Probleme mit Spotlight? So bekommen Sie das Suchtool in den Griff

12. August 2013

Computer und Internet

Spotlight ist eines der zentralen Werkzeuge Ihres Macs. Mit der Software suchen Sie nach Dateien aller Art und können sogar Programme starten, wenn es sich beim Treffer um eine Anwendung handelt. Ein Programm wie Hazel benötigt ein laufendes Spotlight als Voraussetzung, um seine Aktionen ausführen zu können.

Spotlight – so arbeitet der Suchagent

Das Programm durchsucht nicht nur die Datei- und Ordnernamen des Macs, sondern greift auch auf die Inhalte von Dateien und deren Metadaten zurück. Zu den Metadaten gehören Informationen über das Erstellungs- und Änderungdatum, Kommentare zur Datei im Finder oder auch die EXIF-Informationen zu Bildern.

Und obwohl Spotlight so viele Informationen und Daten durchsuchen muss, sind die Ergebnisse nach der Eingabe eines Suchbegriffs binnen Sekunden auf dem Schirm. Das hat zwei Gründe:

  1. Spotlight greift auf eine interne Datenbank zurück, den Spotlight-Index. Es werden also nicht immer und immer wieder die Dateien durchsucht, sondern die App muss nur an einer einzigen Stelle nachsehen.
  2. Zum anderen wird der Index automatisch aktualisiert, wenn Sie neue Dateien anlegen und Dokument bearbeiten. Dazu läuft im Hintergrund Ihres Macs steht ein Prozess mit. Und die Prozesse “mds” und “mdworker” sorgen auf dem einen oder anderen Mac für Probleme, weil Sie permanent Prozessorlast erzeugen und der Lüfter des Mac sich bemerkbar macht.

Wenn sich der Lüfter des Macs permanent meldet

Kann der Grund sein, dass Spotlight das System untersucht. Spotlight geht recht verschwenderisch mit den Ressourcen des Computers um. Daran können Sie leider gar nichts ändern. Wenn allerdings das System ganz offensichtlich ständig unter “Atemnot” leidet, besteht der Verdacht, dass Spotlight hier eine Rolle spielen könnte.

Problematisch können sich schnell Anwendungen erweisen, die automatisch Dateien mit einem Server abgleichen und dazu einen eigenen Index schreiben. Da diese Datei sich ständig ändert, kommt Spotlight somit nicht damit nach, die Änderungen zu protokollieren. Glücklicherweise können Sie sich in einem Terminal ansehen, was Spotlight eigentlich gerade macht.

sudo fs_usage -w -f filesys mdworker

Liefert Ihnen in Echtzeit zurück, was der Spotlight-Prozess macht. Wenn der Lüfter also einmal wieder besonders laut ist, rufen Sie ein Terminal auf und schauen Sie einmal nach.

Wenn Sie wollen, untersuchen Sie lediglich das Öffnen von Dateien durch Spotlight. Wenn dort immer und immer wieder die gleiche Datei auftaucht und das System gleichzeit laut ist, haben Sie den Schuldigen bereits gefunden.

sudo fs_usage -w -f filesys mdworker | egrep "open"

Dateien und Order von Spotlight ausschließen

Haben Sie eine Datei oder ein Verzeichnis entdeckt, das permanent geöffnet wird, schließen Sie es am besten von der Suche in Spotlight aus. Dazu rufen Sie die Systemeinstellungen auf und wechseln dort in den Abschnitt “Spotlight”. Dort klicken Sie auf “Privatsphäre” und suchen mit einem Klick auf das Pluszeichen den Ordner aus, den Sie nicht mehr in den Index aufnehmen wollen.

Wie Sie es von Ihrem Mac gewohnt sind, gibt es auch noch den Weg, Ordner per Drag & Drop in die Privatsphäre aufzunehmen. Einfach im Finder markieren und dann in das Register “Privatsphäre” hineinziehen.

Spotlight Einstellungen Privatsphäre

Neben dem Weg über die Privatsphäre gibt es auch die Möglichkeit, eine Datei oder einen Ordner einen speziellen Namen zuzuweisen, damit der Ordner nicht mehr von Spotlight untersucht wird.

Dazu erweiteren Sie den Namen der Datei oder des Ordners einfach um .noindex. Somit wird aus dem Ordner geheim der Ordner geheim.noxindex. Das funktioniert auch auf Dateiebene. Der offensichtliche Nachteil dieses Wegs liegt auf der Hand. Der Name der Dateien ändert sind.

Ordner von Spotlight ausschliessen

Externe Freigaben in Spotlight aufnehmen

Es scheint über die Oberfläche von Spotlight keine Möglichkeit zu bestehen, externe Festplatten oder gar ein Netzlaufwerk in den Index aufzunehmen. Über das Terminal funktioniert das durchaus.

Die Aufnahme eines externen Laufwerks ist nicht zu empfehlen, auch wenn es möglich ist. Spotlight benötigt viele Ressourcen und es trägt nicht zur Leistung Ihres Systems bei, wenn zusätzlich auch noch Daten und Informationen regelmäßig über Ethernet oder gar WLAN übertragen werden müssen.

Im Terminal können Sie mit diesem Kommando ein Laufwerk in Spotlight einbinden:

mdutil -p -i on /Pfad_Laufwerk

Auf den Parameter “-p” können Sie verzichten, sofern es sich nicht um ein Netzlaufwerk handelt.

Neuaufbau des Index für Spotlight erzwingen

Wenn Spotlight bestimmte Dateien nicht findet, obwohl deren Ordner nicht unter Privatsphäre ausgeschlossen sind, hilft der Neuaufbau des Index. Das geht sogar unter der Oberfläche.

Öffnen Sie den Finder und zusätzlich das Register “Privatsphäre” von Spotlight in den Systemeinstellungen. Navigieren Sie im Finder jetzt an die oberste Position in der Hierarchie. Ziehen Sie anschließend das Symbol für die gesamte Festplatte in den Bereich der Privatsphäre.

Warnhinweis Spotlight

Ihr Mac blendet Ihnen jetzt eine Warnung ein. Bestätigen Sie den Hinweis mit OK. Der Trick besteht nun darin, den Eintrag mit einem Klick auf das Minuszeichen wieder von der Liste zu entfernen. Jetzt ist Spotlight gezwungen, den Index neu aufzubauen.

Warnhinweis von Spotlight

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Über Stephan Lamprecht

arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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