GTD mit GQueues – Konkurrenz für Remember the milk

26. Mai 2010

Computer und Internet

Ob Sie Papier oder Elektronik bevorzugen, lieber mit einer Software arbeiten, die Sie auf dem Rechner installieren oder aber mit einer reinen Onlineanwendung, spielt in den verschiedenen Zeitmanagement-Methoden nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist lediglich, dass Sie sich auf ein System konzentrieren und dort tatsächlich alle anfallenden Aufgaben hinterlegen. Google bietet innerhalb seines Maildienstes ja ebenfalls eine kleinere Aufgabenverwaltung an, die funktional aber eher schlicht geraten ist. Mit GQueues ist seit kurzem eine Webanwendung verfügbar, die in Optik und Funktion stark an die Produktfamilie von Google selbst erinnert.

Nachdem Sie sich mit Ihrem Google Konto beim Dienst angemeldet haben, können Sie unmittelbar mit der Arbeit beginnen. Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, sind auch bereits einige Testeinträge vorhanden. Die Oberfläche des Angebots unterstützt Drag & Drop, Sie können also Einträge auf einer Aufgabenliste ganz einfach mit der Maus verschieben. Wenn Sie nur ungern zum Zeigegerät greifen, nutzen Sie Tastenkombinationen. Dankenswerterweise haben die Entwickler viele Shortcuts integriert. GQueues organisiert die Aufgaben in Form von Kategorien und Queues. Eine Kategorie untergliedert verschiedene Bereiche. Damit können Sie etwa berufliche und private Aufgaben trennen. Natürlich ist es auch denkbar, die Aufgabengebiete Ihrer verschiedenen Lebensrollen damit zu unterteilen. Sobald Sie auf die Übersicht der Listen mit der Maus zeigen, wird der Schalter «Add» sichtbar. Nach einem Klick darauf legen Sie das gewünschte Element an. Die Queues entsprechen Listen, auf denen die Aufgaben untergliedert werden.

Eine Aufgabe können Sie entweder direkt in einer Liste anlegen oder aber Sie nutzen die Inbox dazu. Dazu klicken Sie entweder auf den Schalter «Add Item» am oberen Bildschirmrand oder aber Sie drücken die Taste <i>. Es sind sogar Unteraufgaben möglich. Dazu erfassen Sie den Eintrag, platzieren Sie ihn mit der Maus unter die Hauptaufgabe und drücken einmal die <Pfeil>-Taste.

Neben der Organisation in Form von Listen sind auch Etiketten möglich. Zeigen Sie mit der Maus auf einen Eintrag, werden Ihnen weitere Symbole eingeblendet. Am Beginn der Zeile haken Sie die Aufgabe ab. Am rechten Rand des Eintrags finden Sie das Icon für einen Kalender. Hier hinterlegen Sie in einem separaten Fenster das Fälligkeitsdatum. Mit einem Klick auf das Symbol eines Bleistifts fügen Sie eine kurze Notiz zur Aufgabe hinzu.

Der Bezahlvariante des Dienstes, die Sie für 25 Dollar im Jahr buchen können, ist die Übernahme der Daten in Ihren Google-Kalender vorbehalten. Dazu müssen Sie unter «Settings» in das Register «Calendar» wechseln. Klicken Sie hier auf «Activate» und gewähren Sie auf der nachfolgenden Seite Zugriff. Anschließend verfügen Sie in Google Kalender über einen weiteren Eintrag, in dem sich die Aufgaben befinden und damit in Ihrem Standardkalender angezeigt werden können.

Übersicht der Aufgaben in GQueue

Bei der Suche nach fälligen Aufgaben helfen Ihnen die «Smart Queues» am linken Fensterrand. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um gespeicherte Filter. Sie können so aber schnell die Aufgaben herausfiltern, die etwa in der kommenden Woche fällig sind. Wenn Sie etwa Etiketten für Kontexte oder Gegenstände verwenden, erhalten Sie so eine schnellere Übersicht.

Zeigen Sie also mit der Maus auf den Container der Smart Queues. Klicken Sie auf «Add» und vergeben Sie im nachfolgenden Dialog einen Namen. Sie können mit den beiden Listenfeldern nun definieren, ob Sie alle Aufgaben oder nur bestimmte Kategorien berücksichtigen wollen. Aktivieren Sie dann die Option «that have any of these tags» und wählen Sie das gewünschte Schlagwort aus. Nachdem Sie mit «Save» gespeichert haben, zaubert Ihnen die Suche dann alle Anrufe oder Tätigkeiten am Computer auf den Bildschirm.

Terminierung in GQueue

Auch an die Nutzer von Notizbüchern oder klassischen Zeitplaner haben die Entwickler bereits gedacht und bieten eine Druckfunktion an. Diese stellt die Aufgaben sehr übersichtlich dar. Was wäre ein solcher Service ohne die Möglichkeit, Aufgaben in die Eingangsbox zu schicken? Sehen Sie! Dazu senden Sie sich eine Mail an eine nur Ihnen bekannte Adresse, um die Aufgaben dann später auf die entsprechenden Listen zu übertragen. Die Aufgabenlisten können Sie mit anderen Benutzern teilen oder aber Listen auch unmittelbar in andere Webseiten integrieren.

Mit GQueues erwächst Remember the milk langsam aber sicher eine durchaus ernstzunehmende Konkurrenz. Es fehlen lediglich Kleinigkeiten, wie etwa eine bessere Synchronisation mit mobilen Geräten. Aber das Konzept insgesamt gefällt.

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Über Stephan Lamprecht

arbeitet als freischaffender Texter und Journalist in Ahrensburg bei Hamburg. Er schreibt Fachartikel für PR-Agenturen, Texte für Whitepaper und Internetseiten sowie Beiträge für Fachmagazine. Seit 1991 hat er mehr als 25 Fachbücher verfasst. Zu seinen Themen gehören IT, Social Media, CRM und Business-Intelligence, aber eben auch das Zeit- und Selbstmanagement. Er berät Autoren auf ihrem Weg zum Buch und unterstützt Startups und kleinere Softwareunternehmen in der Pressearbeit.

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3 Antworten to “GTD mit GQueues – Konkurrenz für Remember the milk”

  1. Christian schreibt:

    Klingt interessant der Ansatz, werde ich mir sicherlich mal in die Merkliste setzen.

    Aber gerade bei Aufgabensystemen halte ich eine perfekte mobile Synchronisation für lebenswichtig, da es gerade hier darum geht, zu jedem Zeitpunkt die Chance zu haben, auf seine Listen zugreifen zu können. Ich habe einiges probiert, nutze momentan RTM mit Astrid auf dem Android und selbst dabei fallen mir noch Punkte auf, die einfach nicht simpel genug gelöst sind. Aber alles wird besser ;-)

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  2. Rainer Reitz schreibt:

    http://www.activeinboxhq.com/ verfolgt einen etwas anderen Ansatz, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Es wird kein Google Login abgefragt, das auf unbekannten Servern (bei GQueues) gespeichert wird.
    Grundsätzlich gefällt das UI. Gruß

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  3. Stephan Lamprecht schreibt:

    Hallo Rainer,

    danke für Deinen Kommentar. Activeinbox habe ich eine Weile selbst genutzt und getesten. Ich gebe Dir recht: Vom Ansatz und der UI ganz schick. Allerdings hatte ich es nach einer Weile dann wieder satt, dass es ständig Updates für das Firefox-Plug-in gegeben hat, die immer dann notwendig wurden, wenn sich bei GMail eine Kleinigkeit geändert hatte. Auf die Dauer wurde mir das jedenfalls zu lästig.

    Beste Grüße
    Stephan

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