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Word mac: Gerade Anführungszeichen suchen und ersetzen

17. Dezember 2012

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Die eher unscheinbaren Anführungszeichen können sich leicht zu einem massiven Problem auswachsen. Nämlich dann, wenn Sie sich auf einen Typ festgelegt haben, der Verlag aber diese Form der Anführungsstriche nicht einsetzen möchte. Die Suche mit sogenannten regulären Ausdrücken hilft Ihnen hier weiter.

Um etwa in Word 2011:mac die geraden Anführungszeichen gezielt durch eine Alternative zu ersetzen, gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie Bearbeiten, Suchen, Erweitertes Suchen und Ersetzen. Klicken Sie im nachfolgenden Dialog auf den kleinen Pfeil.
  2. Dort aktivieren Sie die Option mit Mustervergleich.
  3. In das Feld Suchen tragen Sie ein: "(*?)" Dies ist ein regulärer Ausdruck. Damit weisen Sie Word an, nach Anführungszeichen zu suchen, zwischen denen sich entweder ein einzelnes Zeichen oder eine beliebige Zeichenfolge befinden kann. Dies wird mit den beiden Platzhaltern definiert.
  4. In das Feld Ersetzen durch aus dem Register Ersetzen tragen Sie dagegen ein: »\1« So legen Sie fest, dass die französischen Anführungszeichen verwendet werden, zwischen denen aber der gerade gefundene Ausdruck eingesetzt wird.

Anführungszeichen ersetzen

Mehr ist schon nicht zu tun.

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Warum Sie wieder Tagebuch führen sollten – mit Dayone

6. August 2012

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Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die in ihrer Jugend damit begonnen haben, ein Tagebuch zu führen. Doch nur wenige halten diese Gewohnheit dann weiter durch. Irgendwann zwischen der Pubertät und dem Eintritt in das Berufsleben bleibt scheinbar keine Zeit mehr, sich täglich um seine Aufzeichnungen zu kümmern. Aber, wenn Ihnen das Führen eine solchen Journals Freude bereitet hat, denken Sie doch einmal darüber nach, ob Sie diese Gewohnheit nicht wieder aufgreifen wollen.

Gründe, die für ein Tagebuch sprechen

Vielen Menschen scheuen sich davor, ein Tagebuch zu führen, weil sie der Meinung sind, dass ihr Alltag nichts enthält, was sich lohnt, aufgezeichnet zu werden. Dieser Gedanke basiert aber auf der Idee, dass die Aufzeichnungen von einem Dritten gelesen werden, der dann darüber urteilt. Von diesem Gedanken sollten Sie sich frei machen. Sie schreiben ein Tagebuch ausschließlich für sich selbst!

Wenn Sie sich beim Schreiben Gedanken darüber machen, wer ihre Zeilen lesen wird, werden Sie eher verkrampft sein und nicht das schreiben, was Sie denken. Vor allen Dingen sollten Sie sich von der Idee befreien, dass in einem Tagebuch nur Begegnungen und Gedanken von besonderer Tragweite stehen. Unsere Erwartungshaltung gegenüber Tagebücher ist stark geprägt von den gedruckten privaten Aufzeichnungen vieler Prominenter. Aber wer sich einmal die Mühe macht und etwa die Tagebücher von Thomas Mann vollständig liest, stößt dabei nicht nur auf Aufzeichnungen rund um das politische oder literarische Geschehen. Hier wird auch von Besuchen bei einem Zahnarzt berichtet oder über Erkältungskrankheiten. Alltag pur, also.

Mit einem Tagebuch …

  • können Sie sich besser an Vergangenes erinnern: Wann hat Ihr Sohn oder Ihre Tochter eigentlich mit dem Sprechen begonnen? Wie kam es dazu, dass Sie den Arbeitgeber gewechselt haben? Wie ging es Ihnen auf der schönen Urlaubsreise? Unser Leben rauscht anscheinend an uns vorbei. Beim Blick in den Spiegel neben wir überrascht die Veränderungen an uns wahr, die dem Alter geschuldet sind. Wenn wir aber mit uns Zwiesprache halten, ist es offenbar die gleiche Person, die gerade erst die Schule verlassen hat. Ein Tagebuch hilft uns dabei, die Wegstrecke des Lebens, die wir hinter uns gelassen haben, noch einmal nachzuvollziehen. Mit dem Tagebuch bewahren Sie wichtige Momente Ihres Lebens. Momente, die Sie später wieder in Gesprächen mit anderen teilen können. Der Blick in den Rückspiegel kann Ihnen auch künftige Entscheidungen erleichtern.
  • verstehen Sie Fehlentscheidungen besser: Wir alle machen Fehler! Und gerade in der Rückschau wird mit dem zeitlichen Abstand erkennbar, wie Sie sich in einer bestimmten Situation besser verhalten hätten. Das kann im privaten Umfeld genauso wichtig wie im Beruf sein. Erleben Sie eine ähnliche Situation, kann die Lektüre des Tagesbuchs Ihnen dabei helfen, nicht erneut den gleichen oder einen ähnlichen Fehler zu machen.
  • dokumentieren Sie Ihre Arbeit und Erfolge: Wer längere Zeit an einem Projekt gearbeitet und es erfolgreich zum Abschluss gebracht hat, kann stolz auf seine Leistung sein. Und sich den zeitlichen Verlauf noch einmal anzusehen, sich an die Probleme und Schwierigkeiten zu erinnern, die es während des Projektes zu lösen gab, schafft eine tiefe Zufriedenheit!

Wie Sie Tagebuch führen können

Was Sie in Ihrem Tagebuch notieren wollen und wie Sie dies tun, bleibt allein Ihre Entscheidung. Wenn Sie lediglich Stichworte bevorzugen, schreiben Sie Ihre Gedanken in Kurzform auf. Wenn Sie nur über Ihre Arbeit schreiben möchten (was schade wäre), beginnen Sie mit einem Arbeitsjournal.

  • Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Schreiben Sie am besten täglich, wenigstens aber einmal pro Woche. Reservieren Sie sich zu Anfang feste Zeiten, zu denen Sie die Aufzeichnungen erledigen wollen oder verankern Sie diese Tätigkeit in Ihrem Kalender als Verabredung mit sich selbst.
  • Wenn Sie viel am Computer arbeiten, könnten Sie Ihr Aufzeichnungen in einer einfachen Textdatei niederschreiben. Vielleicht bevorzugen Sie aber auch eine kleine Anwendung dafür. Beispielsweise hält sich das Programm DayOne für den Mac sehr dezent im Hintergrund. Dank seines Eintrag in der Menüleiste können Sie aber jederzeit, auch mehrfach am Tag, etwas notieren, das Sie im Gedächtnis bewahren wollen.
  • Und natürlich spricht auch nichts gegen die klassische Variante: Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch, das Sie gern zur Hand nehmen und beginnen Sie mit Ihren Aufzeichnungen.

Das kann Dayone für Sie tun

DayOne ist eine hübsch gestaltetet Anwendung, die Sie beim Führen eines Journals unterstützen möchte. Ganz dezent im Hintergrund. Bisher konnte das Programm lediglich Ihre Texte aufnehmen, seit einigen Tagen hat DayOne aber eine recht umfassendes Update hinter sich. Zusätzlich sind jetzt auch Optionen dazugekommen, Fotos, Informationen über den aktuellen Ort und Wetterdaten aufzunehmen. Das Programm wird in Versionen für

  • Ihren Mac
  • Ihr iPhone
  • Ihr iPad

angeboten.

Die Software verfügt über einen einfache und übersichtliche Oberfläche. Sie können sich Ihre Einträge in Form einer Liste (Timeline) ansehen und mit einem kleinen Kalender auch verfolgen, an welchen Tagen Sie Notizen angelegt haben. Die Macher wollen Sie dazu bringen, möglichst häufig kürzere Notizen anzulegen. So residiert DayOne auf Wunsch auf dem Mac in der Menüleiste und klappt ein kleines Eingabefeld (ähnlich einem Twitter-Client) herunter. Darin notieren Sie dann einen Gedanken oder eine Aktivität. Sie können beliebig viele solcher Einträge im Laufe eines Tages schreiben und kommen so zu einem rasch wachsenden Journal. Die Entwickler nennt DayOne übrigens auch “Twitter für Ihre Gedanken”.

Dayone auf dem Mac

Aus meiner Sicht entfaltet sich der volle Nutzen der App erst durch den Einsatz auf allen Apple-Geräten. So erfassen Sie auch unterwegs ein Ereignis, an das Sie sich zurückerinnern wollen oder legen einen Schnappschuss sofort im richtigen Kontext ab. Dank der Synchronisation per iCloud sind auf allen Geräten Ihre Aufzeichnungen vollständig.

Dayone auf dem iPhone

Diesen Datenabgleich sollen Sie auch per Dropbox vornehmen können, was mir aber bisher nicht zufriedenstellend gelungen ist. Zwischen iPad und iPhone gelang das auf Anhieb, aber auf dem Mac meckerte die Software regelmäßig darüber, dass Dropbox nicht installiert sein, was aber der Fall ist. Ich bin da auf die Meinung des Supports sehr gespannt.

Trotz dieser kleinen Macke, die sicherlich lösbar ist, möchte ich DayOne in meinem Alltag nicht mehr missen. Zum Preis von zwei Kaffeespezialitäten bei Starbucks erhalten Sie alle drei Clients.

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Lassen Sie sich an Pausen erinnern – DrWright für Ubuntu

2. August 2012

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Wer sehr konzentriert am Computer arbeitet, vergisst schnell die Pausen. Das ist alles andere als gesund. Es erfordert aber auch etwas Selbstdisziplin sich eine Auszeit zu nehmen, wenn der Arbeitstag gerade hektisch ist. Wenn Sie, wie ich, zu den Menschen gehören, die schon einmal die eine oder andere Pause vergessen, dann gibt es nun eine schöne Software für Ubuntu, die Sie dezent daran erinnert.

Drwright kann momentan nur aus einem PPA-installiert werden. Wie Sie ein solches PPA am einfachsten einbinden, habe ich Ihnen bereits im Artikel “Sparen Sie Zeit und Mühe beim Einsatz von PPA-Paketquellen (Ubuntu)” gezeigt. Die Adresse für das PPA lautet: https://launchpad.net/~drwright/+archive/stable

Nachdem Sie die Quelle eingebunden haben, verläuft die Installation mit Synaptic ganz einfach. Klicken Sie dort auf den Schalter Ursprung und anschließend auf die gerade eingebundene Quelle. Jetzt das angezeigte Programm zur Installation markieren und die gewohnten Schritte durchlaufen.

Pauenintervall mit Drwright einstellen

Die Software ist keine eigenständige Applikation, sondern klinkt sich in die Systemeinstellungen ein. Rufen Sie diese über das Zahnrad auf. Unter Persönlich finden Sie jetzt den Eintrag Tipp-Pause. Im nachfolgenden Dialog tragen Sie die Zeit ein, die Sie als Arbeitszeit messen lassen wollen und natürlich die Dauer der Pausen.

Einstellungen für Tipp-Pause unter Ubuntu

Ich persönlich rate Ihnen dazu, die Pausen nicht verschieben zu lassen, denn dann halten Sie sich ohnehin nicht daran. Verlassen Sie anschließend die Systemeinstellungen.

Das kleine Werkzeug wird Sie jetzt zukünftig an das Einhalten durch das Sperren der Arbeitsstation erinnern. Dazu werden Sie rechtzeitig vorgewarnt.

Warnung vor der nächsten Pause - DrWright unter Ubuntu

Ist der Zeitpunkt dann gekommen, wird der Bildschirm vollständig gefüllt. So arbeiten Sie deutlich gesünder, garantiert.

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Videostreams aufzeichnen – mit Jaksta (Mac und Win)

18. Juni 2012

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Videos werden auf immer mehr Sites eingesetzt. Ob als Tutorial oder schlicht zur Unterhaltung: Tausende Filme stehen im Internet auf Abruf bereit. Bei vielen wünscht man sich, eine Kopie davon auf dem eigenen Rechner zu besitzen, um sich den Inhalt auch offline anzusehen oder ohne Risiko in eigene Präsentationen einzubetten. Für die Nutzer eines Macs und Windows gibt es erfreulicherweise mit Jaksta ein cleveres Werkzeug, das diesen Wunsch erfüllt.

Das leistet Jaksta

Das lokale Speichern von Video-Streams ist keine neue Sache. Für die meisten Browser gibt es Erweiterungen, die dem Nutzer versprechen, jederzeit wieder auf ein Video zugreifen zu können. Die Vorgehensweise ist hierbei sehr unterschiedlich. Einige Programme lesen lediglich den Cache des Browsers aus, andere arbeiten nur mit bestimmten und im Programm hinterlegten Angeboten zusammen. Gespeichert wird dann zumeist der Stream in Form einer Flash-Datei (FLV).

Problematisch wird es, wenn Sie auf Ihrem System gern mehrere Browser parallel nutzen oder aber auf eine Seite stoßen, die der Erweiterung nicht bekannt ist. Dann laufen die integrierten Mechanismen ins Leere und Sie müssen sich nach einer Alternative umsehen.

Jaksta arbeitet vom eingesetzten Browser unabhängig und beschränkt sich auch nicht auf einen bestimmten Satz an Sites, die beobachtet werden können. Das Programm speichert auf Wunsch automatisch erkannte Streams und kann diese im Anschluss auch noch in ein anderes Format konvertieren.

Jaksta installieren und einrichten

Auf der Seite des Herstellers wird eine kostenlose Demoversion bereitgehalten. Diese ist funktional eingeschränkt und erlaubt nur die Aufnahme eines Teils des gesamten Streams. Um zu überprüfen, ob das Programm Ihren Wünschen entspricht, dürfte dies aber ausreichend sein.

Die Installation ist dank des Setups bzw. der DMG-Datei einfach und verläuft reibungslos. Sobald Sie die Software gestartet haben, werden Sie von einer kleinen Übersicht begrüßt. Darüber aktivieren Sie die Überwachung auf empfangene Streams. Diese kann damit elegant auch pausiert werden, etwa für den Fall, dass Sie lediglich surfen wollen, ohne etwas aufzuzeichnen.

Jaksta Welcome Screen

Jaksta in Aktion

Haben Sie die Überwachung aktiviert, beginnt Jaksta automatisch mit dem Download eines angezeigten Video-Streams. Dieser Download wird auch dann fortgesetzt, wenn Sie die Wiedergabe des Videos auf der eigentlichen Seite anhalten. Aber aufgepasst: Das Programm interpretiert häufig die Wiederaufnahme der Wiedergabe als neuen Stream, sodass unter Umständen das gleiche Video mehrfach auf Ihrer Festplatte landet. Der Download geht naturgemäß deutlich schneller als die Wiedergabe selbst. Damit landen die Filme schneller auf Ihrer Festplatte.

Jaksta Download von Filmen

In den Voreinstellungen ist zusätzlich eine Konvertierung der empfangenen Daten vorgesehen. Im Programmfenster zeigt Ihnen Jaksta eine Liste der empfangenen Streams bzw. der laufenden Übertragungen. Sie finden hier eine Liste, aus der Sie das gewünschte Zielformat auswählen können. Allerdings müssen Sie für die Konvertierung etwas Zeit einplanen, wenn Sie etwa aus der Flash-Datei einen Film für das iPad oder die Playstation erzeugen wollen. Praktischerweise kann Jaksta das Endprodukt dann auch gleich noch an iTunes senden.

Jaksta Konvertierungsformate

Einstellungen von Jaksta

Die Optionen der Software sind sehr übersichtlich gestaltet. Im Wesentlichen haben Sie hier die Wahl, Verzeichnisse zu definieren, in denen einerseits die heruntergeladenen Dateien, zum anderen die konvertierten Filme landen. Für fortgeschrittene Anwender interessant ist zweifellos der Abschnitt “Protocols”, da Sie hier noch eventuell fehlende MIME-Typen hinterlegen können, auf deren Übertragung Jaksta dann achtet.

Programmoptionen Jaksta

Das Programm wird für rund 50 Euro angeboten. Für den Gelegenheitsnutzer sicherlich zu teuer. Andererseits verrichtet die Software ihren Dienst genauso wie sie soll. Und wenn Sie Ihr mobiles Gerät mit Clips aus dem Internet bestücken wollen, finden Sie in dem Programm den idealen Begleiter.

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Kleinunternehmer und Umsatzsteuer – einfach erklärt

31. Mai 2012

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Wer Kleinunternehmer ist, braucht keine Umsatzsteuer abzuführen. Das bringt in erster Linie eine enorme Zeitersparnis. Denn wer umsatzsteuerpflichtig ist, muss in regelmäßigen Abständen die geschuldete Steuer melden und überweisen. Das kann monatlich bis quartalsweise sein.

Die Folge: Ihre Buchhaltung muss stets auf dem aktuellen Stand sein. Vorbei also die Zeiten, wo Sie erst im Rahmen der Steuererklärung für das Vorjahr Ihre Einnahmen und Ausgaben als Selbstständiger oder Freiberufler zusammenstellen mussten.

Um das Thema Umsatzsteuer und Kleinunternehmer ranken sich in den diversen Foren im Internet allerdings auch viele falsche Information und enorm viel gefährliches Halbwissen. Deshalb für Sie die wichtigsten Fakten rund um die Regelung für Kleinunternehmer.

Wann sind Sie ein Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG?

Auf den ersten Blick scheint die Definition des Kleinunternehmers recht simpel zu sein. Es gelten dabei zwei Voraussetzungen:

  1. Der Gesamtumsatz des Vorjahrs hat nicht mehr 17.500 Euro betragen.
  2. Der geschätzte Gesamtumsatz des laufenden Jahres wird nicht mehr als 50.000 Euro betragen.

Soweit, so gut. Kleinunternehmer sagt übrigens in diesem Sinne nichts über die Größe des Unternehmens aus. Sofern ein Unternehmen Leistungen erbringt, die nicht unter die Umsatzsteuer fallen, können auch mehrere Hunderttausend Euro Umsatz erwirtschaftet werden, ohne dass Umsatzsteuer zu zahlen ist.

Sind beide Voraussetzungen erfüllt, sind Sie Kleinunternehmer. Die Konsequenzen daraus sind:

  1. Sie brauchen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.
  2. Sie brauchen keine Umsatzsteuervoranmeldung zu erstellen.
  3. Sie dürfen aber auch keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen.
  4. Sie können keine Vorsteuer abziehen.

Gerade wenn Sie mit Firmen als Kunden zu tun haben, setzen Sie diese unter einen gewissen Rechtfertigungszwang. Denn da Sie keine Umsatzsteuer erheben dürfen, weisen Sie diese auch auf den Rechnungen nicht aus. Das Unternehmen, das Ihre Rechnungen bezahlt, muss dies in der Buchhaltung vermerken. Deswegen ist wichtig, dass Sie in Ihren Rechnungen auf die Kleinunternehmerregelung hinweisen.

Ein Satz wie: “Umsatzsteuerfrei nach §19 UStG” sollte dafür ausreichen.

Was ist der Gesamtumsatz?

Die Probleme beginnen in der Praxis bereits mit der Fragestellung, was der Gesamtumsatz ist.

Der Umsatz ist nicht gleich Ihr Gewinn! Oder kurz um: Es geht nicht darum, was am Ende eines Jahres bei Ihnen übrig bleibt, sondern der Umsatz ergibt sich aus den Einnahmen Ihres Unternehmens.

Der Gesamtumsatz ist rein rechnerisch:

+ Sämtliche Einnahmen Ihres Unternehmens
+ Private Nutzung von Gegenständen Ihres Unternehmens
– Umsätze, die umsatzsteuerfrei sind

Um die Sache etwas komplizierter zu machen, besteht die Grenze für die Kleinunternehmerregelung aus dem Umsatz zuzüglich der Umsatzsteuer.

Sie müssen also auf die Einnahmen den üblichen Satz der Umsatzsteuer hinzuaddieren (zum Beispiel 7% im Falle von Autoren, Journalisten, Web-Designern etc.). Erst wenn diese Rechnung ergibt, dass die Grenzbeträge nicht überschritten werden bzw. worden sind, haben Sie den Status Kleinunternehmer.

Umsatzsteuer-Pflicht? Wie läuft das in der Praxis?

Wenn Sie dazu verpflichtet sind, läuft die Erklärung zur Umsatzsteuer recht unkompliziert, sofern Sie sich eine gute Software besorgen und Ihre Buchhaltung aktuell ist. Denn die Umsatzsteuervoranmeldung soll heute per ElStEr erfolgen, also elektronisch. In der Praxis sieht dies dann so aus:

  1. Sie summerieren die auf Ihre Rechnungen erhobene Umsatzsteuer.
  2. Von diesem Betrag ziehen Sie die auf Rechnungen, die Sie bezahlt haben, ausgewiesene Umsatzsteuer ab.

Die Differenz müssen Sie dann an das Finanzamt abführen. Das kann natürlich auch dazu führen, dass Sie eine Erstattung erhalten, wenn Sie also mehr Umsatzsteuer bezahlt als eingenommen haben.

Achtung: Umsätze schätzen

Gerade Selbstständige machen bei der Umsatzsteuer gravierende Fehler, nämlich dann, wenn sie sich nicht mehr als Kleinunternehmer ausweisen dürfen.

Haben Sie ermittelt, dass im Vorjahr Ihre Gesamtumsätze unter 17.500 waren, sollten Sie seriös schätzen, wie hoch der Gesamtumsatz des Folgejahres wird. Dies sollten Sie dokumentieren! Im Falle einer späteren Betriebsprüfung können Sie dann nachweisen, dass Sie sich Gedanken über die Umsatzsteuer gemacht haben und nicht wissentlich versucht haben, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen, obwohl bereits Anfang des Jahres absehbar war, dass diese nicht für Sie zutrifft.

Darin schließt sich die Frage an, was Sie im Falle einer falschen Schätzung machen sollten. Da Sie mit besten Wissen und Gewissen Ihren Umsatz geschätz haben, müssen Sie mit keinen Sanktionen rechnen, wenn der Umsatz eben doch höher als die erlaubten 50.000 Euro im Folgejahr war.

Die Konsequenz ist aber, dass damit unmittelbar die Regelung als Kleinunternehmer nicht mehr genutzt werden kann. Oder anders ausgedrückt: Sie unterliegen ab dem ersten Tag des darauf folgenden Jahres der Umsatzsteuerpflicht. Das bedeutet: Umsatzsteuer, die Sie dann nicht erhoben haben, ist dennoch fällig. Da Sie diese aber nicht auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen haben, müssen Sie die dann fällige Steuerschuld aus eigener Tasche begleichen. Und das kann schnell zu einer großen Belastung werden, wenn das Finanzamt den Betrag von Ihnen einfordert.

Deshalb machen Sie am Ende eines Jahres unbedingt bereits eine Aufstellung Ihrer Einnahmen!

Natürlich haben Sie auch später noch die Möglichkeit, zu versuchen, die nicht erhobene Umsatzsteuer von Ihren Kunden nachzufordern. Das löst aber einen hohen Aufwand aus, da Sie alle Rechnungen in Ihrer Buchhaltung korrigieren und neu versenden müssen. Außerdem sind Sie auch auf den guten Willen des Rechnungsempfängers angewiesen. Nach meiner Erfahrung haben Sie bei Unternehmen, die selbst Umsatzsteuer abführen, ganz gute Chancen. Denn dort wirkt sich der höhere Betrag nicht unbedingt ergebnismindernd aus. Professionell wirkt eine solche Nachforderung aber nicht.

Nicht unberechtigt Umsatzsteuer erheben!

Ein beliebter Anfängerfehler, der meist aus Unkenntnis heraus erfolgt, ist, auf seinen Rechnungen Umsatzsteuer auszuweisen, auch wenn man den Status des Kleinunternehmers hat. Immerhin wären das rechnerisch zwischen 7 und 19% mehr Einkommen pro Rechnung. Verhängnisvoll, denn wenn Sie als Kleinunternehmer unberechtigt Umsatzsteuer vereinnahmen, müssen Sie diese auch abführen. Es entsteht damit also automatisch eine Steuerschuld. Die fliegt dann spätestens bei der ersten Betriebsprüfung auf. Also lassen Sie dies besser.

Wenn der Status Kleinunternehmer entfallen ist

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Kleinunternehmer-Regelung entfallen ist, hat dies für Sie folgende Konsequenzen:

  1. Sie müssen Hinweise auf Ihren Rechnungen auf die Regelung entfernen.
  2. Sie müssen vom ersten Tag des neuen Jahres an, Umsatzsteuer erheben und abführen.
  3. Sie dürfen Vorsteuer geltend machen.
  4. Sie müssen pünktlich Ihre Umsatzsteuervoranmeldung abgeben.

Damit das Finanzamt auch mit Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung etwas anfangen kann, teilen Sie dem Finanzamt formlos in einem kurzen Brief mit, dass Ihre Kleinunternehmer-Regelung entfällt und Sie jetzt Umsatzsteuerpflichtig sind. Das sollte genügen und Sie erhalten vom Finanzamt weiter Unterlagen.

Übrigens: Auch wenn es niemand so richtig Spaß bereitet, Steuern zu zahlen, sind die Menschen im Finanzamt richtig nett. Wenn Sie also eine Weile nach Ihrem Schreiben noch nichts gehört haben, greifen Sie ruhig zum Telefonhörer und wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt.

Ein kleiner Hinweis am Schluss: Dieser Artikel erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch ersetzt er ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater, falls Sie unsicher sind. Aber mit einer ordentlichen Buchführung und einer Software verliert die Umsatzsteuer schnell ihren Schrecken.

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Steuertip für Selbstständige und Freiberufler – senken Sie die Steuerlast

16. Mai 2012

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Die Zeit drängt langsam. Wer sich noch nicht mit seiner Steuererklärung 2011 beschäftigt hat, sollte jetzt beginnen. Denn schließlich erwartet das Finanzamt die Erklärung zur Einkommenssteuer bis zum Stichtag 31.5.2012.

Ein kleiner Tipp für alle Selbstständigen und Freiberufler, die gern die Steuerlast für das Jahr etwas mindern wollen. Setzen Sie einen Investitionsabzugsbetrag an. Hinter diesem im schönen Amtsdeutsch gehaltenen Ausdruck verbirgt sich eine kostenlose Stundung Ihrer Steuerlast.

Die Idee dahinter: Sie legen zu gleichen Teilen in den drei Jahren vor der geplanten Anschaffung eines Wirtschaftsguts einen Betrag dafür zurück. Dieser mindert Ihren Gewinn und damit auch die Steuerlast. Dieses Modell ist nicht völlig neu, sondern bereits in der Vergangenheit als Ansparabschreibung bekannt.

Voraussetzung für die Bildung des Investitionsabzugsbetrags

Wie immer, haben die Finanzbehörden die Anerkennung eines solchen Betrags an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Sie müssen in dem Jahr, in dem Sie den Betrag geltend machen wollen (also in diesem Fall 2011) folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Gewinn gemäß der Einnahmen-Überschussrechnung darf vor dem Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht höher als 100.000 Euro sein.
  • Es muss sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut handeln.
  • Die Anschaffung darf maximal drei Jahre in Voraus geplant sein.
  • Der Gegenstand muss mindestens bis zum Ende des Jahres seiner Anschaffung im Betrieb verbleiben zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden.
  • Die geplante Investition ist zusammen mit der Einnahmen-Überschussrechnung beim Finanzamt einzureichen.

So geht’s: Investitionsabzugbetrag in der Praxis

Angenommen Sie planen die Anschaffung eines neuen Notebooks, da abzusehen ist, dass das aktuelle Gerät in drei Jahren aufgebraucht ist. Sie legen zunächst den Preis fest, beispielsweise für ein neues Macbook Pro mit 1800 Euro.

Sie können in den nächsten Jahren nun problemlos 30% dieses Anschaffungswertes von Ihrem Gewinn abziehen. Also 540 Euro pro Jahr, für die Sie weniger Steuern zahlen.

Schaffen Sie sich im dritten Jahr das Wirtschaftsgut tatsächlich an, müssen Sie den zurückgelegten Betrag wieder dem Gewinn zurechnen. Wenn Sie den Gegenstand dann aber erwerben, mindern die Anschaffungskosten ja wieder den Gewinn, sodass Ihnen kein Nachteil entsteht.

Der Investitionsabzugsbetrag muss allerdings im dritten Jahr dem Gewinn vollständig zugerechnet werden, wenn Sie das geplante Wirtschaftgut nicht anschaffen. Daraus erwächst Ihnen aber kein Nachteil, solange Sie den Betrag als Gewinn (genauer gesagt als Hinzurechnung) wieder aufführen. Die Steuerersparnis der Vorjahre bleibt Ihnen natürlich.

Programme für die Gewinnermittlung (wie etwa die Steuerspar Erklärung der Akademischen Arbeitsgemeinschaft) sollten Ihnen automatisch dabei helfen, den Überblick über diese Rücklagen zu behalten.

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