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OneNote und Word 2010 – ideal für Vielschreiber

13. Juli 2011

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Auch wenn es für Vielschreiber sehr gute Alternativen gibt, ist Word auf der Windows-Plattform für die meisten Nutzer einfach die Standard-Anwendung. Im Vergleich zu speziellen Programmen für Autoren bietet die Software aber kaum Möglichkeiten, ergänzende Notizen zu einem Manuskript anzulegen. Mit OneNote bietet Microsoft aber seit einige Zeit ein Programm an, mit dem Sie Notizen, Materialien und Aufgaben gleichermaßen zentral verwalten können. In Kombination mit Word oder auch Powerpoint nutzen Sie OneNote als Ihren Zettelkasten für Manuskripte und Präsentationen.

Das Zusammenspiel zwischen OneNote und Word funktioniert nur mit bereits gespeicherten Word-Dokumenten. Öffnen Sie Ihre Manuskript und wechseln Sie in das Menüband Überprüfen. Dort finden Sie einen Eintrag Verknüpfte Notizen.

OneNote starten

Nach einem Klick zeigt Ihnen OneNote eine Übersicht der bereits vorhandenen Notizbücher und Seiten an. Wählen Sie dort den Abschnitt aus, den Sie mit dem Manuskript verknüpfen wollen.

OneNote Notizbuch festlegen

OneNote wird jetzt seitlich neben dem Programmfenster von Word (oder Powerpoint) platziert. In diesem Bereich können Sie jetzt ergänzende Notizen einfügen. Wenn Sie etwa weiter recherchieren, senden Sie das gefundene Material an das entsprechende Notizbuch. Am oberen Rand der aktuellen Notizseite sehen Sie das bekannte Symbol für einen Link. Mit einem Klick darauf, können Sie unter Verknüpfte Dateien direkt aus OneNote Ihre Manuskript wieder aufrufen.

OneNote und Word in Kombination

Ein großer Vorteil dieser Verbindung besteht darin, dass Sie OneNote die Position innerhalb des Word-Dokuments merkt, an der Sie eine Notiz erstellt haben. So können Sie gezielt Material zu einem Kapitel sammeln oder auch Elemente aus dem Manuskript für die Überarbeitung kennzeichnen.

Dazu nutzen Sie einen dieser beiden Wege: Befinden Sie sich auf der Seite des Manuskripts, zu der Sie eine Notiz anlegen wollen, klicken Sie in das OneNote-Programmfenster und beginnen Sie mit dem Schreiben des Eintrags. Natürlich können Sie auch Notizen verfassen, ohne dass Ihr Manuskript geöffnet sein muss. Dann existiert aber lediglich eine Verknüpfung mit dem Word-Dokument. Es fehlt eine exakte Positionierung.

Sind Sie etwa mit einer Passage in Ihrem Dokument noch nicht zufrieden und wollen dazu Ergänzungen niederschreiben, markieren Sie die Passage in Word. Klicken und Ziehen Sie den Eintrag jetzt in das OneNote-Fenster. Jetzt können Sie dort noch Erläuterungen niederschreiben oder sich eine Aufgabe notieren.

Warnmeldung

Direkt aus Ihren Notizen gelangen Sie bei Bedarf dann wieder zur passenden Stelle in Ihrem Manuskript. Platzieren Sie die Schreibmarke über den Eintrag, bis diese wie in OneNote üblich mit einen kleinen Rahmen gekennzeichnet ist.

Direkt zu OneNote springen

Am linken Rand des Fensters blendet Ihnen die Software jetzt das Word-Icon ein. Mit einem Klick darauf, öffnet sich das Dokument direkt an der gespeicherten Position.

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Writing Outliner: Besser arbeiten mit Word (Win)

10. Januar 2011

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Scrivener ist sicherlich einer der besten Lösungen für Vielschreiber am Mac. Die Funktionen sind durchdacht und können den Arbeitsalltag eines Autoren schon sehr angenehm machen. Bisher gibt es für Windows allerdings erst eine Betaversion. Wer sich nicht komplett auf ein neues Programm einstellen möchte, sondern weiter mit Word arbeiten will, aber einen Teil der Funktionen von Scrivener zu nutzen, findet im Writing Outliner ein kleines Add-in für Word, das auf den ersten Blick verspricht, Scrivener das Wasser reichen zu können.

Installation

Die Installation des Programms ist sehr einfach. Sie laden Sie sich aktuelle Testversion auf Ihren Rechner und klicken doppelt auf die ausführbare Datei. Beenden Sie vorher Word. Das Setup selbst geht schnell. Steigen Sie später auf die Vollversion um, sollten Sie zunächst die Trialversion de-installieren, da es sonst zu Fehlern in Word kommt.

Ein Projekt anlegen

Ist die Installation erfolgreich verlaufen, starten Sie Word wie gewohnt. Auf der linken Seite des Programms finden Sie jetzt die Schaltzentrale des Writing Outliner. Klicken Sie dort auf den deutlich sichtbaren Link «Create A Project». Vergeben Sie einen Namen für das Projekt und legen Sie dessen Speicherort auf Ihrem System fest. Ein solches Programm möchte Ihnen in erster Linie dabei helfen, Ihre Texte so zu organisieren, dass Sie nicht an die Struktur von Word oder der Textverarbeitung gebunden sind. Sie schreiben die Szenen und Kapitel so, wie Ihnen das am sinnvollsten erscheint. Durch einfaches Umstellen der Gliederung entsteht später dann das Gesamtwerk, das wie in Scrivener als Kompilieren bezeichnet wird.

Startbildschirm Writing Outliner

Auf der linken Seite des Programmfenster befindet sich der Project-Explorer. Dort legen Sie neue Ordner und neue Dateien an. Dazu nutzen Sie entweder das kleine Menü am oberen Rand oder die rechte Maustaste. Ist ein Ordner markiert, so genügt ein Druck auf die Einfg-Taste, um einen neuen Text anzulegen.

Text bearbeiten

Da das Programm lediglich als Ergänzung zu Word arbeitet, schreiben und formatieren Sie Ihre Texte wie gewohnt. Hinzugekommen sind lediglich die zusätzlichen Aufgabenbereiche am rechten und linken Bildschirmrand. In den Eigenschaften eines Dokuments, die Sie am rechten Bildschirmrand erreichen, finden Sie ausreichend Platz, um Vorgaben für den Text zu hinterlegen. Hier machen Sie Vorgaben etwa hinsichtlich der Zeichenzahl. Außerdem ist hier ausreichend Platz für Notizen oder ein kurze Gliederung des Dokuments.

Dokumenteinstellungen Writing Outliner

Ergebnisse der Recherche verwalten

Zu jedem Projekt wird automatisch ein Ordner für Recherche-Ergebnisse angelegt. In diesem Ordner können Sie ebenfalls neue Word-Dokumente anlegen. Notwendig ist das aber nicht. Ihre Textnotizen können Sie auch im Text- oder RTF-Format anlegen. Andere Formate werden leider nicht unterstützt. Das ist momentan noch ein entscheidender Nachteil gegenüber anderen Lösungen wie Scrivener. Wenigstens HTML und PDF sollte der Autor möglichst bald in einer der kommenden Versionen integrieren, da für Sachautoren diese beiden Formate essentiell sind.

Word mit Outliner-Funktion

Mit Tabs arbeiten

Der Writing Outliner ergänzt Word um eine sehr sinnvolle Möglichkeit. So können Sie ab sofort mit verschiedenen Dokumenten-Tabs arbeiten. Das macht es natürlich einfacher, mehrere Kapitel oder Abschnitte unter Kontrolle zu behalten. Sobald sie auf das Pluszeichen neben dem Karteireiter geklickt haben, öffnet sich ein neuer Tab. Wählen Sie dann aus dem Project Explorer das Dokument aus, das Sie darin bearbeiten wollen. Oder Sie entscheiden sich für eine der angebotenen Spezialreiter. Damit können Sie dann Ihre Dateien verwalten.

Datensicherung

Wer professionell schreibt, sollte sich natürlich auch um eine regelmäßiges Backup seiner Daten kümmern. Der Writing Outliner kann alle Dokumente, die zum Projekt gehören, in einem ZIP-Archiv zusammenfassen. Dieses Backup dient dann zugleich als Versionierung Ihrer Arbeit. Jeder Eintrag wird in einer Liste angeboten. Mit einem Mausklick kehren Sie dann zu einem früheren Stand der Arbeit zurück. Diese sehr nützliche Funktion ist einfach und unkompliziert.

Backup im Writing Outliner

Kompilieren

In den Eigenschaften eines Dokuments können Sie mit einem Mausklick festlegen, ob die Datei beim Kompilieren berücksichtigt werden soll. Außerdem ist es möglich, einen festen Seitenumbruch für das Kompilieren zu definieren. Wenn Sie aus den einzelnen Dokumenten den finalen Text erzeugen, werden diese Einstellungen berücksichtigt. Nach einem Klick auf «Compile» werden die gewünschten Dateien zu einem neuen Text zusammengefasst. Die Software kümmert sich auf Wunsch dabei auch sofort um die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses. Um das Dokument anschließend zu versenden oder außerhalb des Programms zu bearbeiten, exportieren Sie es einfach mit einem Mausklick.

Kompilieren mit Writing Outliner

Fazit

Der Writing Outliner versucht gar nicht erst das Schreiben neu zu erfinden. Wer bei Word bleiben möchte, kann dies damit auch. Viele durchdachte Funktionen machen das Programm zu einem nützlichen Helfer für Vielschreiber.

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Ulysses – eine flexible Software für Schriftsteller und andere Autoren (Mac)

18. November 2010

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In Form einer kleinen Reihe habe ich vor einiger Zeit an dieser Stelle Programme für Schriftsteller, Journalisten und andere Autoren vorgestellt. Es war klar, dass damit kaum eine erschöpfende Marktübersicht gegeben werden konnte, sondern eher einige bekannte Anwendungen herausgegriffen werden sollten. Je länger man sich aber mit dem Thema «Professionelles Schreiben am Computer» beschäftigt, desto mehr Programme werden Sie finden. Darunter auch solche, die es lohnen, sie einmal zu testen und sich damit intensiver zu beschäftigen. Dazu zählt unbedingt das Programm Ulysses, das für den Mac angeboten wird.

Die Software propagiert das «semantische Schreiben». Damit meinen die Entwickler, dass das Programm zwischen Inhalt und der Präsentation unterscheidet. Im Gegensatz zu Word oder anderen Programmen finden Sie in Ulysses keine Formatierungsleiste. Auch Fett- oder Kursivdruck werden Sie vermissen. Sie markieren die Bedeutung einer Textpassage durch einfach zu merkende Kürzel, die Sie direkt im Text notieren. Auf diese Weise kennzeichnen Sie beispielsweise die Überschrift eines Kapitels oder eines Abschnitts. Diese erhalten ihre Formate dann während des Exportierens aus dem Programm. Doch dazu später.

Willkommensdialog in Ulysses

Unmittelbar nach dem Programmstart werden Sie von einem Dialog begrüßt, über den Sie ein neues Projekt anlegen oder ein bereits vorhandenes Projekt öffnen können. Ulysses versteht unter einem Projekt eine Sammlung von Dokumenten und den dazu gehörenden Notizen. Bei der Organisation Ihrer Arbeit sind Sie dabei völlig frei. So könnten Sie die einzelnen Kapitel eines Buches in einem Projekt zusammenfassen oder Sie legen ein Projekt an, in dem alle Ihre Blogbeiträge gespeichert werden.

Sobald das Projekt angelegt ist, öffnet sich die eigentliche Programmoberfläche. Diese untergliedert sich in verschiedene Bereiche:

Hauptprogrammfenster von Ulysses

Der linke Teil der Navigation zeigt Ihnen die zum Projekt gehörenden Dokumente mit ihrem aktuellen Bearbeitungsstatus an. Außerdem erhalten Sie eine kurze Vorschau auf den Inhalt. Im rechten Teil des Fensters haben Sie Zugriff auf die Notizverwaltung des Programms. Innerhalb des Containers mit den Informationen erkennen Sie, wie viel Sie bereits geschrieben haben und können auch den Bearbeitungsstatus des Dokuments ändern. Im Zentrum des Programmfensters steht aber der Editor. Dieser ist angenehm schlich gestaltet und damit sehr schnell.

Wie bereits angedeutet, können Sie Textpassagen mittels eigener Tags eine Bedeutung zuweisen. Ulysses kommt im Auslieferungszustand mit einigen wenigen dieser Tags aus. Dabei sind drei Typen zu unterscheiden: Auszeichnungen für einen gesamten Absatz, etwa für Überschriften. Auszeichnungen für Textpassagen, etwa zur Betonung von Passagen und schließlich Markierungen, die lediglich innerhalb des Programms eine Rolle spielen. Das ist ganz praktisch, wenn Sie etwa Kommentare oder ähnliche Kennzeichnungen setzen wollen. Eigene Stile legen Sie ganz einfach in den Einstellungen des Programms fest. Dort können Sie ebenfalls definieren, wie der jeweilige Stil später im Editor dargestellt wird. Auch diese Kennzeichnung hat mit späteren Erscheinungsbild des Textes immer noch nichts zu tun.

Definition von Absatzstilen in Ulysses

Ulysses hilft seinem Anwender, sich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren. Zum einen mittels eines Vollbildmodus, der die gesamte Oberfläche ausfüllt, aber den Zugriff auf die unterschiedlichen Bereiche bewahrt. Zum Programm gehört auch der Terminal-Modus, der den Text in den Mittelpunkt stellt und alle anderen Bildschirmelemente ausblendet. Retro-Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn es ist auch ein Vorlauf wie zu Zeiten der Schreibmaschine möglich.

Terminalmodus in Ulysses

Natürlich können Sie auch Grafiken in den Text einbauen. Allerdings werden diese lediglich als Verweise dargestellt. Neben der Notizverwaltung finden Sie einige weitere Komfortfunktionen, die Ihnen beim Suchen und Ersetzen von Textteilen, aber auch beim Konvertieren von Passagen helfen. Beim Thema Rechtschreibung greift Ulysses auf die auf dem Mac vorhandenen Funktionen zurück.

Wer bereits mit anderen Programmen Texte geschrieben hat, wird diese in den meisten Fällen problemlos in der Software öffnen können. RTF oder Word: Kein Problem für Ulysses. Es gehört aber zum Konzept der Software, dass Sie auf Ihre Formatierungen verzichten müssen.

Ist Ihr Text soweit fertig, geht es an die Ausgabe. Dazu bedienen Sie sich der Funktion “Exportieren“. Derzeit stehen Ihnen PDF, Word, Text und LaTex zur Verfügung. Um LaTex nutzen zu können, müssen Sie auf Ihrem System allerdings noch zusätzlich eine entsprechende Engine installieren. Ein Web-Export befindet sich aktuell in der Betaphase. Diesen habe ich ebenfalls ausprobiert, aber dabei gab es doch den einen oder anderen Fehler, so dass ich diesen noch nicht als für die Produktion geeignet finde. In den Einstellungen des Exports legen Sie im Anschluss im Detail fest, wie Ihre Markierungen interpretiert werden sollen. So können Sie die Formate auch an Ihre Bedürfnisse anpassen, wenn Ihnen die Vorschläge nicht gefallen.

Textexport in Ulysses

Ulysses ist ein sehr komfortables Werkzeug für alle, die viel schreiben. Darauf liegt auch die Betonung. Sie können sich auf Ihren Text konzentrieren, sind bei der Ausgabe aber flexibel genug, um ansprechende PDF-Dateien oder auch Word-Dokumente zu erhalten, die dann weiterverarbeitet werden können. Mit knapp 45 Euro für eine Lizenz ist das Werkzeug nicht einmal teuer.

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TriX: Ein echter Zeitsparer für Vielschreiber (Windows)

9. November 2010

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Sie schreiben viel und regelmäßig an Ihrem Windows-PC? Sie sind ein Freund der Tastenkürzel? Dann sollten Sie sich unbedingt TriX ansehen. Das kostenlose Tool verspricht, eine Menge Zeit zu sparen, da es unzählige nützliche Funktionen per Tastendruck anbietet.

Sie möchten schnell direkt aus Ihrem Text eine Suche bei Google durchführen? Markieren Sie den Text und führen Sie das Kürzel aus. TriX übergibt den Text an Ihren Browser und kümmert sich um den Rest. Sie brauchen schnell eine verkürzte URL? Webadresse markieren, Kommando ausführen und schon haben Sie das Ergebnis! Mit einem Kommando den PC in den Ruhezustand versetzen? Kein Problem!

Die Installation der Software ist denkbar einfach. Sie laden sich die aktuelle Version in Form eines Archivs auf Ihren Rechner. Entpacken es, und verschieben dann die ausführbare Datei in Ihren Programmordner oder ein anderes Verzeichnis Ihrer Wahl.

Nachdem Programmstart residiert das Werkzeug unauffällig im System Tray. Per Mausklick oder natürlich mit einem Shortcut rufen Sie sich die Übersicht der Kommandos auf. Diese sind übersichtlich in verschiedene Gruppen unterteilt. Schon nach den ersten Klicks werden Sie bemerken, dass TriX die Tradition der dicken Schweizer Taschenmesser fortführt und für wirklich unzählige Situationen das richtige Werkzeug anbietet.

Übersicht Kommandos in TriX

In den Einstellungen, die Sie mit einem Rechtsklick auf das Icon und »Settings« erreichen, haben Sie die Möglichkeit, jede einzelne Funktion gezielt abzuschalten und bei Bedarf ein Tastenkürzel zuzuweisen oder ein bereits vorhandenes zu verändern. Das gilt natürlich auch für den Aufruf von TriX selbst.

Einstellungen von TriX

Vielschreiber freuen sich gleich über zwei Rubriken, die einerseits Manipulationen an bereits geschriebenen Texten ausführen, zum anderen den Autoren bei seiner Arbeit unterstützen.

So verwandeln Sie mit einem Kommando eine ganze Passage in Versalien oder entfernen unnötige Sonderzeichen. Sie brauchen Blindtext, um sich vom Layout eines Dokuments zu überzeugen? Dann nutzen Sie die Funktion »Loren ipsum«. Wie viele Zeichen haben Sie bereits geschrieben? Markieren Sie den Text und führen Sie das Statistik-Kommando aus!

TriX ist ein beeindruckendes Werkzeug, nicht nur für Redakteure und Autoren; auch im Büroalltag macht die Software eine gute Figur!

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Einfach besser schreiben

1. September 2010

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Das Schreiben ist keine einfache Sache, egal ob Sie nun Ihr erstes Sachbuch oder Ihren ersten Roman verfassen. Jeder kennt die Probleme, die dabei auftauchen: Zweifel am eigenen Können und dem Geschriebenen oder auch regelrechte Schreibblockaden. Ein paar Tipps, wie beim Schreiben besser zurecht kommen:

  • Halten Sie stets ein Notizbuch in Reichweite: Die besten Einfälle kommen meist gar nicht während des Schreibens, sondern in anderen Situationen: beim Einkaufen, in der Badewanne oder kurz vor dem Einschlafen. Es wäre doch schade, wenn diese Gedankenblitze einfach ungenutzt blieben. Führen Sie also immer ein kleines Notizbuch mit sich, in das Sie schnell einen Gedanken für Ihren Text eintragen können.
  • Gliedern und planen Sie vor dem Schreiben: Natürlich gibt es auch Autoren, die sehr gut damit zurecht kommen, einfach loszulegen und sich von Ihren Gedanken treiben zu lassen. Aber in den meisten Fällen, werden Sie effektiver und sicherer arbeiten, wenn Sie sich vor dem Schreiben einige Gedanken machen und eine Gliederung aufstellen. Diese tragen Sie am besten bereits direkt in den Text ein. So können Sie sich an dieser Struktur entlang durch den Text arbeiten und die Bildschirmseite sieht auch nicht so leer aus.
  • Schreiben Sie, bis der Gedanke ausgeführt ist: In Workshops zum Schreiben werden Sie häufig lesen, dass Sie sich ein Tagesziel setzen sollten. Und die Werkzeuge, die ich Ihnen in den vergangenen Wochen an dieser Stelle vorgestellt habe, bieten Ihnen auch eine solche Funktion. Ich persönlich halte davon nichts. Schreiben Sie so lange an Ihrem Text, bis der Gedanke, den Sie ausführen wollten, aus Ihrer Sicht hinreichend beschrieben ist. Wenn Sie dann 2000 Zeichen unter Ihrem Tagesziel liegen, spielt das keine Rolle.
  • Schreiben Sie, am besten täglich: Setzen Sie sich täglich an die Arbeit und schreiben Sie auch Texte, von denen Sie zunächst gar nicht davon ausgehen, dass diese veröffentlicht werden sollen. Das können auch völlig andere Texte sein, etwa eine Glosse oder ein Kommentar. Es wird Ihre Stilsicherheit erhöhen und Sie auch für Ihr Hauptwerk inspirieren.
  • Benutzen Sie Wörterbücher: Während des Schreibens sollten Sie von den tollen Möglichkeiten, die Ihnen Ihr Schreibprogramm bietet, Gebrauch machen. Nutzen Sie den Thesaurus und stöbern Sie in Wörterbüchern. Das schafft Abwechslung in den Texten und hilft Ihnen später dabei, schneller auf den Punkt zu kommen.
  • Suchen Sie Inspiration: Sehr inspirierend kann es sein, die Manuskripte und Einfälle anderer Autoren zu lesen. Vielleicht organisieren Sie in Ihrem Heimatort einen Kreis von (Hobby-)Autoren? In regelmäßigen Treffen lesen sich die Teilnehmer dann gegenseitig ihre aktuellen Werke vor und erhalten damit unmittelbare Rückmeldung und Ideen für die weitere Arbeit!

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Tools für Autoren (5): StoryMill

30. August 2010

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Die kleine Reihe mit Werkzeugen für Autoren beschließt die Software Story Mill, die für Mac OS verfügbar ist. Das Programm begrüßt seinen Anwender mit einer sehr aufgeräumt wirkenden Oberfläche. Im linken Bereich des Programmfensters befindet sich die Hauptnavigation, über die Sie die verschiedenen Bereiche eines Projekts erreichen. Story Mill hat Essayisten, Romanciers und Drehbuchautoren gleichermaßen als Zielgruppe. Dafür spricht bereits die Aufteilung der Hauptnavigation.

Hauptbildschirm Storymill

Der Hauptbereich des Programmfensters wird vom Editor dominiert. Dieser ist, wie bei den meisten anderen Programmen dieser Gattung auch, bewusst einfach gehalten. Er verfügt allerdings über eine Symbolleiste, über die Sie die gebräuchlichen Schriftformate zuweisen. Auch Stilvorlagen sind integriert, was den Editor zu einer regulären kleinen Textverarbeitung macht. Ebenfalls gut gelungen ist die Vollbilddarstellung, die den Namen wirklich verdient und alle ablenkenden weiteren Elemente vollständig ausblendet. Damit konzentrieren Sie sich also komplett auf den Text.

Zeitstrahl in Storymill

Ein Drehbuch verfassen können Sie natürlich mit jedem beliebigen Schreibprogramm. Was ein Werkzeug wie Story Mill auszeichnet, sind die vielen weiteren Zusatzfunktionen. Dazu gehört die Verwaltung von Charakteren und Orten. Nach Auswahl des entsprechenden Eintrags in der Navigation genügt ein Klick auf „Hinzufügen“, um ein neues Element anzulegen. Im rechten Bereich des Fensters legen Sie die Eigenschaften für das Objekt fest. Dazu zählt auch der Status. Handelt es sich noch um einen Entwurf oder ist der Charakter soweit skizziert, dass Sie ihn als abgeschlossen ansehen? Die optionalen Stichworte schaffen eine zusätzliche Übersicht. Um die eigentliche Charakterstudie zu formulieren, nutzen Sie einen kleinen zusätzlichen Editor, der genügend Platz für die Aufzeichnungen bietet.

Eine angenehme Kleinigkeit, die aber gerade Vielschreiber zu schätzen wissen, ist die integrierte Fortschrittsanzeige. Diese informiert einerseits über das Ziel des Gesamtprojekts und wie viel davon in der aktuellen Sitzung bereits erreicht wurde. Sehr praktisch ist die Funktion „Zeitstrahl“. Dort arrangieren Sie die einzelnen Szenen und gruppieren diese bei Bedarf zu Handlungssträngen. Gerade bei umfangreichen Dramaturgien eine willkommene Arbeitsunterstützung.

Fortschrittsanzeige Storymill

Die Online-Hilfe und ein sehr gutes deutschsprachiges Handbuch werden Ihnen die Einarbeitung in die zahlreichen Möglichkeiten von Story Mill erleichtern. Eine Lizenz kostet rund 40 Euro.

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Tools für Autoren (4): Papyrus Autor

18. August 2010

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Aus Deutschland kommt die Textverarbeitung Papyrus, die einige Besonderheiten aufweist, die sie zu einem sehr guten Werkzeug für alle Autoren machen. Dazu zählen etwa die Klemmbretter, von denen Sie mehrere einrichten können. Diese müssen Sie sich wie eine Pinnwand in Ihrem Büro vorstellen. Mit einem Mausklick hängen Sie dort eine Notiz an, auf der Sie Gedanken oder Textschnipsel eintragen. Diese übernehmen Sie auf Wunsch schnell und unkompliziert in Ihren Text.

Das Programm folgt einem eigenen Bedienkonzept, das Umsteigern von OpenOffice oder gar Word zunächst die Orientierung erschwert, sich auf Dauer aber als sehr durchdacht erweist. Alle Funktionen, die Sie aus Ihrem Schreibprogramm gewohnt sind, finden Sie auch in Papyrus, nur eben etwas anders. Natürlich können Sie auch mit Papyrus einen Brief schreiben, aber dafür ist das Programm fast zu schade. Die Unterstützung des Autoren beginnt etwa mit der «Inhaltsübersicht», die Ihnen mit einem Mausklick in einem kleineren Fenster die Struktur Ihres Textes anzeigt. Dazu blenden Sie sich optional auch Statistiken ein, so dass Sie sofort erkennen, wie lang die einzelnen Abschnitte geworden sind.

Inhaltsübersicht in Papyrus

Wer einen Abgabetermin im Rücken hat, muss seine Arbeit einteilen und feste Tagesziele schaffen. Diese definieren Sie in den Eigenschaften eines Dokuments und erkennen anschließend in der Statusleiste, wie viel Sie bereits geschafft haben. Diese Funktion ist so einfach und praktisch, dass sich die Hersteller der Office-Schreibprogramme fragen lassen müssen, warum sie nicht längst eine solche Funktion integriert haben? Papyrus ist darauf ausgelegt, die Arbeit des Autoren unaufdringlich zu unterstützen und weiß dabei während der Arbeit durchaus zu verblüffen. Hat das Dokument eine bestimmte Länge überschritten, bietet Ihnen das Programm automatisch an, in regelmäßigen Abständen Datensicherungen anzulegen. Außerdem können Sie auch eine Versionierung nutzen, um zu einem späteren Stand zurückzukehren.

Einrichtung von Tageszielen in Papyrus

Ein Thesaurus, Funktionen für die Ersetzung von Anführungszeichen oder auch Importfunktionen für Grafiken zählen ja fast zum Standard. Positiv aus dem Rahmen fallen die Korrekturmöglichkeiten, denn um die Rechtschreibung kümmert sich der Duden Korrektor, der sehr gut integriert wurde. Doch damit nicht genug. Eine Stilanalyse weist Sie bereits während des Schreibens auf Füllwörter, Wortwiederholungen oder auch Verbfaulheit hin. Papyrus kennzeichnet die entsprechenden Stellen farbig und erläutert Ihnen das Problem in seiner Statusleiste, wenn Sie mit der Maus auf die Passage zeigen.

Ein Höhepunkt ist sicherlich die Lesbarkeitsanalyse. Diese aktivieren Sie ebenfalls mit einem Mausklick. Anschließend signalisieren Ihnen Farben direkt in Ihrem Text, ob Ihnen eine leicht lesbare oder komplizierte Fassung gelungen ist. Zu Papyrus Autor gehören auch die Funktionen von Papyrus Office. Sie können also nicht nur professionell schreiben, sondern greifen bei Bedarf auf einen Datenbank für Seriendokumente aller Art zu. Diese Datenbank kommt aber auch dann ins Spiel, wenn Sie mit Papyrus ein umfangreiches Projekt verwalten wollen. Denn auf Wunsch verwaltet das Programm dann auch Charaktere oder Literaturfundstellen gleich mit.

Lesbarkeitsanalyse in Papyrus

Papyrus Autor 3.5 läuft auf dem Mac und unter Windows. Es wird auch einen Version für den USB-Stick angeboten, so dass Sie schreiben können, wo immer Sie wollen. Mit 149 Euro ist die Software deutlich teurer als die bisher vorgestellten Tools, aber angesichts des integrierten Dudens auch nicht zu viel.

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