgabe oder ein Projekt nachzudenken, sondern fangen Sie mit einem ersten Schritt an, auch wenn dieser noch so klein ist. Wer innerhalb der ersten 72 Stunden nach dem Übertragen einer Aufgabe oder dem Schluss eines Vorsatzes noch nicht damit begonnen hat, geht wahrscheinlich nie an die Umsetzung.
  • Arbeiten Sie 30 Minuten an Ihrem Projekt: Arbeiten Sie wenigstens 30 Minuten an Ihrem Projekt. Sagen Sie zu sich, dass eine halbe Stunde nun wirklich nicht viel ist. Vielleicht sind Sie nach dieser halben Stunde motiviert genug, sich weiter der Aufgabe zu widmen. Haben Sie die 30 Minuten durchgehalten, belohnen Sie sich! Die größten Werke der Weltliteratur verdanken sich der Kontinuität. So schrieb Thomas Mann jeden Tag mindestens 5 Seiten und brachte es auf ein erstaunlich umfangreiches Werk.
  • Nutzen Sie die Salami-Taktik: Denken Sie nicht an eine große Aufgabe, sondern zerlegen Sie diese in mehrere kleine Teilaufgaben, zu deren Erledigung weniger Zeit benötigt wird. Nehmen Sie sich vor, gleiche einer dieser Teilaufgaben abzuarbeiten.
  • Schalten Sie Ablenkungen aus: Reduzieren Sie ganz bewusst Dinge, die Sie ablenken könnten. Schauen Sie nicht nach neuen E-Mails, auch wenn Sie damit beschäftigt scheinen, legen Sie den Blackberry zur Seite oder schalten Sie ihn ganz aus. Gehen Sie offline, wenn es denn irgendwie geht, denn das Internet ist einer der Zeiträuber Nummer eins.
  • Packen Sie bei unangenehmen Aufgaben zu! Vielem Menschen zögern, ein Projekt in Angriff zu nehmen, weil sie eine besonders unangenehme Aufgabe vor sich herschieben. Drehen Sie den Spieß um und packen Sie eine solche Aufgabe sofort an. Dann haben Sie es hinter sich! Danach dürfen Sie sich aber auch belohnen!
  • Denken Sie an die Konsequenzen: Das mag zunächst den Druck unnötig erhöhen, allerdings ist es wichtig, dass Sie sich verdeutlichen, dass Ihnen Nachteile daraus erwachsen, wenn Sie Ihre Arbeit ständig nur mittelmäßig erledigen, zu spät abliefern oder nur unzureichend bearbeiten.
  • Schluss mit den Ausreden: «Ich musste noch», «Das war jetzt wichtiger». Aufschieber sind Meister im Erdenken von Ausreden und Gründen, warum es ihnen nicht möglich war, die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Hinterfragen Sie sich ganz ehrlich: Ist das wirklich wahr? Mussten Sie die andere (Routine-)Aufgabe tatsächlich durchführen?
  • Belohnen Sie sich, aber übertreiben Sie nicht! Belohnen Sie sich für erste Teilerfolge. Gegen die Prokrastination anzukämpfen erinnert oft an eine Art von Drogenentzug. Sie müssen Ihr Gehirn umprogrammieren, um die tradierten Verhaltensmuster zu überwinden. Und dies funktioniert am besten, in dem Sie das Belohnungszentrum ansprechen. Gehen Sie aber auch nicht zu übermotiviert an die Sache heran. Wer sich nur noch in die Arbeit vergräbt, weil sich die ersten Erfolge einstellen, läuft Gefahr, zu übertreiben. Schon droht das nächste Extrem, nämlich ein Burn-out-Syndrom.
  • Achten Sie auf Ihre Sprache: Denken Sie nicht, dass Sie diese Aufgabe jetzt erledigen «müssen», sondern, dass Sie diese Aufgaben erledigen «wollen». Denken Sie nicht in Kategorien von Zwang und Druck, sondern übernehmen Sie in Ihren Gedanken und in Ihrer Sprache die aktive Rolle!
  • Nutzen Sie den Trick der vorgezogenen Deadline: ein altbewährter Trick: Soll eine Aufgabe bis zum Freitag fertig sein, notieren Sie sich den Donnerstag als Abgabetermin. Nehmen Sie diesen Abgabetermin als wahr. Beim ersten Mal werden Sie noch wissen, dass Sie sich eigentlich gerade selber etwas vorlügen, je öfter Sie aber den neuen Abgabetermin denken, desto eher werden Sie ihn als «wahr» empfinden und sind bestenfalls sogar einen Tag vor Abgabe mit Ihrer Aufgabe fertig!
  • Nutzen Sie Routinen: Routine klingt nach Langeweile und eingefahrenen Gleisen. Routinen geben aber auch Halt im Alltag. Strukturieren Sie Ihren Tag, in dem Sie feste Aufgaben wie Telefonate, Mailen, aber auch Pausen unterbringen. Das mag zunächst langweilig klingen, durch die feste Struktur bleiben Ihnen aber auch weniger Zeitfenster, um Aufgaben dorthin zu schieben.
  • Halten Sie Ordnung: Wetten? Sie wollten gerade mit dieser unangenehmen Aufgabe beginnen, da haben Sie aber bemerkt, wie unordentlich es in Ihrem Büro aussieht. Da mussten Sie dann doch schnell aufräumen. Und schon wieder haben Sie nicht angefangen und wieder ist wichtige Zeit einfach verschwunden. Beugen Sie dem vor, in dem Sie konsequent Ordnung halten und auf Ihrem Arbeitsplatz möglich nur die aktuellen Vorgänge deponieren.
  • Bleiben Sie konzentriert: Einer der größten Unterbrecher in Ihrem Büro sind Sie selbst! Bleiben Sie gedanklich bei der Aufgabe, die Sie gerade bearbeiten, und schweifen Sie nicht ab! Wenn Sie nebenbei noch an weitere zu erledigende Dinge denken, finden Sie deutlich schwerer in die Arbeitssituation zurück!
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